Studie: 82 Prozent der Mieter möchten ihren Energieverbrauch per App kontrollieren

82 Prozent der Mieter würden gerne per App ihren Energieverbrauch kontrollieren – so lautet ein Ergebnis einer repräsentativen Studie unter 1.000 Mietern, die vom Mobiliar Lab für Analytik an der ETH Zürich gemeinsam mit der Software-Firma “Qipp” durchgeführt wurde.

Applikationen (sog. Apps), die per Smartphone oder Tablet-PC die Steuerung von Vorgängen des täglichen Lebens ermöglichen, können den Alltag für Mieter erleichtern. Wichtig ist jedoch die Frage nach der Anwenderfreundlichkeit und Akzeptanz der Apps. Im Rahmen der Studie wurde deshalb untersucht, welche digitalen Dienste rund um eine Wohnung für Mieter von Interesse sind.

85 Prozent der Befragten finden eine Applikation zu ihrer Wohnung grundsätzlich attraktiv. 82 Prozent würden gerne per App ihren Energieverbrauch kontrollieren und vergleichen, 80 Prozent wünschen sich eine App, mit der sie ihre Nebenkostenabrechnung überprüfen können. Ebenfalls 80 Prozent sind an einer App interessiert, mit der sie Energiesparmöglichkeiten finden und nutzen können.

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green with IT arbeitet am Thema “Wohnen 2030″: Eine vernetzte Gesellschaft

Die Wohnungswirtschaft ist in ständiger Bewegung, denn die Anforderungen ans Wohnen werden immer vielfältiger: Smart Home, effiziente Energieversorgung und möglichst hoher Wohnkomfort sind gewünscht. Aktuelle und kommende Wohntrends verändern nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch die Arbeit der Wohnungswirtschaft. Diese muss sich nun auf Trends wie Energieeffizienz und die Vernetzung von neuen Techniken einstellen.

So muss die Wohnungswirtschaft in Zukunft mit der neuesten Technik Schritt halten – denn laut der Studie „Wohntrends 2030“ müssen Produkte und Dienstleistungen künftig miteinander vernetzbar sein. Die repräsentative Studie „Wohntrends 2030“ aus dem Jahr 2013 des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen zeigt, wie sich unsere Wünsche und Vorstellungen rund um das Thema Wohnen in Zukunft verändern. Dafür wurden 3000 Haushalte befragt. Die Ergebnisse zeigen, in welche Richtung die Wohnungswirtschaft sich zukünftig orientieren und auf welche Trends sie reagieren muss, um gezielte Lösungen anbieten zu können. Klar ist laut der Studie auf jeden Fall eins: Die Zukunft der Wohnungswirtschaft hat zwei klare Trends – sie steht im Zeichen der Technik und der Energieeffizienz

Eine vernetzte Gesellschaft

Technische Systeme, die einfache Aufgaben übernehmen, gibt es natürlich heute schon: Diese erleichtern uns nicht nur den Alltag, sondern helfen auch beim Energiesparen. Bis 2030 soll sich hier laut Studie des GdW noch einiges tun, denn bis dahin werden die Menschen technische Innovationen noch stärker nutzen als bisher. Das setzt technische Entwicklungen und entsprechendes Know-how in der Wohnungswirtschaft voraus. Noch leistungsstärkere Technik soll es möglich machen, Geräte und Anwendungen beispielsweise noch breiter mobil steuern zu können.

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So werden 2030 auch Wärmeversorgung, Waschmaschine, Fenster und Türen bequem über das Smartphone bedient. Für die Wohnungswirtschaft heißt es daher, mit der neuesten Technik Schritt zu halten: Produkte und Dienstleistungen der Zukunft müssen miteinander vernetzbar sein.

Energieeinsparungen vorantreiben

Auch in Sachen Energienutzung sieht „Wohntrends 2030“ eine klare Tendenz: Energie einzusparen wird in Zukunft wichtig sein, denn immer mehr Mieter können auf die reinen Wohnkosten nicht mehr viel drauflegen. Die Mietbelastung ohne Heizung und Betriebskosten, so die Studie, liege im Schnitt bei 24 Prozent des Haushaltseinkommens. Das Problem sind also nicht die Mietpreise, sondern die Kostenexplosion bei Heiz- und Stromkosten und diese können nur durch Energieeinsparungen eingedämmt werden. Gefragt sind daher in Zukunft effizientere Heizungsanlagen, die möglichst wenig Energie verbrauchen, oder energiesparende Haushaltsgeräte, wie sie heute schon angeboten werden. Hier kann vor allem die Industrie einen großen Teil beitragen, indem sie energieeffiziente Lösungen entwickelt und vorantreibt.

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Contra Teuerung bei Wärme und Strom – Sächsische Wohnungsgenossenschaften planen eigene Energieerzeugung

Der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) lud seine Mitglieder zum Thementag „Unabhängige Energieversorgung“ ins Wasserkraftwerk Mittweida ein. Seit Jahren bemühen sich die sächsischen Wohnungsgenossenschaften neben der Kaltmiete auch die sogenannte „2. Miete“, die warmen und kalten Betriebskosten, in Grenzen zu halten. Fast 90 Prozent aller Gebäude sind energetisch saniert. Diese Modernisierungsmaßnahmen und die Verbesserung der Anlagentechnik zur Warmwasseraufbereitung und zur Beheizung wirken sich insgesamt positiv auf den Verbrauch aus.

„Während der niedrigere Verbrauch anfangs auch zu deutlichen    Nebenkosteneinsparungen führte, wird
dieser Spareffekt jetzt von immer weiter steigenden Versorgungspreisen (über-)kompensiert und erreicht die Mitglieder unserer Wohnungsgenossenschaften nicht“, erklärte Dr. Axel Viehweger, Vorstand des VSWG.
Ein durchschnittlicher sächsischer Haushalt einer Genossenschaft gibt bereits heute mehr als ein Viertel der Wohnkosten für Wärme und Strom aus. Neben der Abhängigkeit der Preisentwicklung für die primären Rohstoffe Erdöl und Erdgas gibt es eine weitere Anhängigkeit von den Energieversorgungs-unternehmen und Stadtwerken. Durch langfristige Lieferverträge und tendenziell steigende Grundgebühren werden Preissteigerungen in der Regel weitergegeben. Die Mieter aber profitieren im Gegensatz oft nicht von Preisrückgängen auf den Rohstoffmärkten oder den geringeren Verbräuchen. Vor diesem Hintergrund scheint die eigenständige Energiegewinnung zur Selbstversorgung eine Möglichkeit, der Entwicklung der Betriebskosten entgegenzusteuern und sich so vom Markt abzusetzen.

„In den letzten Jahren konnten so bereits erste Projekte sächsischer Wohnungsgenossenschaften geplant und zum Teil sogar umgesetzt werden. Dabei lässt sich der Trend, weg vom Einzelgebäude, hin zur kompletten Quartiersbetrachtung erkennen“, so Sven Winkler, Referent für Betriebswirtschaft, Energie und Technik beim VSWG.
Die 219 im Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) organisierten Wohnungs-genossenschaften sind ein bedeutender Faktor im sächsischen Wohnungsmarkt. Sie bewirtschaften mit insgesamt 278.743 Wohneinheiten 20,9 Prozent des gesamten Mietwohnungsbestandes im Freistaat Sachsen und bieten damit rund einer halben Million Menschen ein zukunftssicheres Zuhause.

In der Gemeinde Sebnitz konnte durch Initiative der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Sebnitz eG beispielsweise ein Nahwärmenetz in Betrieb gehen. Die notwendige Wärme wird aus einer Kombination aus einem mit Biogas betriebenen Blockheizkraftwerk (BHKW), einem Pelletkessel sowie einem konventionellen Erdgas-Kessel erzeugt. Ein weiteres wegweisendes Projekt könnte eine Quartierslösung in der Gemeinde Lohmen im Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge werden, bei der öffentliche Gebäude mit Wohngebäuden einer Genossenschaft und mehrerer privater Eigentümer dezentral versorgt werden sollen. Einen wesentlichen Baustein bildet dabei der nahegelegene Fluss Wesenitz. Mit Hilfe einer Wärmepumpenkaskade könnte u.a. rund um die Uhr Wärme erzeugt werden.
Der nächste Schritt zur unabhängigen Energieversorgung wäre konsequenterweise die Erzeugung und Nutzung von Strom als „Nebenprodukt“ eines BHKW‘s oder aus einer Photovoltaik-Anlage auf den Dächern der Wohnungsgebäude. Derzeit widersprechen sich jedoch die Klimaschutzziele der Bundesregierung und die steuerlichen sowie energierechtlichen Rahmenbedingungen. „Da der Großteil des Strombedarfs einer Wohnungsgenossenschaft auf die Mitglieder und nicht die Genossenschaft selbst entfällt, kommt ein Eigenverbrauch in der Regel kaum in Frage. Folglich muss der Strom in der Regel für eine niedrige Vergütung ins öffentliche Netz eingespeist werden. Sinnvoller wäre der Verbrauch des Stroms direkt vor Ort durch die Mitglieder. In diesem Fall müsste sich die Wohnungsgenossenschaft als Energiever-sorgungsunternehmen behandeln lassen und die gleichen Kriterien wie ein Energieriese auf sich anwenden. Zusätzlich würde in der Regel die Steuerfreiheit im Vermietungsgeschäft verloren gehen. In allen Fällen stehen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis, so dass bisher alle Projekte gescheitert sind“, erläutert Sven Winkler.

Neben allgemeinen Trends in der Energieversorgung verdeutlichte Prof. Timo Leukefeld auf eindrucksvolle Art den Weg von der Vision zur Realität anhand bereits vorhandener Projekte beim heutigen Thementag im Wasserwerk Mittweida. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die rechtlichen „Fallstricke“ bei einer unabhängigen Energieversorgung und Wege, die selbsterzeugte Energie im Rahmen der Nebenkosten abzurechnen. Am Nachmittag standen vor allem bereits praktizierte und theoretische Geschäftsmodelle sowie Effekte von Speichermedien auf der Agenda, welche eine unabhängige Energieversorgung trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ermöglichen sollen. Die Veranstaltung bot Anlass für intensive Diskussionen und ermöglichte zudem die Pflege und Erweiterung der bestehenden Netzwerke.
„Zur Realisierung der Ziele der sächsischen Wohnungsgenossenschaften, die Preise für Energie zu senken oder zumindest weitere Preissteigerungen zu verhindern, bedarf es individueller Lösungen mit verlässlichen Partnern aus der Branche. Vor diesem Hintergrund werden wir auch stärker mit Energiegenossenschaften zusammenarbeiten, da diese neben der fachlichen Kompetenz vor allem die gleichen ideellen Werte besitzen und die genossenschaftliche Idee stärken“, so der VSWG-Vorstand.

Mit der Energiehaus Dresden eG ist zum 01.01.2015 die erste Energiegenossenschaft dem VSWG beigetreten. „Die Änderung der Satzung des VSWG und damit die Öffnung für Energiegenossenschaften war ein wichtiger und richtiger Schritt in die Zukunft“, betonte Sebastian Brandt, Vorstand der Energiehaus Dresden eG, am Rande der Veranstaltung in Mittweida. Der Klimawandel und die dadurch induzierten Veränderungen auf dem Energiemarkt werden die sächsischen Wohnungsgenossenschaften noch vor zahlreiche Herausforderungen stellen. Mit dem Thementag „Unabhängige Energieversorgung“ ist bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung gelungen.
Vivian Jakob

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