Geplante Messeteilnahmen, Veranstaltungen und Referate auf Zielkonferenzen

Mit Stand September 2015 informieren wir über unsere Veranstaltungen, die wir entweder selbst für unsere Mitglieder organisieren, an deren Inhalte wir mit eigenen Referaten mitwirken oder an denen wir mit eigenen Ständen teilnehmen. An einigen Veranstaltungen nehmen wir auch als reine Zuhörer teil, wobei hier der Themenkontext für viele Mitglieder interessant ist. KMU sind herzlich eingeladen, an allen Veranstaltungen und Konferenzen sowie Präsentationsständen mitzuwirken. In vielen Fällen können die ansonsten hohen Kosten für eigene Einzel-Präsentationen nach dem Netzwerk-Prinzipdurch uns stark minimiert werden. Wir erstellen Berichte über alle Netzwerkbeteiligungen nach Abschluss der Veranstaltungen hier auf unserer Blogseite.

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Praktische Schritte zur Einbindung von KMU der Hauptstadtregion in h2020-Projekte

Mit Beginn der Netzwerkarbeit im Oktober 2014 wurde langfristig auf die Mitwirkung in nationalen und internationalen Projekten orientiert. Dabei stellt das Netzwerk die dringend benötigten Kapazitäten für KMU-bezogene Anträge auf allen Ebenen kostenfrei den mitwirkenden Mitgliedern und potenziellen Mitgliedskandidaten zur Verfügung, so dass KMU-Unternehmer von der – mit dem Tagesgeschäft oft unvereinbaren – kleinteiligen Arbeit zur Antragsvorbereitung befreit sind.

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Es ist vollbracht! Ran an die Lastenhefte! Der lang ersehnte Smart Home Gesetzentwurf ist da!

Nun ist es endlich soweit: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat einen ersten Entwurf für ein Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende vorgelegt und dabei – neben der strategisch wichtigen Richtlinie TR 03109 für strom- und gasreferenzierte bidirektionale Prozesse – auch gleich wie folgt eine Duftmarke für die sehnlichst von den Marktteilnehmern erwartete Betrachtung des Smart Home Marktes gesetzt:

Angesichts der grundrechtsrelevanten Regelungsmaterie und zur Vermeidung einer weiteren Zersplitterung des Energierechts soll die zukunftsweisende Regelungsmaterie in einem neuen Stammgesetz zusammengefasst werden. Dies dient der Verfahrensklarheit und ermöglicht auch Regelungen außerhalb des Rechts der Energieversorgung mit Strom und Gas (z.B. im Bereich Smart Home, Fern- und Heizwärme).

Systemstruktur-und-rechtliche-Rahmenbedingungen

Wir bieten interessierten KMU gern an, an disziplin-übergreifenden Lastenheften kooperativ mitzuwirken, strategische Partnerschaften für innovative, ja, disruptive Geschäftsmodelle mit zu schmieden. Wir beginnen nicht bei 0! Wir haben bereits ein ganzes Stück des Weges geschafft, verfügen über ein erstes Zertifikat des BSI, verfügen ferner über zweisprachige Lastenheft- und API-Beschreibungen und werden unsere Erfolge ausbauen. Mit Ihnen?

Für alle interessierten Unternehmer folgt ein Auszug aus dem Prolog des Gesetzentwurfs.

Auf Anfrage übersenden wir Ihnen gern den gesamten Entwurf und analysieren Ihre Kernkompetenzen im individuellen Gespräch bezüglich der Optionen zur Integration in komplexe Vorhaben. Eine formlose Email an projekte@green-with-it.de genügt.

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Entwurf eines Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende

Die Energiewende hat den Umbau der Elektrizitätsversorgung in Deutschland erheblich beschleunigt. Während in der Vergangenheit elektrischer Strom nur in einer Richtung floss und Informationen über die Stromflüsse sehr limitiert waren, ist das dezentrale Stromversorgungssystem der Zukunft durch bidirektionale Informations- und Stromflüsse gekennzeichnet. Auf der Verbraucherseite finden ebenfalls erhebliche Veränderungen statt: Einst passive Stromkonsumenten entwickeln sich mehr und mehr zu „Prosumern“, die aktiv an der Gestaltung des Stromversorgungssystems teilnehmen. In der Summe
erhöhen diese Veränderungen insbesondere die Anforderungen an die einzusetzenden Mess- und Kommunikationstechnologien und Datenverarbeitungssysteme. Hierbei kommt intelligenten Messsystemen eine wichtige Rolle zu. Sie können je nach Ausstattung für Letztverbraucher, Netzbetreiber und Erzeuger die notwendigen Verbrauchsinformationen bereitstellen, zur Übermittlung von Netzzustandsdaten verwendet werden und sichere und zuverlässige Steuerungsmaßnahmen unterstützen und als eine Art Kommunikationsplattform im intelligenten Energienetz dienen.

Intelligente Messsysteme sind allerdings auch ein Instrument für mehr Energieeffizienz. Der Verbraucher erhält präzise Informationen über sein Verbrauchsverhalten. Zum anderen ermöglichen intelligente Messsysteme die Umsetzung variabler Tarife. Die Plattform-Kompatibilität und vor allem die Fertigung nach einem privacy-by-design-Standard des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik sind es, die intelligente Messsysteme von herkömmlichen Messsystemen (sog. „Smart Metern“) unterscheiden.

Die genannten verbraucherorientierten Zwecke waren es, die die Europäische Kommission dazu veranlasst haben, im Anhang der dritten Binnenmarktrichtlinien Strom und Gas (Richtlinien 2009/72/EG und 2009/73/EG) den Mitgliedsstaaten aufzugeben, 80 Prozent der Verbraucher mit intelligenten Messsystemen auszustatten. Um der Gefahr zu begegnen, dass ein solcher „Rollout“ mehr Kosten verursachen als Nutzen bringen könnte, wurde den Mitgliedstaaten jedoch die Möglichkeit eingeräumt, diesen „80 Prozent-Ansatz“ einer Kosten-Nutzen Analyse zu unterziehen und in diesem Zuge eine nationale Rollout-Strategie zu entwickeln. Daher hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Jahre 2013 eine entsprechende Kosten-Nutzen-Analyse erstellen und diese im Dezember
2014 aktualisieren lassen. Die Analyse empfiehlt einen am individuellen Nutzenpotenzial orientierten Rollout; möglich sei das beispielsweise über eine moderate Fortschreibung des seit 2011 im Energiewirtschaftsgesetz angelegten Ansatzes. Insbesondere errechnet die Analyse, dass bei Letztverbrauchern mit einem sehr geringem Jahresstromverbrauch von unter 2 000 Kilowattstunden nur ein durchschnittliches Stromkosteneinsparpotenzial pro Jahr von annähernd 3 Euro liegt, bei geringem Jahresverbrauch unterhalb von 3 000 Kilowattstunden wären es 10 Euro, unterhalb von 4 000 Kilowattstunden 20 Euro, unterhalb von 6 000 Kilowattstunden schließlich wären es 40 Euro und über 6 000 Kilowattstunden wäre mit mindestens 80 Euro Kostenersparnis zu rechnen. Die durchschnittlichen von Letztverbrauchern aufzuwendenden Kosten für den gewöhnlichen Messstellenbetrieb wurden mit etwa 20 Euro beziffert. Bei Erzeugungsanlagen nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz und dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz ein ähnliches Bild: Die Analyse
sieht hier ein stark wachsendes Systemnutzenpotenzial ab einer Anlagengröße von sieben Kilowatt installierter Leistung.

B. Lösung
Für die Umsetzung der Erkenntnisse aus der Kosten und Nutzen Analyse gilt der Grundsatz: Es darf keinen Rollout „um jeden Preis“ geben. Kosten und Nutzen müssen in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Erforderlich ist es daher, einen sachlich ausgewogenen, d.h. individuell zumutbaren und gesamtwirtschaftlich sinnvollen Rollout auf den Weg zu bringen. Diese Maßgabe muss zu einer Absage an jedweden pauschalen staatlichen Rolloutansatz führen. Letztverbraucher und Erzeuger, bei denen die modernen Geräte eingebaut werden, dürfen nicht mit unverhältnismäßigen Kosten belastet werden. Zudem dürfen auch Messstellenbetreiber bzw. Netzbetreiber nicht zu einer betriebswirtschaftlich
nicht darstellbaren Einbaumaßnahme verpflichtet werden. Der Gesetzgeber hat folglich die Aufgabe, die Kosten für Einbau und Betrieb beider Varianten zu regulieren. Die hierzu gewählten Instrumente sollten gewähr-leisten, dass die erwarteten Kosten der Messstellenbetreiber zur Durchführung des Rollouts durch die Entgelte der Letztverbraucher amortisierbar sind. Die Entgelte der Letztverbraucher müssen
aber auch in einem angemessenen Verhältnis zu den erwarteten Energieeinsparungen und Lastverlagerungen stehen, von welchen diese selbst unmittelbar profitieren. Dies kann mit den aktuell bestehenden rein netzbetriebsbezogenen Regulierungsinstrumenten nicht gewährleistet werden.

Wie man auf der einen Seite die wirtschaftlichen Dimensionen eines Rollouts intelligenter Messsysteme beleuchten muss, so stellt sich auf der anderen Seite die Frage, welche technischen Mindestanforderungen man an diese neue Technik stellt. Hierbei gilt es, grundsätzlich zwei Ziele zu erreichen: Die vielseitige Einsetzbarkeit zur Maximierung des gesamtwirtschaftlichen Nutzens einerseits und die Gewährleistung von Datenschutz und Datensicherheit andererseits. Der Rechtsrahmen muss hier klare und verlässliche Vorgaben treffen.

Die zunehmende Vernetzung des Energieversorgungssystems macht dieses auch sensibler gegenüber Angriffen von außen, insbesondere durch Hacking-Angriffe. Ein leistungsfähiges intelligentes Netz erfordert daher sichere Informations- und Telekommunikationstechnologien bereits auf Ebene der Datenerfassung und ersten Weiterverteilungsstufe, dem sogenannten „Smart Meter Gateway“, das als Kommunikationseinheit in der Sicherheitsarchitektur eines intelligenten Messsystems die Schlüsselrolle einnimmt.

Um einen sicheren Einsatz intelligenter Messsysteme vorzubereiten, hat der Gesetzgeber in § 21e des Energiewirtschaftsgesetzes im Jahre 2011 die Grundsatzentscheidung getroffen, dass Messsysteme zur Gewährleistung von Datenschutz, Datensicherheit und Interoperabilität bestimmten Anforderungen von Schutzprofilen und Technischen Richtlinien des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik entsprechen müssen. Die daraufhin entwickelten Standards müssen nunmehr für allgemeinverbindlich erklärt werden. Auf Basis dieser sicheren Technik müssen auf der einen Seite die energiewirtschaftlich
notwendigen Anwendungsfälle und können auf der anderen Seite weitere Mehrwertdienste bedient werden – ein wichtiger Beitrag zum Schutz kritischer Infrastrukturen im Sinne des IT-Sicherheitsgesetzes.

Neben der technischen Regelung von „privacy by design“ mit Hilfe von Schutzprofilen und Technischen Richtlinien ist es erforderlich, im Sinne des Datenschutzes den erlaubten Datenverkehr, der durch den Einsatz intelligenter Messsysteme massiv zunimmt, abschließend rechtlich zu regeln. Im Sinne der Modernisierung der Energieversorgung ist darüber hinaus zu klären, auf welche Daten die beteiligten Akteure Zugriff haben müssen, um ihre gesetzlichen Aufgaben zu erfüllen und den Herausforderungen der Energiewende gerecht zu werden.

§ 21g des alten Energiewirtschaftsgesetzes 2011 war seitdem insoweit die zentrale gesetzliche Norm für bereichs-spezifischen Datenschutz mit Vorgaben, wer welche Daten zu welchem Zweck erheben und nutzen darf. Die Vorschrift bedurfte der weiteren Ausgestaltung, damit das zu schaffende technische Datenschutz- und Datensicherheitsniveau durch Regelungen zur Gewährleistung von Datenschutz im Rahmen der Kommunikation zwischen den einzelnen Akteuren der Energiewirtschaft komplettiert werden kann.