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Quartiere – Keimzellen überzeugender Demonstrationsprojekte der Wärmewende- Ergebnisse Projekt Zwanzig20

Energiewende ist Daseinsvorsorge. Eine erfolgreiche Energiewende benötigt eine Wärmewende! Innovationen, Demonstration und gesellschaftliche Akzeptanz spielen  dabei eine Schlüsselrolle. Wir konnten am „Zwanzig20- Forum Wärmewende“ mit eigenen Inhalten informatorisch teilnehmen. Dieses Forum entwickelte erste  Strategien für den zukünftigen Einsatz von innovativen Technologien zur Realisierung der  Wärmewende und veröffentlicht diese nun. Unser Netzwerk fügt ergänzende Erkenntnisse in eigenen Demonstrationsvorhaben hinzu.

Das gesamte Projekt ist thematisch sehr nah an unseren Demonstrations-Projekten; wenn auch die Aspekte der Einbindung  regenerativer Energien hier deutlicher dominieren als bei uns. Aber: Die Abschluss-Thesen des Projektes übernehmen wir fast 1:1. Doch vorab stellen wir noch eine eigene These in den Vordergrund:

Energievermeidung ist der Schlüssel zur COP21-Umsetzung.
Weniger Energieverbrauch bedeutet weniger Energieproduktion. Doch ist die „Energievermeidung“ ein Thema? Aktuell kaum, da dieser Begriff mit Minder-Umsätzen auf der Seite der Energieerzeuger verbunden ist. Doch die Erzeuger denken um und gründen Think-Tanks auch in der Region Berlin-Brandenburg. Bestes Beispiel ist die E.ON Connected Energies GmbH in Potsdam. Energievermeidung in die Praxis umsetzen? Praktikable Lösungen auf Basis der digitalen Transformation in Demonstratoren anwenden? Ja bitte! Und warum wirken solche Firmen dabei mit? Ganz einfach: Wenn andere an dem Ast sägen, auf dem ich sitze, dann säge ich mit. Dann weiß ich, wann ich falle und kann vorsorgen!

Die Energiewende benötigt eine Wärmewende.
Strom bewegt 10-20 % unserer Energiewende. Wärme und Kühlung bewegt 80 – 90%. In den Medien und in vielen Fördergrundlagen des Bundes und der Länder wird dies aber umgekehrt abgebildet, da der „Strom“-Markt homogen in Lobby-Verbänden und -projekten Einfluß nimmt. Dies soll kein Argument gegen so segensreiche Projekte wie etwa DENEFF sein. Im Gegenteil: Hier wird Grundlagenarbeit geschaffen, die allen Beteiligten der Energiewende hilft. Wir brauchen mehr solcher „DENEFF“´s, aber bitte auf die wahren großen Stellschrauben der Energiewende ausgerichtet: Die Wärme und Kühlung!

Demonstration schafft Akzeptanz.
Der Endverbraucher ist zunehmend sensibler gegenüber unplausiblen politischen Rahmenbedingungen und straft diese ab (in der Hauptstadtregion siehe Tempelhofer Feld etc.). Bürger, Endverbraucher, Mieter auf dem Weg der Energiewende mitnehmen? Ja bitte! So, und nur so wird ein Schuh draus!

Netze sind die Integrationsplattform von morgen.
Crossover ist das Zauberwort. Wärme, Strom und IP-Protokolle sind die Zutaten der erfolgreichen digitalen Transformation in diesem Markt. Weg mit proprietären Protokollen! Hinaus mit den fetten, satten und überkommenden Geschäftsmodellen, die uns kaum weiter bringen! Demonstratoren sind angesagt, die den Bürgerwillen größtmöglich mitnehmen. Zuhören ist vorab angesagt, damit erfolglose Grüne-Tisch-Maßnahmen vermieden werden.

In den Städten der Zukunft ist die Nutzung von Erdwärme unverzichtbar.
Themen wie etwa Aquifere sind noch tabu, obwohl langfristig kein Weg an der Energie vorbeiführt, die nur wenige 1000 m unter uns auf langfristige Erschließung wartet. Der Bundestag im Reichstagsgebäude hat mit einem eigenen Aquifer-Projekt einen ersten Fingerzeig gegeben und sich damit an die Spitze einer erkennbaren Zukunftsperspektive gesetzt, die aber noch auf langfristig finanziebare Geschäftsmodelle wartet.

Abwärme wird morgen recycelt.
Unverzichtbar, weil im Überfluss vorhanden, aber noch fast unerschlossen.

Effizienzmaßnahmen sind die greifbaren Früchte.
Ja, und zwar die immer wieder so gern zitierten „low hanging fruit“. Doch hier stehen Stakeholder aktueller Absatzkonzepte massiv dagegen. Dem kann durch kluge Demonstrationsprojekte mit langfristig evaluierbaren Ergebnissen entgegen gewirkt werden. Letztendlich überzeugt nichts so sehr wie der erkennbare Bürgerprofit aus erzielbaren Einsparungen.

Transformation ist zu gestalten, notwendig sind Innovationen und Fachkräfte.
Ja, dazu bedarf es neuer Curricula, neuer Studiengänge an allen Hochschulen. Die wackeren aktuellen Maschinenbau-Studieninhalte unseres Landes sind unser Zukunftskapital. Aber wer dirigiert alle Emittenten im Quartier und matcht alle Energiequellen crossover zu einer optimierten Energieverwendung im Quartier inkl. Anwendung aller Energie-Vermeidungsstrategien? Das können nur unsere Energiedirigenten sein, die IKT, Gebäudeautomation, regenerative Energien und Crossover-Strategien sofort im Grundstudium lernen und zügig in Demonstrationsprojekten begleiten können. Unsere Hochschulen sind gefragt!

Der Markt steuert die Energiewende.
Klar. Obwohl es viele Bundes-Haupt-Bedenkenträger gibt, die dies weit ideologischer sehen.

Wärmewende ist Klimaschutz.
Dazu haben wir die Initiative COP 21 Berlin gegründet.

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Gute Beispiele aus Immobilienverbänden und Netzwerken gibt es bereits.

Die Wärmewende kann gelingen, wenn die Energieeffizienz und der Anteil erneuerbarer Wärme gesteigert werden und der Sektor Strom geschickt in die Wärmeerzeugung eingebunden wird. Vermeidungsmaßnahmen haben Vorrang, stoßen aber an Grenzen. Auch erneuerbare Energien besitzen im Wärmesektor ein hohes Entwicklungspotential.
Es gibt kein Patentrezept, die Wärmewende muss technologie- und protokolloffen gestaltet werden. Im Transformationsprozess spielen Akzeptanz, Demografie und strukturierte Stadtentwicklung eine Schlüsselrolle. Die Welt spricht IP. Wer dies nicht berücksichtigt, findet sein schnell beim Insolvenzverwalter wieder. In fünf Jahren noch ohne mobile Prozesse? Undenkbar! Weiter auf proprietäre Protokolle setzen? Schlaft schön! Das Smart Meter Gateway wartet schon!

Deshalb sind die technologischen Lösungsansätze in eine holistische Sichtweise zu integrieren. Für eine Wärmewende sollten Lösungen ab der Dimension „Quartier“ vorrangig umgesetzt werden. Städte und auch Gewerbequartiere sind stark verdichtete Lebensräume des Menschen. Wärme-, Kälte, Strom- und Gasnetze bringen neue Handlungsoptionen in diese Lebensräume. Daher werden diese Netze in Städten erhalten und ausgebaut.

Die Netze sind die Energieversorgungsinfrastrukturen, die eine Integration der Innovationen von morgen ermöglichen, also von Lösungen, die wir heute noch nicht kennen. In vielen Prozessen kann Energie vermieden werden. Schmerzlich für die Verkäufer dieser Energie, aber wahr. Bei vielen technologischen Prozessen fällt Abwärme an, die ungenutzt an die Umwelt abgegeben wird. Die Stadt der Zukunft heizt und kühlt mit dieser Abwärme. Dafür sind Speicher notwendig, auch saisonale Großspeicher.

Demonstration ist wichtig für den Erfolg der Energiewende.
Demonstration adressiert die vorhandenen Zielkonflikte, hilft die Veränderungsprozesse lösungsorientiert zu gestalten und fördert die Akzeptanz durch erfolgreiche Bürgerintegration. Benötigt werden mehr Demonstrationsprojekte. Ausgehend von technologischen Lösungen bauen sichtbare und erfolgreiche Demonstrationsprojekte Vorbehalte und Unsicherheiten ab und schaffen Blaupausen für erfolgreiches Handeln und Wirtschaften. Dabei vernetzten sie an einem konkreten Standort die relevanten Akteure und verhelfen Innovationen zum Markteinstieg.

Hier der Zwischenstand unserer aktuellen Demonstrationsprojekte

Der Entwicklung von Energievermeidungs- Demonstrationsvorhaben stehen deutliche Hemmnisse gegenüber, daher ist sie für alle Beteiligten zeit- und ressourcenintensiv. Eine energievermeidende, regenerative Wärmeversorgung erfordert zusätzliche Investitionen und muss sich als neuer Teilnehmer in einem etablierten und gedeckten Wärmemarkt behaupten.
Kostendruck und Konkurrenzstellung liefern dabei wenig Anreize für Versorger und Verbraucher, regenerative Technologien zu implementieren. Die Anwendung innovativer Technologien stellt vielfach die etablierten Rollen zwischen Erzeuger und Verbraucher sowie dem Produkt der Wertschöpfung in Frage. Neue Geschäftsmodelle haben es schwer sich durchzusetzen, da die etablierten Modelle gut funktionieren und Sattheit und Zufriedenheit in scheinbar geregelten Märkten erzeugen. Demonstrationsvorhaben müssen daher durch staatliche Förderprogramme weiter stimuliert werden. Integrierte Verbundprojekte zwischen der Wärmewirtschaft und öffentlichen Forschungsinstitutionen liefern gute Voraussetzungen für eine Förderfähigkeit.

Zum zwanzig20-Projektbericht

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