EBZ-Arbeitskreis Interne Revision 26.04.2018 Berlin: green with IT referiert zum Thema DSGVO

Schwerpunktthemen am 26. und 27.04.2018 in Berlin sind diesmal Datenschutz, Tax-Compliance und Massendatenanalyse.

Ab dem 25. Mai 2018 gilt Sie – die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)!

Zahlreiche Neuerungen, wie das „Recht auf Datenmitnahme“, umfangreichen Informationspflichten für Mieter und Mietinteressenten und ein gestiegener Einfluss der Aufsichtsbehörden werden auf die Wohnungswirtschaft zukommen. Und eines ist jetzt schon klar: Bei der Einhaltung des Datenschutzrechtes ist Vorsicht geboten, um massive rechtliche und finanzielle Konsequenzen zu vermeiden.

Inhaltliche Schwerpunkte:

– Sichere Datenkommunikationsnetze für die Wohnungswirtschaft
– Technisch und rechtlich konform zur DSGVO
– Neue datenschutzrechtliche Herausforderungen für die Wohnungswirtschaft
– Datenschutzmanagement 2018 – Neue Verantwortungen und Aufgaben
– Tax-Compliance – Bedeutung für die Branche
– Intelligente Massendatenanalyse für die Innenrevision der Wohnungswirtschaft
– Belastbare Dokumentation von Inhalten, Kosten, Terminen und Qualität

Zur Präsentation

Am ersten Tag hat unser Netzwerk zum Thema „Sichere Datenkommunikationsnetze für die Wohnungswirtschaft“ referiert. Schwerpunkt unseres Referats war die Einbettung der DSGVO-Themenhintergründe in die Spezifika der Wohnungswirtschaft: Smart Meter Gateways, Common Criteria, TR 03109, Public Key Infrastructure, Reflexion der DSGVO im BSI-Grundschutz werden vor die anschließende juristische Behandlung  durch die Luther Rechtsanwaltssozietät gesetzt.

Beide Grundlagen wurden dann am Nachmittag in einem Workshop zusammen geführt.

Der zweite Tag wurde durch die Stichworte Tax-Compliance und Intelligente Massendatenanalyse geprägt. Innenrevisoren erhalten so Impulse für Prüfungsansätze und ausdifferenzierte Prüfungsmethoden.

Das ausführliche Programm finden Sie zum Downloaden unten.

Grundlagen aus der Wohnungswirtschaft für die Umsetzung innovativer Mieter-Apps

Im zweiten Quartal 2018 beginnen erste Umsetzungsarbeiten an einem App-Template für die Wohnungswirtschaft: Wie lassen sich die Kompetenz aus ERP-System und socket-basierte Smart-Home-Lösungen verheiraten? Wie können diese doch so unterschiedlichen Welten zusammen wachsen und den Mietern einen Mehrwert eröffnen?

Die Ansätze sind klar: Nur über den Vermieter können solche Apps entwickelt und angepasst werden. 13,5 Millionen Mietern aus der kommunalen und genossenschaftlichen deutschen Wohnungswirtschaft eröffnen sich dann große Chancen zur Einsparung warmer Betriebskosten, zur Erhöhung des Datenschutzes, der Datensicherheit und des Wohnkomforts, wenn solche App-Projekte von den Vermietern organisiert und gelenkt werden. So erschließen sich enorme Bündelungs-Potenziale aus der Digitalisierung, aus dem „Internet of Things“ (IoT).

Die Grundlagen stammen aus zwei unterschiedlichen Welten und Quellen und beleuchten strikt die Mietersicht: Dies wird durch die Gestaltung der Mieterwelt in „Meine“ Funktionen fokussiert: Meine Wohnung (mit der Abbildung von Verbrauchswerten), mein Mietkontostand, meine Nachbarschaft, mein Handwerkerservice, meine Nebenkosten, mein Vermieter, meine Umgebung, mein Kunden-Servicecenter reflektieren thematisch den engen Kundenbezug. Quelle 1 ist somit das existierende stationäre ERP-System des Vermieters, aus dem all diese – bereits vorhandenen – Daten in eine mobile App eingespeist werden.

Nun kommt Quelle 2 hinzu: Visualisierung von Heizenergie-Verbrauchswerten können nur aus den existierenden HKV-Abrechnungssystemen (häufig von dritter Dienstleisterseite) gespeist werden. Sinnvolle weitere Oberthemen sind: Visualisierung von Strom-Werten je Wohnung, die ja eigentlich kein Vermieter-Thema sind. Da der Mieter ja einen direkten Strom-Vertrag bei einer „dritten“ Partei hat (dem Energieversorger), bildet dieses Thema zwar ein vorraniges Mieterinteresse ab, doch kann der Vermieter hier nur ein App-Werkzeug für diese Visualisierung in die neue App einbauen und so das erweiterte Mieter-Interesse abholen. Weiterhin sind auch die Visualisierung von Boiler Strom brennend interessante Themen aus Mietersicht (wenn WW-Produktion aus Strom erfolgt), ferner Kaltwassser-Zählerwerte sowie Rauchmelder-Funktionsstatus-Meldungen. Abgerundet wird dies durch die Visualisierung des „eigenen“ Hausstroms aus Bezug von einer dritten Partei, wenn diese denn die Grunddaten zuliefert. Anders wäre die Bereitstellung dieser Daten nicht möglich, da die wohnungswirtschaftlichen ERP-Systeme hier mangels Vertragsbeziehung keine Daten zuliefern können. Den Vertrag hat die Mietpartei ja „woanders“ bei einem externen Stromanbieter abgeschlossen.

Hier gilt es einen „großen Strich“ zu ziehen, weil hier die gemeinsamen Interessen von Vermietern und Mietern an Visualisierungen und Kostenspar-Inhalten enden. Mit „Quelle 2“ wird die andere Welt der socketbasierten Client-Server angesprochen. Es geht um eine Welt, die in existierenden wohnungswirschaftlichen ERP-Systemen nicht existiert. Dies sind Client-Server-Beziehungen zwischen zwei Java-Anwendungen mittels Sockets. Viele moderne Webseiten und –Applikationen (Facebook, Twitter, etc.) verwenden darauf aufsetzend ein Programmierparadigma namens REST. Basierend auf dem Hypertext Transfer Protocol (HTTP/S) nimmt der Server über URL-Pfade und HTTP-Requests Anfragen entgegen und antwortet mit maschinenlesbaren kodierten Daten (meist JSON oder XML).

Auch wenn die Socket-Kommunikation grundlegender und weniger intuitiv für Entwickler ist, hat sie einen entscheidenden Vorteil: die Zwei-Wege-Kommunikation. Während bei HTTP/REST-Servern nur ein „Pull“ der Daten möglich ist, können bei eigenen Anwendungen die Server auch proaktiv Daten an Clients senden („Push“), z.B. um diese zeitnah über Neuigkeiten zu informieren. Dies ist z.B. sehr wichtig für HKV-Daten, deren Push-Dienst gern mal von den Drittanbietern gegen saftige Aufschläge zur Verfügung gestellt werden.

Eine grundlegende App-Architektur verschmelzt nun diese beiden Quellen: Die geldwerten und brennend interessanten Verbrauchs-Visualisierungen werden in einer zentralen Oberfläche vorrangig dargestellt. Alle weiteren Funktionen werden als „Satelliten“ darum herum schwirren:

Zu differenzieren sind hier die vordergründigen Interessen der Vermieter und der Mieter. Dies ist im o.g. Bild symbolisch dargestellt. Erkennbar ist hier im rechten Bild auch, wie Vermieter und deren Facility-Vanager, Verwalter, Hausmeister und Betreuer von einer solchen App gleich mit profitieren können: bidirektionales, digitales Quartiermanagement, zentrale Sicherstellungen von Datenschutz und -sicherheit.

So können Grundlagen aus beiden Welten in einer Mieter-App verschmolzen werden. Doch der Weg bis zu einer zertifizierten App unter Android und iOS ist nicht so einfach. Hier kann aber auf existierende Smart-Home-Apps zurück gegriffen werden, die grundsätzlich die speziellen wohnungswirtschaftlichen Belange berücksichtigen: Beschränkung auf wichtige mieterbezogene Prozesse einerseits, Eröffnung der kompletten Smart Home-Welt andererseits unter der Bedingung, dass die Mietpartei auch dafür bezahlt.

Alle originär wohnungswirtschaftlichen Prozesse sollten kostenfrei sein. Dazu gehört die Abbildung aller vertragsbezogenen Daten und die Visualisierung derselben. Hinzu kommen nun die „Satelliten“, die – auf Wunsch -von Mietparteien z.B. in einer Musterwohnung besichtigt und bezogen werden können. Dies kann nur dann erfolgen wenn diese Mieter denn bereit sind, dafür auch zu bezahlen. : Sturzdetektion, Kamerasicherheit, Kalenderdienste, Apothekenbezug, Lebensmittel- und Getränke-Lieferungen sind heiße, sehr heiße Prozesse für die ökonomisch grundlegende Einbindung von Umgebungs-Inhalten. Dies betrifft dann auch diejenigen Prozesse, die von Anbietern rein endverbraucherorientierter Apps zuvorderst priorisiert werden: Komfort-Lichtszenen, Zentral-Aus-Funktionen des Stroms, Fernbedienungsfunktionen von mietereigener Hardware usw.

Attraktiv werden solche Einführungsprozesse für Mieter erst dann, wenn konkrete Profite auch für diese Mietparteien selbst sichtbar werden: Einsparung von warmen Betriebskosten durch selbstlernende Algorithmen einzelner Raumregelungen, die kostengünstig und als „ALFA“-orientierte low invest-Lösung gleich mit implementiert werden. Andere digitale Einsparhelfer können gleich mit kommuniziert werrden, um den Einstieg in die digitale Welt gleich mit weiteren Profiten zu untersetzen: Prädiktive Lastkurven etwa oder Smart-Meter-Gateway-Lösungen. Gleichzeitig unterstützt dies den Klimawandel durch Teilhabe an aktiven Senkungsprozessen. Auch dies ist ein zunehmend wichtiger Interessenspunkt für Mieter, aber auch für die Politik, die den Klimazielen ja weit hinterher hinkt und Unterstützung aus der Wohnungswirtschaft sicherlich gebrauchen kann.

Unattraktiv ist nur eins: Das zentrale Oberthema aller endverbraucherorientierten App-Lösungen, die Jalousie-Steuerung. Immer wieder ein Brüller auf allen Fachveranstaltungen der Wohnungswirtschaft, wenn die Vortragenden der App-Hersteller plötzlich erkennen müssen, dass es „das“ zentrale Thema aus dem Markt der EFH/DHH in der Wohnungswirtschaft schlicht gar nicht gibt: Jalousien! Thema verfehlt!

Ergo: konzentrieren wir uns auf die lohnenden Grundlagen zur zentralen App-Gestaltung! Holen wir die Mieter da ab, wo sie stehen und bilden wir deren Interesse mit ab. Holen wir die Mieter mit ins Boot und reflektieren deren vorrangiges Interesse: Teilhabe!

Digitale Transformation auf der Light+Building 2018: green with IT präsentiert bus-basierte CO2-Senkungsstrategien

green with IT präsentierte auf der light & building 2018

Die Digitale Transformation erfasst und verändert auch die Gebäudeautomation und das Gebäudemanagement. Die Kommunikation zwischen Geräten und Systemen war schon bisher ein zentrales Element intelligenter Gebäude. Das Internet of Things (IoT) hebt jetzt die Möglichkeiten der Vernetzung auf eine neue Ebene. Zwingende Voraussetzung dafür ist Interoperabilität, welche ein entscheidenden Faktor dafür sein wird, die Potenziale überhaupt nutzen zu können. Mit dem IoT und anderen Entwicklungen können neben den traditionellen Anwendungen für das Management von Gebäuden neue, zukunftsweisende Lösungen entwickelt werden, welche Gebäude-, Energie-, IT-, Übertragungs- und Industriesysteme verbinden. green with IT war auf dem Marktplatz mit einer zentralen Präsentation vertreten.

Diese Interoperabilität demonstrierte das Netzwerk green with IT anhand konkreter Pilotierungs- und Demonstrationsergebnisse aus Wohnungswirtschafts- und Gewerbeprojekten.

Zum Vortrag green-with-it

Zum Live-Vortragsfilm

Gebäudeautomation und Leittechnik sind im Umbruch. IoT-getriebene Angebote treten neben die traditionellen Lösungen. Wo früher die offene Vernetzung innerhalb der Gebäudeautomation die Investitionssicherheit maximierte, dort werden heute Kostensenkungspotenziale und neue Synergien zwischen den Gebäude-, Energie-, IT-, Übertragungs- und Industriesystemen angeboten.

Im Vordergrund des Vortrages standen konkrete CO2-Senkungspotenziale aus busgesteuerten Anwendungen in Wohnungsunternehmen und Gewerbegebieten. Im ersten Vortragsteil wurden durch den Referenten Jörg Lorenz CO2-Senkungsraten ausgewiesen, die mittels

– selbstlernender Algorithmen in Einzelräumen
– prädilktiver Lastkurven und
– erster Smart Meter Gateway-Anwendungen in Privathaushalten

eingefahren worden waren.

Zum Zukunftsthema „Building Infomation Modelling“ (BIM) erläuterte Erik Vetter von der FH Potsdam als Ko-Referent erste Praxisbeispiele der Verknüpfung der neuen „IFC“-Welten mit der klassischen Gebäudeautomation. Bei aller Technik wurde aber auch klar, dass die Zielstellung „CO2-Senkungspotenziale“ nicht aus den Augen verloren wird: Gehirnschmalz vor Styropor lautet die Devise! So wurden konkrete Umsetzungsschritte mit ausgewiesenen „Return on Invest“-Ergebnissen im Detail erläutert und zur Nachahmung empfohlen.

 

BBU: Neue Informationen zur Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) hatte im Sommer 2017 auf die Neuregelungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung und des neuen Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG 2018) hingewiesen. Hierzu hatte der GdW ein Rundschreiben vom 23. Juni 2017 veröffentlicht, das den Mitgliedsunternehmen zugänglich gemacht wurde.

Der GdW hat zu den Neuregelungen am 16. Januar 2018 einen Workshop mit Experten abgehalten und die wesentlichen Ergebnisse in einem aktuellen Rundschreiben vom 6. Februar 2018 zusammengefasst und erste Handlungsempfehlungen für die Wohnungsunternehmen gegeben.

Neu ist, dass der Verantwortliche, also die Unternehmensleitung (Vorstand/Geschäftsführung) für die Einhaltung der Anforderungen der DS-GVO verantwortlich ist und deren Einhaltung nachweisen können muss (Rechenschaftspflicht, Beweislastumkehr). Als erste Schritte werden im Rundschreiben genannt:

  • Bestellung eines Datenschutzbeauftragten und eines Vertreters sowie bei externen Datenschutzbeauftragten eines internen Ansprechpartners
  • Erarbeitung eines Verzeichnisses der Verarbeitungstätigkeiten
  • Erstellung und Bereitstellung von Informationshinweisen zur Datenerhebung
  • Mitarbeiterschulung
  • Anpassung der Verträge mit Unternehmen, die in Ihrem Auftrag Daten verarbeiten (Auftragsverarbeiter)
  • Anpassung der Verpflichtung auf Datengeheimnis
  • Überprüfung und Anpassung der Webseite (Datenschutzerklärung, Impressum)
  • Erstellung von notwendigen Dokumentationen, wie z. B.: IT-Infrastrukturübersicht, Backupkonzept, Notfallplan, –
  • Passwortrichtlinie und Umgang mit Passwörtern, Archivierungs- bzw. Löschkonzept, Richtlinien und .
  • Arbeitsanweisungen etc. und die Vornahme der entsprechenden technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOMs)

Im Rundschreiben sind weitere Einzelheiten zu diesen Punkten ausgeführt. Der GdW stellt außerdem verschiedene Muster als Anlagen zur Verfügung, u.a. für einen Teil eines Verfahrensverzeichnisses, einen Fragebogen für Mietinteressenten, ein Informationsblatt für Mietinteressenten sowie SCHUFA-Hinweise zu Mietanträgen und SCHUFA-Informationen und eine Verpflichtung auf die Vertraulichkeit.

Sämtliche Anlagen dienen als erste Orientierung und werden weiter abgestimmt. Sie müssen auf die Besonderheiten im jeweiligen Unternehmen angepasst werden.

2018-02-06_gdw_rs_datenschutzgrundverordnung_-_informationen_ueber_erste

anlage_1_gdw-musterwohnmandant_wohnungsvergabeinteressentenverwaltung

anlage_2_fragebogen_fuer_mietinteressenten

anlage_3_informationsblatt_mietinteressenten

GDD-Praxishilfe_DS-GVO_5

2018-03-14_AH_83__Datenschutzgrundverordnung

Grundlagenveranstaltung des BBU zum Thema „DGSVO in der Wohnungswirtschaft“

BBU-Verbandskonferenz „Datenschutz-Grundverordnung – neue Pflichten für die Wohnungsunternehmen“ am 13. Februar 2018

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) hat am 13. Februar 2018 eine mit 200 Personen sehr gut besuchte Verbandskonferenz zum für alle Mitgliedsunternehmen sehr wichtigen Thema der Auswirkungen der neuen Datenschutz-Grundverordnung, die ab dem 25. Mai 2018 gilt, abgehalten.

Zu Beginn der Verbandskonferenz wies BBU-Vorstand Maren Kern zunächst auf die Bedeutung der neuen Regelungen als vielfach „ungeliebtes Kind“ der Betroffenen hin. BBU-Rechtsanwältin Carin Müller gab einen Überblick über das Gesetzgebungs- und Verordnungsverfahren der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und des Bundesdatenschutz-gesetzes (BDSG) und machte deutlich, dass das neue EU-Datenschutzrecht sich an dem Modell des Bundesdeutschen Datenschutzgesetzes orientiert und damit viele Regelungen übernommen wurden, die den Mitgliedsunternehmen bereits bekannt sind. Weiter wies sie auf die wichtigen Vorschriften über Haftung und auf die Bußgeldvorschriften hin. Die Bußgelder werden mit der neuen Verordnung erheblich angehoben, wenn derartige Verstöße festgestellt werden können.

Anschließend stellte ein Mitarbeiter der DOMUS Consult, als externe Datenschutzbeauftragte auch vieler Mitgliedsunternehmen, die neue Stellung des Datenschutzbeauftragten dar. Deutlich wurde, dass zunächst vieles gleich geblieben ist, etwa die Bestellpflicht erst ab zehn Mitarbeitern (§ 38 BDSG neu) und auch die Anforderung an die berufliche Qualifikation und das Fachwissen und darüber hinaus aber neue Aufgaben, wie die Überwachung der Datenschutzvorschriften, der Datenschutzstrategien und der Sensibilisierung der Verantwortlichen und ggf. die Zusammenarbeit mit der Aufsichtsbehörde hinzugekommen sind.

Die Mitgliedsunternehmen müssen ab dem 25. Mai 2018 die von ihnen bestellten Datenschutzbeauftragten den Aufsichtsbehörden benennen. Batras wies darauf hin, dass Nennungen vor dem 25. Mai 2018 nicht berücksichtigt werden. Danach zeigte er die wichtigsten Nachweispflichten, die Implementierung von Informationspflichten, Betroffenenrechte und Löschkonzepte und die notwendigen Anpassungen der Auftragsdatenverarbeitungsverträge auf. Intensiv ging er auch auf die Frage der Notwendigkeit einer Datenschutzfolgenabschätzung ein. Er schilderte auch das notwendige Vorgehen bei festzustellenden Datenpannen und die Notwendigkeit der Anpassung der IT-Sicherheit.

Im Anschluss trug Rechtsanwältin Patricia Will, Arbeitgeberverband Düsseldorf (AGV), zum Beschäftigtendatenschutz nach der DSGVO und dem BDSG vor. Sie machte deutlich, dass die neuen Regelungen des § 26 BDSG 2018 aufgrund der Öffnungsklausel des Artikel 88 DSGVO ähnliche Regelungen enthielt, wie sie bisher in § 32 des alten BDSG enthalten waren. Sie erklärte, dass die Mitgliedsunternehmen, wie auch bisher, aufgrund der vertraglichen Notwendigkeit, Mitarbeiterdaten speichern und verarbeiten dürfen. Sie wies darauf hin, dass die Notwendigkeit besteht, vorhandene Betriebsvereinbarungen und Einwilligungen, insbesondere auf die notwendige Zweckbindung der Datenerhebung zu überprüfen.

Abschließend stellten Jörg Wollenberg und Annika Reichelt (bbg BERLINER BAUGENOSSENSCHAFT eG) und Stephan Greiner-Petter (Rheinsberger Wohnungsgesellschaft m.b.H.) ihre Herangehensweisen in der Praxis des Wohnungsunternehmens an die Herausforderung der Datenschutz-Grundverordnung dar. Es wurde deutlich, dass beide Unternehmen es für sinnvoll hielten, einen externen Datenschutzbeauftragten, im Hinblick auf die Komplexität der Anforderungen, zu beauftragen.

Eine Publikumsfrage richtete sich auf den Einbindungsprozess Dritter, sprich IT-Dienstleistern mit Zugang bzw. Generierung personenbezogener Daten: Hier stehen HKV-Dienstleister im Fokus, denen nach Art 28 DGSVO nun die Pflichten des Wohnungsunternehmens aufzubürden ist: HKV-Daten sind personenbezogen. Jeder Mieter hat das Recht, die DGSVO-Konformität seiner Daten (hier: warme Betriebskosten Heizung)  beim Wohnungsunternehmen abzufragen. Von dort muss auch die Beantwortung kommen. Das Wohnungsunternehmen ist klug beraten, diesen Dienstleister nach Art 31 DGSVO mit seinen Zertifikaten und Garantien einzubinden.

Kern machte in ihrem Schlusswort deutlich, dass die Vorträge einen guten Überblick über die notwendigen zu beachtenden Vorschriften und die Schritte, die die Mitgliedsunternehmen unternehmen müssen, gebracht hätten und der BBU ggf. im Laufe des Jahres eine Folgeveranstaltung durchführen wird.

1_ueberblick_gesetzgebungs-und_vo-verfahren_mueller-1

2_datenschutzbeauftragte_batras

3_dsgvo-compliance_batras

4_beschaeftigtendatenschutz_will

01.03.2018 IHK Berlin: Wärmewende-Veranstaltung zu Energieeffizienz-Erfolgen made by IoT

Durch Energieeffizienz zum Smarten Quartier war das Motto der Veranstaltung, Erfolgsbeispiele aus der Wohnungs- und Gewerbewirtschaft waren der Inhalt, Unterstützung Berliner CO2-Ziele sind das nachhaltige Thema. Welcher Gewinn entsteht auch für die Endnutzer aus der Verbindung von Energieeffizienz und digitalen Werkzeugen aus dem „Internet of Things“? Wie genau lassen sich Stadtrenditen rechnen, welchen Beitrag kann die Heizenergie zur Verbesserung der Klimabilanz in validen Tonnagen leisten?

Das Beste vorweg: Die konstruktive Debatte um die CO2-Ziele Berlins war durch die Grundlagen-Vorträge  so inhaltsreich vorbereitet, dass das Gesamtplenum trotz vorweg diskussionsbedingter Zeitüberschreitung und trotz lockendem Buffets kein Ende finden wollte. Dank an die IHK! Ein privater Veranstalter hätte sicherlich eher auf ein pünktliches Ende gedrängt. Doch IHK und der flexible Caterer Penndorf machten es den Teilnehmern möglich, die Gunst der Stunde zu nutzen und sehr tief ins Detail der Wärmewende einzusteigen; speziell zu den noch ungehobenen Potenzialen und daraus folgernden Empfehlungen der konkreten Umsetzungsschritte zur Hebung dieser Potenziale.

Die letzte umfassende Diskussion zu diesem Thema hatte am 10.10.2017 die Heinrich-Böll-Stiftung organisiert. Die Veranstaltung knüpfte daran inhaltlich an, doch waren die Grundlagen in den Themeneinstieg differenzierter aufgestellt. Die Plenumsdiskussion wurde von Vertretern aller Landesbeteiligten aus Wirtschaft, Politik aus Bezirk, Land und Bund, Wissenschaft, Kammern, Verbänden, Energieversorgern,- verteilern, IT-Dienstleistern, Consultern, Projektanten zusammen mit Bürgervertretern, Gewerbe- und Wohnungswirtschaft geführt.

Doch der Reihe nach: Auf der Suche nach Synergien und quergedachten Lösungen legte die Veranstaltung Berlin: Wärmewende gemeinsam mit dem Netzwerk green with IT, Berlin Partner und der IHK den Fokus auf neue Geschäftsmodelle der digitalen Transformation.

Dr. Jens Homann von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe skizzierte eingangs die Entstehung, Förderung und Einbettung des Netzwerks „green with IT“ in die Clusterlandschaft; stellte die Schwerpunkte und Ziele der Förderung vor und gab seiner Erwartung auf konkrete Umsetzungsergebnisse Ausdruck.

Der Vortrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutzwende_Berlin konnte krankheitsbedingt nicht, wie geplant, von den Referenten Michael Färber und Dr. Elisa Dunkelberg gehalten werden. Da dies aber ein wichtiger inhaltlicher Schlüssel zum Veranstaltungsthema war, konnte der Vortrag nach interner Abstimmung zitatweise präsentiert werden.

Valide Stadtrenditen waren das Thema von Jörg Lorenz, Manager des Netzwerks green with IT. Wie können Bürger bei der Umsetzung der Klimaziele einbezogen werden? Wie können valide Erfolge gesellschaftlich geteilt und wie kann das Gefühl des „Wir-machen-alle-mit“ vermittelt werden? Hier galt es zunächst, die neuen Technologien, die Disruptivität der Ansätze, die Pilotprojekte, ihre Beteiligten und deren validen Ergebnisse vorzustellen. Erkennbar wurde hier: Dies sind völlig neue Umsetzungswege, in der Region erforscht und geboren, erstmals im Kontext ausprobiert. Ergänzendes Highlight: Erfolge des Programmierens von Wasser!

Dr. Christina Quensel, GF der BBB Management GmbH Campus Buch, gab – als Pilotprojekt-Teilnehmerin des Netzwerks –  einen Einblick in die validen ersten Ergebnisse der 30%igen Heizwärme-Volumenstromreduzierung durch den Einsatz selbstlernender Algorithmen; beginnend in Einzelräumen und hochskaliert auf ein großes Quartier. Ergänzend dazu sind weitere drastische Reduzierungen durch den Einsatz prädiktiver Lastkurven und konsequentes bidirektionales Quartiersmanagement bilanzierbar. Reduzierte Anschlusswerte sind valide Beiträge zur Energievermeidung.

Dieses Beispiel aus einem Gewerbequartier nahm Daniel Schulz, Vorstand der ABG Paradies eG. aus Berlin-Bohnsdorf, nun unter geänderten Bezügen eines Wohnquartiers auf. Die Geräteeinführung im Kontext der selbstlernenden Algorithmen haben selbst der ältesten Mieterin mit 102 Lebensjahren keine Probleme bereitet; in der Mieterschaft des pilotierten Quartiers herrscht eine positive Grundstimmung. Kunststück: sind doch sinkende „warme Betriebskosten“ der winkende finanzielle Erfolg. Doch darüber hinaus berichtete Schulz über ein zukunftsweisendes Smart-Meter-Gateway-Projekt in seinem Quartier, welches nun in die zweite Umsetzungsstufe geht: die sichere Mieter-Identität als Basis aller IT-gestützten Maßnahmen der Energieeffizienz, speziell der Energievermeidung.

Dr. Carsten Krüger, GF der Vattenfall Europe Netcom GmbH, nahm diesen Themenfaden auf und vertiefte die Umsetzung dieses noch „ungeregelten“ Marktsegments in Form eines sicheren „Speditionsnetzes“ unter Einbindung neuester Glasfaser-Technologie im Wohnquartier.

Zentrales Hemmnis IT-geführter Energieeffizienz-Prozesse ist die ungelöste Sicherheitsfrage; die Furcht vor Datenklau, Identitätsdiebstahl und Konsequenzen persönlicher Angriffe aus der Cloud. Dr. Lutz Martiny, Leiter des Kompetenzfeldes „Security“ im Netzwerk, nahm die Analogien zum „Grundschutz“ des BSI als Grundlage zur Sicherstellung einer solchen „sicheren Identität“ und skizzierte den Weg dorthin. Die Basis ist die TR 03109, deren Richtlinien analog für bürgernahe Prozesse übernommen werden können. In Addition mit dem „sicheren Speditionsnetz“ können Alternativen zu unsicheren amerikanischen Serverlösungen umgesetzt werden.

Die Vorträge wurden ergänzt durch eine zentrale Information des EEN-Büros von Berlin-Partner. Katarzyna Grajner informierte umfassend über Fördergrundlagen und Szenarios in die Projektumsetzung auf Basis europäischer h2020-Programme sowie diverser nationaler Programminitiativen der Bundesministerien und der Länder.

Energie und IT initiieren mehr valide Effizienzerfolge und Standortstärken als vermutet. Immer mehr erkennbare neue Geschäftsmodelle werden in der Hauptstadtregion erfolgreich getestet und bringen validen Nutzen für Endverbraucher, aber auch für Energielieferanten und -verteiler. Neue Schlagworte entstehen in der digitalen Transformation entlang der Verschmelzung von Energie und IT: Mobile App´s für Mieter, selbstlernende Algorithmen in Einzelräumen, Energy Harvesting Prozesse, prädiktive Lastkurven, 5G-Anwendungen der Heizverbrauchstransparenz, zertifizierte Quartierlösungen, telemetrische Speditionsnetze, work@home und die Umsetzung von frühen Smart Meter Gateway-Projekten auch unterhalb der 6000 kWh-Grenze. In Berlin entstehen erkennbare  Geschäftsmodelle in konkreten Pilotanwendungen sowie „Crossover”-Alleinstellungsmerkmale der  Hauptstadtregion mit Exportqualität.

Noch spannender wird der Blick auf sichere und nach Datenschutzrichtlinien zertifizierte Anwendungen. Digitalisierung und Vernetzung bringen neue Quartierlösungen hervor, die selbst in gut bewirtschafteten Beständen noch große Effizienzen heben und so valide CO2-Senkungsraten ausweisen.

Doch wie profitiert unsere Region davon? Die Konferenz hatte IT-geführte Senkungspotenziale im Bereich der größten Stellschraube unserer Energiebilanz präsentiert: der Heizenergie! Gehirnschmalz vor Styropor lautet die Devise. Valide Pilotierungsergebnisse offenbaren erstaunliche Senkungspotenziale in Gewerbe- und Wohnobjekten und wurden direkt von den Betreibern der Wohngebiete und Campusse berichtet; Return-On-Invest-Aussichten inklusive.

So durch mutmachende Pilotierungsergebnisse angeregt, fanden sich zügig Querschnitts-Themen über alle vordergründigen Interessen der anwesenden Marktteilnehmer. Die Moderation übernahm Prof. Dr. Dieter Flämig von INFRANEU, der zunächst die COP 21-Ziele auf die Ziele COP 21 Berlin übersetzte: Allen bisher jährlich geernteten CO2-Einspartonnagen darf getrost eine „Null“ als Zukunftsanspruch hinten angefügt werden oder: alle bisherigen Anstrengungen aller Marktteilnehmer haben nur bei sehr wohlwollender Betrachtungsweise gerade 10% der CO2-Einspartonnagen erbracht, die Berlin nun völkerrechtlich (anteilig)abzuliefern verpflichtet ist.

Hier die Kernthesen des Dialogs, der von Allen als zu kurz und dringend fortzuführen empfunden wurde:

  • Energievermeidung: ein Begriff, der die allgemeine „Energieeffizienz“ dahingehend präzisiert, dass Förder- und Handlungsziele der Vermeidung von Energieproduktion unterstehen und die Reduzierung bestehender Absatzplanungen der Energieproduzenten bedeuten. Nicht konfrontativ, sondern im gesellschaftlichen Kontext soll dies angegangen werden: Tiefen-Geothermie und Wärmepump-Konzepte im GW-Bereich  müssen grundlegend überdacht und an die Genehmigungspraxis des Wasserrechts angepasst, transparentes energetisches Quartiermanagement, speziell Primärkreisläufe dem Kunden transparent eröffnet werden, ferner: Heizverbrauchs-Transparenz per Mieter-App, Einbezug von Wetterprognosen bei der Regleransteuerung (prädiktive Lastkurven), neue Geschäftsmodelle auf der Basis Smart-Meter-gesteuerter Quartierskonzepte
  • Einbezug von Mietern in Handlungs- und Aktionsfelder zum eigenbestimmten Beitrag der CO2-Reduzierung fördert gesellschaftlichen Konsens. Berlin ist eine Mieterstadt.
  • Eröffnung sinkender warmer Betriebskosten sind ein Eingangstor zu mehr Bürgerverständnis über den Punkt „Partizipation“. Die green-with-IT-Pilotierungsergebnisse sind speziell im sozio-ökonomischen Bereich weiter zu entwickeln und weitere Fachexperten in die Quartiersumsetzung einzubinden
  • Warmwasser-Speicher in Wohngebieten sind unerschlossene Optioen sofortiger großer CO2-Bilanzsenkungen. Die AG 8 des WINDNODE-Projektes ist eine Handlungsfeld zur langfristigen Umsetzung
  • Sichere Bürger-Identitäten fördern als Basis konkreter Energieeffizienz-Anwendungen die gesellschaftliche Akzeptanz auch für andere bügernahe Themenfelder: Sicherheit, AAL, ehealth, Termin- und Kalenderservices in der Wohnumgebung, Dialogkopplung mit Vermietern

All dies sind konkrete zusätzliche Handlungsoptionen speziell der Wärmewende, die hier zunächst vorgestellt wurden und in die allgemeine Diskussion zur Unterstützung der Klimaschutz-Aktivitäten einfließen sollen.

Klar war, dass diese Ergebnisse den Stand der Diskussionen ergänzen und bereichern, nicht ersetzen sollen. Hier sei neben den wissenschaftlichen Grundlagenergebnissen der Institute vorrangig die Dialogforen der Stadt erwähnt. Neben dem eingangs erwähnten Forum der Heinrich-Böll-Stiftung betrifft dies auch die Berliner „Initiative für die Wärmewende“ mit den wichtigen Playern BBU, Kammern und Verbänden sowie den Begleitkreis Kohleausstieg.

Prof. Flämig präsentierte abschließend ein Beispiel unausgeschöpfter Potenziale aus dem (benachbarten) Verkehrsbereich, hier: Wechselbatterie-Konzepte für Busflotten und deren valide Ergebnisse aus dem Einsatz in Peking. Damit skizzierte Prof. Flämig die enge Verzahnung der aktuellen Energieeffizienz-Oberthemen aus Verkehr und Mobilität und führte diese wieder zurück zum Veranstaltungsthema: Speicherkapazitäten für Wohngebiete, kombinierte Ladekonzepte mit E-Mobilitätspraktiken für Mieter usw.

In diesem thematischen Zusammenhang  hatte Prof. Dr. Bernd Hirschl, Forschungsfeldleiter und Themenkoordinator „Klima und Energie“ am IÖW, in einem Forumsbeitrag der Heinrich-Böll-Stiftung zum politisch verantwortungsvollen Dialog mit den politischen Entscheidern aufgerufen: „Machen Sie Ihren Abgeordneten klar, dass das so schnell wie möglich passieren muss.“ Die vielen Maßnahmen im BEK machen dabei eine Priorisierung erforderlich. Er empfahl: „Fangen Sie sowohl mit Gewinnerthemen an als auch mit den Zielkonflikten.“ Gewinnerthemen sorgen für Akzeptanz, die Lösung von Zielkonflikten ist zeitintensiv und muss deshalb rasch begonnen werden.

Zum Thema Nachhaltigkeit der Veranstaltung:

green with IT, INFRANEU und weitere Verbände haben die Initiative „COP 21 Berlin“ ins Leben gerufen. Unter diesem Dach soll der Dialog des Tages weiter geführt, die begonnenen Thesen breit abgestimmt werden. Dies erfolgt nun zügig im Dialog mit allen Veranstaltungsteilnehmern über Queries und auch über konkrete Projektbeteiligungen. Mit Hilfe des EEN-Büros werden die Projektgrundlagen breit kommuniziert und in konkrete Umsetzungs-Vorhaben gebracht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

green with IT -Veranstaltung am 15.01.2018 im Energieforum West – IoT: Praxisumsetzungen der digitalen Transformation in der Wohnungswirtschaft

Rückmeldung zum Energieforum West

In der Vergangenheit etablierte sich das Energieforum West zum Leit-Kongress der Wohnungswirtschaft rund um Energieeffizienz und Energieerzeugung. Am 15. und 16. Januar 2018 kamen erneut hochkarätige Akteure und Praktiker unterschiedlicher Fachrichtungen für den interdisziplinären Austausch zusammen. Ziel war es, Wissen aus ersten Umsetzungen zu transferieren, innovative Ideen zu entwickeln und zukunftsweisende Geschäftskonzepte voranzutreiben.  

Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Handwerk, Energiedienstleister, Wissenschaft und Forschung, Verbände und Politik – sie alle beschäftigt die Energiewende. Sie erarbeiten neue Konzepte, machen eigene Erfahrungen und haben zukunftsweisende Ideen. Gleichzeitig bleiben diese Entwicklungen im Verborgenen der eigenen Branche oder aber stoßen an Grenzen. Das Energieforum West dient als Plattform für den Dialog über den Tellerrand der eigenen Materie hinweg.

Am 15. und 16. Januar 2018 waren in der Philharmonie Essen erneut zahlreiche Partner am Kongress beteiligt, veranstalteten dort eigenständig Workshops, Podiumsdiskussionen und luden zu Vorträgen ein. Zu den Mitveranstaltern zählte auch unser Netzwerk „green with IT“ mit einem Forumsbeitrag am 15.01.2018:

„IoT: Praxisumsetzungen der digitalen Transformation in der Wohnungswirtschaft“

Green Wohnen 4.0 und wer soll es bezahlen? 

Dr. Axel Viehweger, Vorstand des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften eröffnete mit einer Keynote zum o.g.Thema die Veranstaltung.

Im schnellen Pecha-Kucha-Format folgten Berichte über erfolgreiche Einführungen digitaler energieverknüpfter Prozesse in die Wohnungswirtschaft und deren Umsetzungen mit exakten Kosten-Leistungsdarstellungen.

So präsentierte Peter Ley, Geschäftsführer der GWG Service GmbH Kassel, eine IT-geführte Eigenentwicklung zur Reduzierung der warmen Betriebskosten: indiControl®

Referat_2_Peter_Ley_Energieeffizienz_Einrohr_Heizungssysteme_im_Bestand_indiControl

Hierzu präsentierte Peter Ley einen Kurzfilm mit technisch-wirtschaftlichen Details.

Jörg Bachmann von der VE Netcom Berlin (Leiter unseres Kompetenzfeldes „Datenmanagement“) erläuterte anschließend das sofort verfügbare sichere Kommunikationsnetz und dessen Nutzen für die Wohnungswirtschaft, speziell auch zu den Themen „Bidirektionales Energiemanagement“ und „sichere Mieterdaten“:

Referat 3_Jörg Bachmann_VE_Netcom_Sicheres_Datenmanagement_WoWi

Wo stehen wir auf dem Weg zu einer attraktiven Mieter-App mitsamt Abbildung aller WoWi-Prozesse? Jörg Hofmann von der BSC Computer GmbH (Leiter unseres Kompetenzfeldes 4 „API´s und App´s) wies sofort umsetzbare Wege zur Projektierung solcher Vorhaben:

Referat_4_Jörg_Hofmann BSC Computer_Auf_dem_Weg_zur_Mieter_App

Das alles umklammernde Thema „Datenschutz und Datensicherheit“ wurde zum Abschluss der Vorträge ausführlich von Dr. Lutz Martiny, Leiter des Kompetenzfeldes „Security“ auf die Wohnungswirtschafts-Branche bezogen und die aktuellen Handlungsdetails aufgelistet:

Referat 5_Dr._Martiny_Datenschutz und Datensicherheit – rechtliche Rahmenbedingungen

Veranstaltungsflyer

Diese und weitere Beispiele bildeten den Stoff für eine intensive Teilnehmerdiskussion. Im Ergebnis wurden gemeinsam die Schwerpunkte, Prioritäten und Finanzierbarkeiten von digital gestützten Prozessen mit dem Schwerpunkt „Energieeffizienz“ gefiltert. Auf Basis der Ergebnisse  wurde eine Initiative zur Einwerbung von Fördermitteln für eine umfassende Erstumsetzung sicherer App´s in Wohngebieten vorgestellt, die kurzfristig zusammen mit mehreren Landesverbänden des GdW weiter verfolgt werden soll.

Ziel wird es sein, fünf bis sechs Wohnungsunternehmen in einer Projektgemeinschaft einzubinden und ein gemeinsames Template zu entwickeln, welches in allen Wohngebieten angewandt werden kann. Das Ergebnis soll dann offen für alle Wohnungsunternehmen sein.

Die Veranstaltung wurde moderiert von Dietmar Schickel. 70 Teilnehmer aus der Wohnungs und Energiewirtschaft, aus Politik, Kammern und Verbänden nahmen teil.

Veranstalter war das EBZ in Bochum und der VdW Rheinland-Westfalen in Düsseldorf. Unterstützt wurde der zweitägige Kongress vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, vom Deutschen Städtetag sowie vom Städte- und Gemeindebund NRW.

Rückmeldung zum Energieforum West

 

Klimawandel und Klimaresilienz, Lebenszykluskosten und -wert eines Gebäudes – EU Kommission lanciert erstes EU-weites Instrument zur Berichterstattung über die Nachhaltigkeitsleistung von Gebäuden

Die Europäische Kommission hat die Pilotphase für „Level(s)“ eingeleitet, einen neuen EU-Rahmen für nachhaltige Gebäude, der zum Wandel im Bausektor beitragen wird. Es ist das erste Instrument dieser Art, das zur Verwendung in ganz Europa entwickelt  wurde. Kommissar Karmenu Vella, zuständig für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei, erklärte: „Level(s) kann zur Entwicklung einer nachhaltig bebauten Umwelt in ganz Europa beitragen und den Übergang zur Kreislaufwirtschaft fördern. Wir lancieren diesen Rahmen für den Bausektor und demonstrieren damit die Führungsrolle Europas in der Welt. Dies ist ein bedeutender Schritt hin zu einem ressourceneffizienteren und wettbewerbsfähigeren Bausektor in Europa.“

“degewo Innovationspreis: Smart Up the City 2017” – 20 Teilnehmer präsentieren ihre Ideen – Die 5 Finalisten stehen fest

Beim ersten „degewo Innovationspreis: Smart Up the City 2017“ stehen die 5 Finalisten fest. Der Preis wird erstmals für anwendbare, digitale Technologien, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle rund um die Themen Immobilienmanagement, Energieversorgung, Gebäudeautomation, Mobilität und Kommunikation vergeben. 20 Bewerber wurden von degewo zum Pitch-Event ins Telefónica BASECAMP nach Berlin-Mitte eingeladen, 5 qualifizierten sich für die Endrunde.

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Studie: Smart-Home-Markt floriert

Laut einer Studie von eco und ADL werden sich Smart Home-Umsätze bis 2022 auf 4,3 Milliarden Euro verdreifacht haben. Der deutsche Smart Home-Markt wurde in sechs Segmente unterteilt. Durchschnittlich werden ihnen eine Wachstumsrate von bis zu 58 Prozent in den nächsten fünf Jahren vorhergesagt.

(Bild: eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.)

Anfang September 2017 wurde die Studie „Der deutsche Smart-Home-Markt 2017–2022. Zahlen und Fakten“ auf der IFA (Funkausstellung in Berlin) veröffentlicht. Die Studie wurde von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. und Arthur D. Little durchgeführt.

In den Marktsegmenten Energiemanagement mit 1,3 Milliarden Euro und Licht- und Fenstersteuerung mit 1,2 Milliarden Euro werden voraussichtlich die höchsten Umsätze erzielt. Insgesamt sechs Segmente untersucht die Studie – dazu gehören auch Sicherheit und Zugangskontrolle, Unterhaltung, Gesundheit und betreutes Wohnen sowie Haushaltsgeräte.

Bis 2022 werden sich Smart Home-Systeme von den aktuell zwei Millionen auch etwa acht Millionen deutsche Haushalte vervierfachen. Das wachsende und immer breiter werdende Angebot reicht vom Fenstersensor über digitale Sprachassistenten und Staubsaugerroboter bis hin zu intelligenten Spiegeln.

„Im Smart Home sind alle Geräte im und ums Haus vernetzt und interagieren intelligent“, sagt eco-Geschäftsführer Harald A. Summa. „Das Internet bildet dafür die Grundlage, denn es verbindet die Geräte miteinander und ermöglicht ihnen den Datenaustausch. Die Intelligenz hingegen entsteht durch die Analyse von Nutzungs- und die Kombination mit Kontextdaten zur Verbesserung der Funktionalität und Steigerung der Benutzerfreundlichkeit.“

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