Reife Früchte der Digitalisierung bei Fernwärme-Verträgen: Lieferanten investieren Grundlagen zur Einsparungen warmer Betriebskosten beim Fernwärme-Grundpreis

Viele Wohnungsunternehmen haben langfristige Abnahmeverträge für die Fernwärme mit einem einzigen, häufig ogliopolisch aufgestellten Anbieter vereinbart. Was aber ist zu tun, wenn sich sehr kurzfristig Chancen der Digitalisierung (z.B. Smart Meter in der HASt) auftun, die zu massiven Einsparungen führen können? Mögliche Einsparpotenziale können nun auf Basis erfolgender EU-Richtlinien wie EPBG (wird in einer überarbeiteten EnEV national umgesetzt) und EED erfolgen und mit konkreten Services wie die Zulieferung aktueller und transparenter Verbrauchsdaten des Primärenergie-Zählers untersetzt werden. Der Berliner Anbieter Vattenfall ist hier voraus gegangen: Auf Bassis neuer  Zähler-Investitionen in alle Hast aller Vattenfall-Wärme-Kunden können Bestandsverträge der Wohnungswirtschaft so zur Zufriedenheit beider Seiten nachverhandelt werden

Überall im Land nehmen viele Fernwärmelieferanten in ihrem jeweiligen Versorgungsgebiet eine Monopolstellung ein. Bestandshalter größerer Liegenschaften haben daher oft den Eindruck, dass ihnen vor Ort keine alternativen Versorgungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen und sie zwangsweise an diesen einen Versorger gebunden sind. Die Preisstellung, so der Glaube, sei aus Mangel an Wettbewerb quasi unumstößlich.

Erschwerend kommt hinzu, dass viele dieser Verträge langfristig über einen Zeitraum von in der Regel zehn Jahren festgeschrieben werden. Kommt es in dieser Zeit zu einem Eigentümerwechsel der Liegenschaft, wird mit der Immobilie auch der Langfristvertrag an den neuen Eigentümer „weitervererbt“. Was den Anbieter freut – er erhält mit der langen Laufzeit Planungs- und Investitionssicherheit für den Aufbau entsprechender Lieferkapazitäten –, kann für den neuen Eigentümer ärgerlich sein. Das gilt insbesondere dann, wenn die energetischen Eigenschaften der Liegenschaft durch Modernisierungsmaßnahmen, etwa eine gedämmte Fassade oder wärmeschutzverglaste Fenster, verbessert wurden. Die benötigte Anschlussleistung kann in diesen Fällen deutlich zurückgehen – die vertraglich fixierte Anschlussleistung hingegen bleibt noch auf lange Zeit bestehen, falls der Bestandsvertrag unangetastet bleibt.

Der Fernwärmelieferant möchte sein Netz in der Regel bestmöglich ausnutzen. Daher kann es auch im Interesse der Versorger sein, dass sie ihrem Kunden nur so viel Wärme liefern, wie dieser auch tatsächlich benötigt. Freiwerdende Kapazitäten, so die mögliche Überlegung des Anbieters, ließen sich dann nutzen, um neue Versorgungsgebiete zu erschließen, ohne dass hierfür in ein neues Kraftwerk investiert werden müsste.

Eine gute Grundlage für eine Nachverhandlung der Verträge – müsste man zumindest meinen. Und doch führt der Glaube an die Marktmacht des Versorgers allzu oft dazu, dass viele Bestandshalter nicht wagen, ihre Anschlussleistungen anzutasten. Folge dieses Irrglaubens ist, dass immense Einsparpotenziale ungenutzt bleiben.

Kommen wir zu den Grundlagen der Nachverhandlung: dem Fernwärmepreis und an welcher Stellschraube er neu justiert werden kann. Fernwärmepreise setzen sich in der Regel aus einem Arbeitspreis und einem Grundpreis zusammen. Der Arbeitspreis bezieht sich auf den tatsächlichen Verbrauch der Liegenschaft in der Abrechnungsperiode. Er ist dementsprechend variabel und wird in Euro je Kilowatt pro Stunde angegeben. Der Grundpreis hingegen richtet sich nach der Anschlussleistung der Liegenschaft, die in Kilowatt beziffert wird und für die Abrechnungsperiode fix vereinbart ist (Euro je Kilowatt). Der Versorger verpflichtet sich gegenüber dem Kunden, diese vertraglich vereinbarte maximale Anschlussleistung vorzuhalten. Stellt sich – z.B. durch die zugelieferten Daten eines tagesaktuell zugestellten Graphs des Primärkreislaufs – heraus, dass die vorgehaltene Anschlussleistung vor Jahren zu hoch kalkuliert wurde, kann ein aktives Betriebskostenmanagement genau hier ansetzen, auf den Versorger zuzugehen und im gemeinsamen Konsens die Lieferverträge anzupassen.

Zugegeben: Nicht immer zeigt sich der Anbieter sofort verhandlungsbereit. Es kann vorkommen, dass die Gegenseite zunächst kritisch reagiert, weil sie verständlicherweise sinkende Einnahmen befürchtet. Aus Gründen wie diesem kann es deshalb sinnvoll sein, einen Spezialisten auf den Fall anzusetzen, der – ausgerüstet mit dem entsprechendem technisch-wirtschaftlichen Know-how – dem Versorger auf gleicher Augenhöhe gegenübertritt und Lösungsvorschläge erarbeiteten kann.

Dokumentation der tatsächlichen Verbräuche

Auf Basis der neuen digitalen Primärkreislauf-Zähler kann eine angepasste technisch-wirtschaftliche Analyse der Liegenschaften sowie die genaue Dokumentation der tatsächlichen Verbräuche neu aufgestellt werden und wird so zur Basis konkreter Einsparungen über die Senkung der Anschluss-Werte. Auch eine neue,  IT-basierte, DIN-genormte Heizlastberechnungen liefert sinnvolle Argumente für eine Nachverhandlung der Verträge. Erst auf Basis dieser transparenten und vor allem realistischen Datengrundlage kann nach einer gemeinsamen Lösung gesucht werden, mit der sich später beide Seiten zufrieden zeigen können. Dem Eigentümer selbst stehen technische Möglichkeiten wie diese allerdings selten zur Verfügung. So kann der Eigentümer beispielsweise die nicht-öffentliche DIN-Normung zwar (für einen entsprechend hohen Preis) auch selbst erwerben. Das korrekte Lesen und Anwenden dieser Normung erforderte jedoch bisher ein hohes Maß an spezialisiertem Wissen. Ein Vorzeigen der letztjährigen Jahresrechnung zumindest war ja nun wirklich nicht zielführend, zumal Eigentümern und Hausverwaltungen die technischen Voraussetzungen fehlten, aus diesen Jahreswerten die notwendige Heizlast zu berechnen. Mit der Installation der neuen Zählergeneration in allen HASt ändert sich dies nun signifikant.

Insgesamt kann der gesamte Prozess, von der Erhebung erster Daten über das Führen der Gespräche bis hin zur Umsetzung der Leistungsreduzierung, innerhalb weniger Monate abgeschlossen werden.

Quelle: Seite 11 Ausgabe 2 Jahrgang 2018 „Wohnungswirtschaft heute“

EED-Gebäuderichtlinie der EU: Ergebnis der ersten Lesung 17.07.2018 veröffentlicht

Als Teil des Maßnahmenpakets „Saubere Energie für alle Europäer“ hatte die Europäische Kommission im November 2016 eine Überarbeitung der Energieeffizienzrichtlinie (EED) von 2012 vorgeschlagen. Ziel der Überarbeitung war es, die EED durch die Einführung eines verbindlichen Energieeffizienzziels von 30% für die Zeit bis 2030 anzupassen und das derzeitige Anforderungsniveau somit beizubehalten. Zudem schlug die Kommission vor, den Wortlaut teilweise zu vereinfachen, um die Umsetzung der Richtlinie auf einzelstaatlicher Ebene zu erleichtern.

Ende 2017 lag dann ein Kommissionsbericht zur Bewertung der Fortschritte bei der Umsetzung dieser geplanten Vereinfachungen vor.

Am 17.07.2018 wurde nun das Ergebnis der ersten Lesung als „Transnationales Verhandlungsergebnis“ vorgelegt. Eine Präzisierung, ja sogar Verschärfung der verbindlichen Richtlinien wurde eingefügt für den Fall, dass einzelne Staaten hier das geplante Zählerwesen unterlaufen wollen (aktuell nur in englich, Übersetzung folgt):

„In multiapartment and multipurpose buildings with a central heating or cooling source or supplied from district heating or cooling ystems, individual meters shall be installed to measure the consumption of heat or cooling or hot water for each building unit, where technically feasible and cost effective in terms of being proportionate in relation to the potential energy savings.
Where the use of individual meters is not technically feasible or where it is not cost – efficient to measure heating in each building unit, individual heat cost allocators shall be used to measure heat consumption at each radiator unless it is shown by the Member State in question that the installation of such heat cost allocators would not be cost efficient. In those cases, alternative cost – efficient methods of heat consumption measurement may be considered. The general criteria, methodologies and/or procedures to determine technical non – feasibility and non – cost effectiveness shall be clearly set out and published by each Member State.“

Der Gebäudebestand birgt ein großes, kosteneffizientes Energiesparpotenzial, das sowohl die EU als auch die nationale Politik unbedingt erschließen wollen. Zudem sollte die Digitalisierung im Energiesektor beschleunigt werden. Der Wert des Gebäuderenovierungsmarkts im Jahr 2030 wird auf 80-120 Milliarden EUR geschätzt. Um die Privatfinanzierung der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien im Sinne der EED-Richtlinienstruktur weiter auszubauen, wurden nun in einem ersten Schritt in Berlin der örtliche große Wärmeversorger Vattenfall Wärme schon vorauseilend aktiv:
Auch mit Blick auf die erkennbare Umsetzung der EPBD-Richtlinie wurde hier die Entscheidung getroffen, sämtliche Haus-Anschluss-Stationen großer Mehrfamilienhäuser mit einem Smart Meter zur Erfassung und Kommunikation von Primärenergie-Verbrauchsdaten auszustatten. Dies zu Lasten von Vattenfall.

Das Ergebnis ist ein eine reife, niedrig hängende Frucht digital erschlossener Energieeffizienz: Wärme-Bestandskunden können jetzt mit den neuen Grundlagen die vorhandenen Verträge auf das tatsächliche, nun erkennbare Mindestmaß (kW-Anschlusswert) reduzieren. Basisdatn dazu liefert das neue Transparenz-Datennetz aus den neu installierten Zählern. Somit wird das vorhandene Heiznetz des Lieferanten frei für neue Anschlüsse in neuen Quartieren. Neue Erzeugeranlagen müssen dafür nicht erstellt werden. Ist dies eine solide Finanzgrundlage zukunftssicherer Erzeuger-Anlagenplanung des Lieferanten? Hony soit qui mal y pense………

Ja, das ist es. Neue Quartiere können so auf Basis vorhandener Strukturen erschlossen werden; Neuinvestitionen in neue Heizkraftwerke zurück gestellt werden, bis tatsächlich das vorhandene Netz komplett ausgelastet ist. Solche betriebswirtschaftlichen Grundlagen sind nun wirklich keine Schelmerei, sondern bitter notwendige Grundlagen solider Zukunftsplanung zwecks wirtschaftlicher Netzauslastung.

Und eine neue Chance zusätzlich: neue digital gestützte Geschäftsmodelle für neue Dienste in Mieterquartieren.

2016-09-14 COP 21 Berlin: Workshop results facing EU and China

 

First english spoken conference COP 21 Berlin with Prof. Dieter Flämig as our keynote-speaker: the world climate summit in Paris 2015 (COP21) has agreed in final basics for the world wide compliance with the target of a maximum increase of  2 degrees celsius facing climate Cody Zeller Jersey
warming. China and US have signed now, Germany will follow in Nov 2016.

As defined by R. Dubos „Think globally, act locally!“ now every community must deliver its contribution to go for this target. The federal german state of Berlin has already defined „climate neutrality until 2050“ as an adjusted political aim and has shown new disruptive ways e.g. by the Enquete-Kommission „Neue Energie für Berlin“.

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Erster h2020-Antragsbeteiligung green with IT nimmt erste Hürde in Brüssel

Gute Neuigkeiten aus Brüssel: Der erste h2020-Antrag mit Beteiligung green with IT (INNOSUP-1-new mare) wurde für die erste Stufe bestätigt. Gern haben wir die excellente Bewertung zur Kenntnis genommen und sehen dies als Ansporn an, den Voll-Antrag nun so mit zu gestalten, dass auch in der zweiten Stufe die positive Dynamik unseres Antrages erhalten bleibt:

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Contra Teuerung bei Wärme und Strom – Sächsische Wohnungsgenossenschaften planen eigene Energieerzeugung

Der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) lud seine Mitglieder zum Thementag „Unabhängige Energieversorgung“ ins Wasserkraftwerk Mittweida ein. Seit Jahren bemühen sich die sächsischen Wohnungsgenossenschaften neben der Kaltmiete auch die sogenannte „2. Miete“, die warmen und kalten Betriebskosten, in Grenzen zu halten. Fast 90 Prozent aller Gebäude sind energetisch saniert. Diese Modernisierungsmaßnahmen und die Verbesserung der Anlagentechnik zur Warmwasseraufbereitung und zur Beheizung wirken sich insgesamt positiv auf den Verbrauch aus.

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Energieefizienz: Die Welt schaut in Berlin auf Smart Options

Nun hat die “METROPOLITAN SOLUTIONS” als Kongress mit Messe-Fortsatz erstmals in Berlin stattgefunden und war sofort Magnet für Bürgermeister, Planer, Strategen und Städteplaner. Thomas Rilke, Leiter der ehemals in Hannover angesiedelten Veranstaltung, hatte vorab eine zunächst sehr kräftig anmutende Duftmarke gesetzt: “Wir wollen die weltweit größte und bedeutendste Smart City Konferenz der Welt werden und Energieefizienz wird der Motor”.

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horizon 2020 Vorstellung green-with-it-Antragsziele bei der EU-Kommission in Brüssel

Am 29.04.2015 hat green with IT seine langfristigen Antragsziele im Rahmen eines Projekt-Workshops bei der EU-Kommission in Brüssel vorgestellt. Berlin Partner hatte eingeladen und wichtige Fachleute aus der Kommission kamen in die Brüsseler Berlin-Depandance am Place Ambiorix. Eingebettet in die Themenkreise der Energieeffizienz, Smart Home und erneuerbare Energien, konnte unser Netzwerk die Fahrpläne für einen eigenen horizon 2020 – Antrag  umfassend erörtern und Entscheidungsgrundlagen ausführlich mir erfahrenen Profis diskutieren.

Projekt gering investiv: 20% Wärmeenergie einsparen mit Energy Harvesting Technologie

30.04.2015

Inhalte eines Jerrell Freeman Jersey
horizon 2020-Vorhabens “myflat collect” mit 15 Wohnungsunternehmen in Brüssel vorgestellt

Unabhängige Studien belegen, dass durch eine verbrauchsabhängig gesteuerte Wärmeverteilung deutliche Energieeinsparungen ohne Komforteinbußen möglich sind. Gerade im Bestand macht aber der Installations- und Wartungsaufwand von Gebäudeautomation oder „Smart Home“-Produkten die Installation solcher Systeme oft unwirtschaftlich. Eine Neuentwicklung zur nutzungsabhängigen Temperaturregelung von Einzelräumen ebnet jetzt auch in solchen Objekten den Weg für effizienzsteigernde Automation: Die EnOcean-basierte  Einzelraumregelung „en:key“ kommuniziert per Funk – und bezieht den Strom dafür komplett aus Licht oder Wärme der Installationsumgebung, ist also in jeder Hinsicht autark; ohne Stromnetz und ohne Batterieversorgung.

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BMWI: Staatssekretärin Zypries sieht Vertrauensbasis für Smart-Home-Produkte dank Zertifizierungssystem

Offenbach, 26.3.2015. Erstmals demonstrierten Experten beim heutigen “Plugfest” in Offenbach/Main live ein neues Prüfsystem zum Nachweis, dass vernetzte Smarthome-Produkte einwandfrei zusammenspielen. Das Prüfsystem wurde Authentic Byron Jones Jersey
im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungsprojekts “Zertifizierungsprogramm Smart Home + Building” unter Federführung des VDE-Verbands entwickelt und kann Hersteller auch in der Qualitätssicherung unterstützen.

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