Keine Identitätsnutzung der Mieter: die BSI-konforme Antwort auf Google, Facebook & Co

Rauchmelder oder gar fahrende Autos werden schon von außen bedient? Spätestens, seit ein US-amerikanischer „Internetriese“ durch Zukauf eines kleinen Herstellers in den Smart home-Markt drängt, ist der Schutz der darüber zur Verfügung stehenden Daten ein hoch brisantes Thema. Das wissen auch die Entscheider der Wohnungswirtschaft. Entsprechend sensibel gehen sie mit neuen Technologien und technischen Lösungen zum Energiesparen um, beispielsweise intelligenten Einzelraumregelungen mit Präsenzerkennung. Durch ein erstes erteiltes „Datenschutz-Gütesiegel“ kann jetzt aber gegenüber Mietern zweifelsfrei dokumentiert werden, dass diese Anlagen in vollem Umfang die Privatsphäre schützen und Daten nicht in falsche Hände gelangen.

Statt WLAN und Internet setzen Datenschutz-sensible Systeme aus dem Netzwerk green with IT bei der Datenübertragung beispielsweise auf den absolut abhörsicheren Code eigener Standards wie etwa EnOcean; also einen in sich hermetisch geschlossenen Funk. Nur so kann später bei der wohnungswirtschaftlichen Smart App “Meine Wohnung” (myflat) sicher gestellt werden, dass die Privatsphäre der Mietparteien unangetastet bleibt.

Weltweit herrschen in Deutschland mit die höchsten Datenschutz-Standards. Auch, weil hierzulande die
Mieter sehr kritisch auf das mögliche „Sammeln“ von Daten aus ihrer Wohnung als höchst persönlichem Lebensbereich reagieren würden. Insofern war in den vergangenen Monaten der forsche Vorstoß eines globalen Internetanbieters wenig förderlich, über die landesgesetzlich vorgeschriebenen Rauchwarnmelder „mal eben“ Präsenzerkennung in den Wohnungen einführen zu wollen. Und das alles mit weiteren Raumfunktionen verknüpft über das weitgehend öffentliche Internet. Der von Datenschutzfragen getriebene Aufschrei war nicht nur in der Fachwelt groß, sondern auch die erste Welle eher gefühlter als sachlich begründeter Ressentiments in der breiten Öffentlichkeit losgetreten.
Die Ressentiments sind nachvollziehbar. Es bedarf einer konkreten, für alle Mietparteien nachvollziehbaren Zertifizierung, damit Gewißheit vermittelt wird: Es finden keine Eingriffe von außen statt! Auch bedarf es einfach nachvollziehbarer Erläuterungen, warum dies so bleibt und warum dies zukunftssicher ist: Ein  deutscher Sicherheitsstandard, exakt nach den Richtlinien des Bundesamtes für Sicherheit im Informationswesen (BSI). Umso besser, dass nun ein erstes deutsches Gütesiegel für die Wohnungswirtschaft erteilt wurde:

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So kann gerade über die Präsenzerkennung und daraus abgeleitet die Entwicklung dynamischer, raumbezogener Heizzeiten ein beträchtliches energetisches Einsparpotenzial erschlossen werden. Bei den Betriebskosten von Wohnimmobilien löst dies einen signifikanten Spareffekt von etwa 20 Prozent bei der Raumheizwärme aus – ohne dass daraus abgeleitet Datenschutz-Vorgaben oder sogar nur persönliche Datenschutz-Vorstellungen verletzt würden.

Erreicht wird dieser pro-aktive Datenschutz, der gerade für Unternehmen der Wohnungswirtschaft von
entscheidender Bedeutung ist, durch den Unterschied in den zugrunde liegenden Technologien. Während das aktuell diskutierte, amerikanische System über das WorldWideWeb kommuniziert, sind intelligente Einzelraumregelungen des green wit IT-Mitglieds Kieback&Peter bewusst ausschließlich innerhalb der jeweiligen Nutzungseinheit vernetzt: Der Raumsensor speichert keine Daten, sondern verarbeitet die Präsenz- bzw. Raumnutzzeiten direkt auf der Basis eines internen Algorithmus zu einem raum-, nicht nutzerbezogenen Heizprofil – also zu Signalen an die Ventilregler zum Aufheizen auf Komfort- bzw. Absenken der Raumtemperatur auf Sparniveau.

Klar: Damit lassen sich keine Geschäftsmodelle rechnen, die darauf basieren, die Daten der Mieter an Dritte zu verhökern und daraus einen Unternehmenswert börsenfreundlicher zu machen. So kostete Facebook nicht 2 Milliarden, sondern 19 Millarden Dollar nur wegen der Datenbestände seiner Nutzer, deren Verwertung nun mal 17 Milliarden Dollar mehr wert war als der eigentliche Firmenwert von 2 Milliarden. Diese Praktiken werden zunehmend als unseriös empfunden. Dem setzten die Mitglieder des Netzwerks nur datensichere Prozesse mit Zertifikat gegenüber:

Der wechselseitige Austausch der regelungstechnisch relevanten Informationen erfolgt dabei binnen einer tausendstel Sekunde mittels der Funktechnologie EnOcean in einem herstellerspezifischen, geschlossenen Code. Er steht also ausschließlich für diese Informationsübertragung zur Verfügung, so dass es auch versehentlich keine Überlappungen mit anderen Systemen geben kann. Trotzdem ist das Betriebssignal absolut stabil, sogar bei parallel arbeitenden Funksystemen (z.B. WLAN) in der Nutzungseinheit, also dem jeweiligen Raum bzw. der Wohnung.

Dies wird der zentrale Prozess der zukünftigen Sammel-App “Meine Wohnung” (myflat): Die Heizwärme (HW)-Visualisierung als massenhaft einsetzbarer Prozess für Mieter kommunaler und genossenschaftlicher Wohnungen. Die Basis? Vertrauen! Wie erreichbar? Nur mit Ehrlichkeit und Transparenz gegenüber den Endnutzern! Schreibt Euch das hinter die Ohren, Ihr Googles, Facebooks & Co!

Zum Original-Artikel der “Wohnungswirtschaft heute”

 

Drei Beiträge green with IT zum 5. Smart Home und Metering Summit am 28. und 29.10.15 in München

Watch out Apple! Im Smart Home-Markt tut sich einiges! Auf kontinentaler und globaler Ebene schreiten Normierungsbemühungen voran, sodass bald ein einheitlicher Interoperabilitätsstandard die Gewerke unterschiedlichster Hersteller kompatibel macht; auch ohne Gefangener des Apple-App-Stores zu sein. Analysten und Marktforscher präsentieren ihre neuesten Untersuchungen, welche Marktsegmente gesättigt sind, welche Potential haben. Mittendrin: massenmarktaugliche Geschäftsmodell-Ansätze aus der Hauptstadtregion!

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green with IT wird mit drei Fachvorträgen die Belange der Immobilien- und Wohnungswirtschaft in Form disruptiver Geschäftsmodelle mit einbringen: Nutzung der Smart Devices der Mieter in Kombination mit “Geldeinsparen” durch Energieeffizienz: Dies sind erfolgversprechende Komponenten, um das Thema “Smart Home” endlich mit massentauglichen Geschäftsmodellen zu untersetzen.

Der Leiter des Kompetenzfeldes 5, Dr.Lutz Martiny, wird die Sicherheitsfragen der Endnutzer aus mehreren Blickwinkeln ausleuchten: Verhinderung von Identitätsdiebstahl oder -drittverwertung, Gestaltungsoptionen von Lastenheften analog zum Protokoll TR 03109 des Bundesamtes für Sicherheitsfragen im Informationswesen (BSI), Vermittlung eines “Sicherheitsgefühls” und die Voraussetzungen dazu (29.10. um 11.30 h Session 5).

Privatsphäre und Sicherheit im smarten Home

Auch Armin Anders von der EnOcean-Allianz wird sich vor diesem Hintergrund ausführlich zu “Fragen der Nutzerakzeptanz” äußern und dabei Trennschärfe zu solchen Ansätzen herstellen, denen der Massenmarkt bisher versprerrt blieb: KNX, EEBus usw (29.10. um 11.30 h Session 4).

Das zentrale Netzwerkmanagement wird  am disruptive Energieeffizienz-Einsparansätze aus Sicht von Vermietern und Mietern kommunaler und genossenschaftlicher Wohnungsunternehmen erläutern (29.10. um 09.00 h Auftakt Session 5).

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Erster h2020-Antragsbeteiligung green with IT nimmt erste Hürde in Brüssel

Gute Neuigkeiten aus Brüssel: Der erste h2020-Antrag mit Beteiligung green with IT (INNOSUP-1-new mare) wurde für die erste Stufe bestätigt. Gern haben wir die excellente Bewertung zur Kenntnis genommen und sehen dies als Ansporn an, den Voll-Antrag nun so mit zu gestalten, dass auch in der zweiten Stufe die positive Dynamik unseres Antrages erhalten bleibt:

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Wärmedämm-Verbundsysteme: Risikostudie der Wohnungswirtschaft

In der Diskussion um die Energiewende ist das Thema Dämmung und Dämmstoffe zunehmend erheblicher Kritik ausgesetzt. So prangerte der Spiegel am 1. Dezember 2014 unter dem Titel „Die Volksverdämmung“ Wärmedämmung als unwirtschaftlich und umweltschädlich an. Die Stiftung Baukultur beklagte im Baukulturbericht die Verschandelung des Stadtbildes durch Außenwärmedämmung, die Welt sprach von „Luftdichten Klimabüchsen“ (26. November 2014) und andere Quellen von der Dämmstoffmafia. Der WDR geißelte in seinem Fernsehformat „Könnes kämpft“ Fassadendämmungen als einseitige Interessenpolitik von Industrie, Politik und Lobbyverbänden. Bilder brennender Polystyrolfassaden ergänzen hochemotional den negativen Imagewandel. Die Energieeffizienz rückt dabei in den Hintergrund. Zur Versachlichung der Diskussion ist eine Differenzierung notwendig, denn auf das richtige Maß von Wärmedämmung, Luftdichtigkeit und technischen Anlagen (Heizung, Warmwasserbereitung und Lüftungsanlagen) kommt es an.

So ist es wichtig, herstellerunabhängig und lobbyfrei durchplanen zu können. Bei der Planungskonzeption sollten die Belange des Gebäudes, nicht die Ausschreibungshilfen des WDVS-Herstellers oberste Bedeutung haben. Hier bietet sich an, die ALFA-Philosophie des BBU anzuwenden und zunächst bei einer sogenannten Gebäudesimulation die gering investiven, aber genau validierbaren Erstmaßnahmen aus haustechnischer Optimierung vorn an zu stellen. Dabei kann eine sogenannte “Leiter” angesetzt werden, die sich strikt auf Kostenbegrenzung ausrichtet, bevor Hüllflächen gedämmt werden:

1. hydraulischer Abgleich
2. selbstlernende, plug-and-play-fähige Einzelraumregelungen
3. Energiemanager mit bidirektionaler Steuerung und IP-basiertem Managements des Volumenstroms und des Speichers
4. Quartiers-Software mit Benchmark der wichtigsten Energie-Einflussfaktoren aus Heizwärme und Warmwasser

Weder zu viel noch zu wenig Wärmedämmung ist energetisch sinnvoll und damit klimaeffizient. Es
bedarf immer einer objektiven Bewertung des konkreten Gebäudes. Bauphysikalischen und brandschutztechnischen Erfordernissen ist dabei genauso Rechnung zu tragen, wie ästhetischen Aspekten und Kostenfragen. Auch die Wahl des jeweils geeigneten Dämmstoffes hat erhebliche Auswirkungen. Und nicht zuletzt muss das neu entstehende Gesamtsystem funktionsfähig sein.

Insbesondere das Thema „Brandschutz“ nehmen der BBU und seine Mitgliedsunternehmen sehr ernst. Dabei ist in Deutschland davon auszugehen, dass bauaufsichtlich zugelassene Produkte und Systeme ausreichend sicher sind. So handelt es sich bei dem weit verbreiteten Polystyrolschaum um einen solchen vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) geprüften und zugelassenen Baustoff, der sich zudem seit Jahrzehnten im Neubau wie auch der Bestandssanierung bewährt hat. Seine Verwendung erfolgt nach Kenntnissen des BBU ausschließlich unter Befolgung der jeweils gültigen baurechtlichen und bauaufsichtlichen Vorschriften, die auch das Thema „Brandschutz“ hinreichend einschließen.

Die Produkte werden ständig weiterentwickelt und ihre Einsatzparameter fortgeschrieben. So geht der BBU davon aus, dass von der Bauministerkonferenz hinsichtlich zukünftiger Dämmmaßnahmen mit Polystyrol in den Gebäudeklassen 4 und 5 (7-22 m Höhe) ergänzende technische Anforderungen, wie zusätzliche Brandriegel im Sockelbereich, eingeführt werden, um in Fällen vorsätzlicher Brandstiftung eine Brandausbreitung zu begrenzen. Weiterhin erwarten wir, dass ein Merkblatt mit Abstandsempfehlungen von Brandlasten vor Wärmedämmverbundsystemen mit Polystyroldämmplatten erarbeitet wird.

Die Alternativen zu Polystyrol als Dämmstoff sind vielfältig – anorganische Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen und organische Dämmstoffe aus nachwachsenden oder synthetischen Rohstoffen. Diese sind jedoch in der Regel noch deutlich verarbeitungs- und kostenaufwendiger. Die Entwicklung ist auch hier längst nicht abgeschlossen, sodass Eigenschaften, Einsatzbereiche und Kosten permanent optimiert werden und damit in Zukunft eine deutlich höhere Einsatzquote zu erwarten ist.

Zum Original-Artikel des BBU

Einbezug von Lüftungsanlagen in die Sanierungsplanung ist teuer

BEI DEN DIESJÄHRIGEN BERLINER ENERGIETAGEN  veranstalteten GdW und BBU am 29. April 2015 gemeinsam erstmalig einen Tag der Wohnungswirtschaft. Ziel der Veranstaltung war es, einer breiteren Fachöffentlichkeit die hohe Kompetenz der Wohnungsunternehmen im Bereich Energieeinsparung nahe zu bringen. Ein solcher  Austausch über gute Lösungen, Messwerte, aber auch Schwierigkeiten hilft, die richtigen Strategien für die Zukunft weiter zu verfolgen.

Am Vormittag fand die GdW-Veranstaltung “Energieeffizienz in der Praxis – Erfahrungen der Wohnungswirtschaft” statt. Sie trug dazu bei, die Diskussion auf der Basis von praktischen Erfahrungen und Messwerten zu führen. Die Vorträge des Vormittags zeigten sowohl für Neubau als auch für energetische Modernisierungen, dass höhere Anforderung zwar möglicherweise etwas mehr Energieeinsparung bringen, dass hohe energetische Standards, insbesondere bei Einbeziehung von Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung, für Mieter jedoch teurer sind als der nächstniedrigere Standard ohne Lüftungsanlage.
Seit 2007 liefert das BBU-Projekt ALFA® – Allianz für Anlageneffizienz reichhaltige Praxiserfahrungen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Heizungs- und Warmwasser-Anlagen. Auch der VNW hatte das Projekt als ALFA®-Nord durchgeführt. Die Erfahrungen der BBU-Mitgliedsunternehmen wurden auch in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bestätigt.

Die Vorträge der Veranstaltung zogen Konsequenzen aus diesen Erfahrungen und zeigten Vorgehensweisen für die Energieeffizienzsteigerung im Wohnungsbestand auf, die sogar zu einer Entlastung der Mieter führen können.

Bernd Scheithauer, Firma danfoss, brillierte mit einer konzentrierten Fortbildung zum Thema „Hydraulischer Abgleich“, unter Einsatz innovativer Technik. Jörg Rose, Wohnungsgenossenschaft „Treptow Süd“, schilderte die Strategie eines Wohnungsunternehmens hin zu optimierter Betriebsführung und Anlagenmonitoring.
Abschließend stellte Margit Gustiné, IKuB, anhand der aktuellen Auswertungen von Gebäuden des ALFA®-Projekts des Energieverbrauches über acht Jahre dar, wie mit einem Investitionsaufwand von durchschnittlich 6,47 Euro/Quadratmeter Wohnfläche Einsparungen von bis zu 54 kWh/ Quadratmeter  (Ø 22 kWh/Quadratmeter) erzielt werden konnten. Im Laufe der Jahre nimmt der Energieverbrauch für Warmwasser einen immer größeren Anteil am Gesamtenergieverbrauch in Mehrfamilienhäusern an.

In der abschließenden Diskussion  der mit über 100 engagierten Teilnehmern gut besuchten Veranstaltung  wurde deutlich, dass durch Anlagenoptimierung ein erheblicher Beitrag zur Energieeffizienzsteigerung geleistet werden kann, dabei der Bereich Trinkwarmwasser mehr in Focus gerückt werden muss. Voraussetzung ist eine systematische Vorgehensweise von der Grobanalyse, der Feinanalyse über die qualifizierte Umsetzung bis zur Erfolgskontrolle, zum begleitenden Monitoring und Energiemanagement.

Vortrag von Dr. Ingrid Vogler, GdW