Contra Teuerung bei Wärme und Strom – Sächsische Wohnungsgenossenschaften planen eigene Energieerzeugung

Der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) lud seine Mitglieder zum Thementag „Unabhängige Energieversorgung“ ins Wasserkraftwerk Mittweida ein. Seit Jahren bemühen sich die sächsischen Wohnungsgenossenschaften neben der Kaltmiete auch die sogenannte „2. Miete“, die warmen und kalten Betriebskosten, in Grenzen zu halten. Fast 90 Prozent aller Gebäude sind energetisch saniert. Diese Modernisierungsmaßnahmen und die Verbesserung der Anlagentechnik zur Warmwasseraufbereitung und zur Beheizung wirken sich insgesamt positiv auf den Verbrauch aus.

„Während der niedrigere Verbrauch anfangs auch zu deutlichen    Nebenkosteneinsparungen führte, wird
dieser Spareffekt jetzt von immer weiter steigenden Versorgungspreisen (über-)kompensiert und erreicht die Mitglieder unserer Wohnungsgenossenschaften nicht“, erklärte Dr. Axel Viehweger, Vorstand des VSWG.
Ein durchschnittlicher sächsischer Haushalt einer Genossenschaft gibt bereits heute mehr als ein Viertel der Wohnkosten für Wärme und Strom aus. Neben der Abhängigkeit der Preisentwicklung für die primären Rohstoffe Erdöl und Erdgas gibt es eine weitere Anhängigkeit von den Energieversorgungs-unternehmen und Stadtwerken. Durch langfristige Lieferverträge und tendenziell steigende Grundgebühren werden Preissteigerungen in der Regel weitergegeben. Die Mieter aber profitieren im Gegensatz oft nicht von Preisrückgängen auf den Rohstoffmärkten oder den geringeren Verbräuchen. Vor diesem Hintergrund scheint die eigenständige Energiegewinnung zur Selbstversorgung eine Möglichkeit, der Entwicklung der Betriebskosten entgegenzusteuern und sich so vom Markt abzusetzen.

„In den letzten Jahren konnten so bereits erste Projekte sächsischer Wohnungsgenossenschaften geplant und zum Teil sogar umgesetzt werden. Dabei lässt sich der Trend, weg vom Einzelgebäude, hin zur kompletten Quartiersbetrachtung erkennen“, so Sven Winkler, Referent für Betriebswirtschaft, Energie und Technik beim VSWG.
Die 219 im Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) organisierten Wohnungs-genossenschaften sind ein bedeutender Faktor im sächsischen Wohnungsmarkt. Sie bewirtschaften mit insgesamt 278.743 Wohneinheiten 20,9 Prozent des gesamten Mietwohnungsbestandes im Freistaat Sachsen und bieten damit rund einer halben Million Menschen ein zukunftssicheres Zuhause.

In der Gemeinde Sebnitz konnte durch Initiative der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Sebnitz eG beispielsweise ein Nahwärmenetz in Betrieb gehen. Die notwendige Wärme wird aus einer Kombination aus einem mit Biogas betriebenen Blockheizkraftwerk (BHKW), einem Pelletkessel sowie einem konventionellen Erdgas-Kessel erzeugt. Ein weiteres wegweisendes Projekt könnte eine Quartierslösung in der Gemeinde Lohmen im Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge werden, bei der öffentliche Gebäude mit Wohngebäuden einer Genossenschaft und mehrerer privater Eigentümer dezentral versorgt werden sollen. Einen wesentlichen Baustein bildet dabei der nahegelegene Fluss Wesenitz. Mit Hilfe einer Wärmepumpenkaskade könnte u.a. rund um die Uhr Wärme erzeugt werden.
Der nächste Schritt zur unabhängigen Energieversorgung wäre konsequenterweise die Erzeugung und Nutzung von Strom als „Nebenprodukt“ eines BHKW‘s oder aus einer Photovoltaik-Anlage auf den Dächern der Wohnungsgebäude. Derzeit widersprechen sich jedoch die Klimaschutzziele der Bundesregierung und die steuerlichen sowie energierechtlichen Rahmenbedingungen. „Da der Großteil des Strombedarfs einer Wohnungsgenossenschaft auf die Mitglieder und nicht die Genossenschaft selbst entfällt, kommt ein Eigenverbrauch in der Regel kaum in Frage. Folglich muss der Strom in der Regel für eine niedrige Vergütung ins öffentliche Netz eingespeist werden. Sinnvoller wäre der Verbrauch des Stroms direkt vor Ort durch die Mitglieder. In diesem Fall müsste sich die Wohnungsgenossenschaft als Energiever-sorgungsunternehmen behandeln lassen und die gleichen Kriterien wie ein Energieriese auf sich anwenden. Zusätzlich würde in der Regel die Steuerfreiheit im Vermietungsgeschäft verloren gehen. In allen Fällen stehen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis, so dass bisher alle Projekte gescheitert sind“, erläutert Sven Winkler.

Neben allgemeinen Trends in der Energieversorgung verdeutlichte Prof. Timo Leukefeld auf eindrucksvolle Art den Weg von der Vision zur Realität anhand bereits vorhandener Projekte beim heutigen Thementag im Wasserwerk Mittweida. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die rechtlichen „Fallstricke“ bei einer unabhängigen Energieversorgung und Wege, die selbsterzeugte Energie im Rahmen der Nebenkosten abzurechnen. Am Nachmittag standen vor allem bereits praktizierte und theoretische Geschäftsmodelle sowie Effekte von Speichermedien auf der Agenda, welche eine unabhängige Energieversorgung trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ermöglichen sollen. Die Veranstaltung bot Anlass für intensive Diskussionen und ermöglichte zudem die Pflege und Erweiterung der bestehenden Netzwerke.
„Zur Realisierung der Ziele der sächsischen Wohnungsgenossenschaften, die Preise für Energie zu senken oder zumindest weitere Preissteigerungen zu verhindern, bedarf es individueller Lösungen mit verlässlichen Partnern aus der Branche. Vor diesem Hintergrund werden wir auch stärker mit Energiegenossenschaften zusammenarbeiten, da diese neben der fachlichen Kompetenz vor allem die gleichen ideellen Werte besitzen und die genossenschaftliche Idee stärken“, so der VSWG-Vorstand.

Mit der Energiehaus Dresden eG ist zum 01.01.2015 die erste Energiegenossenschaft dem VSWG beigetreten. „Die Änderung der Satzung des VSWG und damit die Öffnung für Energiegenossenschaften war ein wichtiger und richtiger Schritt in die Zukunft“, betonte Sebastian Brandt, Vorstand der Energiehaus Dresden eG, am Rande der Veranstaltung in Mittweida. Der Klimawandel und die dadurch induzierten Veränderungen auf dem Energiemarkt werden die sächsischen Wohnungsgenossenschaften noch vor zahlreiche Herausforderungen stellen. Mit dem Thementag „Unabhängige Energieversorgung“ ist bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung gelungen.
Vivian Jakob

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Energieefizienz: Die Welt schaut in Berlin auf Smart Options

Nun hat die “METROPOLITAN SOLUTIONS” als Kongress mit Messe-Fortsatz erstmals in Berlin stattgefunden und war sofort Magnet für Bürgermeister, Planer, Strategen und Städteplaner. Thomas Rilke, Leiter der ehemals in Hannover angesiedelten Veranstaltung, hatte vorab eine zunächst sehr kräftig anmutende Duftmarke gesetzt: “Wir wollen die weltweit größte und bedeutendste Smart City Konferenz der Welt werden und Energieefizienz wird der Motor”.

Dr. Roland Busch, Vorstand der Siemens AG, hatte s zur Eröffnung der parallel stattfindenden “Asien-Pazifik-Wochen” auf den Punkt gebracht: “Ich treffe wöchentlich andere Bürgermeister großer Metropolen weltweit. Alle erklären, nun ihre Cities zu “Smart Cities” umzubauen. Doch keiner weiß so recht, wie….

Antworten auf die vielfältigen Fragen gab es auf der Kongressmesse zuhauf. Zentraler Neugierpunkt: Wie erkennen wir den Teufel im Detail, wie können kommunale Entscheider an die Gestaltung in den unterschiedlichen Klimazonen “herangehen”? Unser Netzwerk hatte sich zum Ziel gesetzt, aus den Überschriften aller Konferenzen das Thema “Energieefizienz” zu fokussieren, diese thematischen Zukunftsoptionen mit den Stärken der Hauptstadtregion zu addieren und der Welt ein Schaufenster lohnender Optionen zu bieten: Die Smart Options 2015 Conference.

Moderiert von Bloomberg News (Stefan Nicola) nach einer kurzen Begrüßung durch Netzwerkmanager Jörg Lorenz, green with IT, eröffnete Graham Martin von der EnOcean-Alliance aus San Ramon, California, die Konferenz mit einer großen infrastrukturellen “Stellschraube”: Optionen des “Energy Harvestings”, d.h. gering investive, kabel-und batterielose Sensorsysteme mit besonderer Option beim Sanieren: Es entfallen Schlitz- und Stemmarbeiten; das disruptive neue IT-Protokoll läßt sich beliebig mit gängigen Protokollen austauschen und in neue App´s einstellen.

Klimaoptionen der Zukunft präsentierte Prof. Ernst Huenges vom GFZ in Potsdam am Beispiel hoher Nutzungsgrade der geothermisch basierten Heizungskonzepte: Aus 1 kWh elektrisch zugeliefertem Strom werden bis zu 100 kWh thermischer Energie gewonnen.

Eric L ´Helguen von der Embix AG aus der Paris-Region stellte Ansätze zumthemenübergreifenden Dialog aller Stakeholder einer Regionvor und animierte zum Nachmachen: “Ich bin gern bereit, ein regionales Projekt zunächst zu begleiten, um dann bei einem horizon 2020-Antrag die folgenden Pilotierungsmaßnahmen in der Paris Region mitzugestalten”.

Ohne Sicherheit über das in Kürze erwartete Protokoll TR 03109 bzw. dessen analoge Ansätze werde es kein Vetrauen der Endnutzer geben, prognostizierte Dr. Lutz Martiny (Leiter KF 5 green with IT) und skizzierte Wege, wie Vertrauen gewonnen werden kann: Sicherheitstechnische Basiskomponenten für App´s, die von Vermietern an Mieter weiter gegeben werden könnten.

Optimierungsquotienten von bis zu 67% in Wohnquartieren stellte Hans Symanczik (Leiter KF 2 green with IT) vor. Aus dem Einzelraum hoch skaliert bis ins Quartier: stringentes Management der Gebäudeautomation kann in Verbindung mit Energy Harvesting und Optimierung der Volumenströme
des Heizungsvorlaufs reichlich “geerntet” werden. Doch eine umfassende Aufnahme aller Details ist hier vonnöten.

Abgerundet wurden die Konferenzthemen durch Aspekte neuer Arbeitswelten: Thomas Dehler, CEO von Value 5 aus Berlin (Leiter KF 3 green with IT) und work@home-Evangelist: Ich kann mir vorstellen, in jedem Wohngebiet jeweils 10 Home-Arbeitsplätze unter den Mietern kommunaler Wohnungsbaugesellschaften auszuschreiben. Disruptive Ansätze, neuer Dampf………

Wie kann eine mietergerechte Smart App über wohnungswirtschaftliche Kernprozesse finanziert werden? Dies wurde in der Abschlußpräsentation deutlich, die von Jörg Hofman (Leiter KF 4 green with IT) ausgearbeitet worden war: browsergestützte Dienste versus proprietäre Protokolle, so lautete das Motto und so gestalten sich die Lösungswege für offene Systeme, die Investitionen der Wohnungswirtschaft in Infrastruktur ersparen sollen:

Zur Vorbereitung eines eigenen horizon 2020-Antrages sollen zunächst acht kommunale Wohnungsunternehmen die Zukunftsoptionen im Rahmen von Pilogtierungsmaßnahmen mit Landesförderung aus GRW-Mitteln ausprobieren, Mieter integrieren und Synergien aus B2B- und B2C-Prozessen heben: Basis wird eine intensive Analyse und Gestaltung aller wichtigen wohnungswirtschaftlichen Prozesse. Hier ist die Cash-Cow klar: Die Heizkostenerfassung, -ablesung und -einbuchung in wohnungswirtschaftliche ERP-Systeme holt die Wohnungswirtschaft thematisch ab. Hier liegt ein enormes wirtschaftliches Gestaltungspotenzial. Andere Prozesse gruppieren sich um eine völlig neue Serviceidee: Die Heizverbrauchs-Visualisierung auf dem Smart App der Mieter. Ohne Infrastruktur-kosten, ohne Eigeninvestitionen der Wohnungswirtschaft.

Geschäftsmodelle? Ja bitte, genau dies ist zentrales Pilotierungsthema! Mieterintegration? Nur so!

 

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Vertreter von Forschungs- und Consultinginstituten aus aller Welt waren gekommen und erwarten präzise Antworten auf Fragen zur Energieoptimierung in Quartieren, zur Kommunikation mit Endnutzern auf neuen und disruptiven Wegen. Wie können offene Systeme dafür sorgen, dass “Smart Home”-Applikationen aus der Ecke der “High-End”-Nutzung herausgelockt und in den Massenmarkt gebracht werden?

Die Smart Options-Konferenz hat 2015 den Dialog mit Fachleuten aller Disziplinen begonnen. Bis 2016 sollen erste Pilotierungs-Schwerpunkte vorgelegt werden. Bürgermeister und Landräte sollen ein Benchmark-Tool erhalten, mit dem die “bullet points” aus deren Sicht frei gestaltet und über die Folgejahre beobachtet werden sollen. Green with IT und die internationalen Gestalter des Bürgermeister-Dialogs arbeiten daran. Deutschland wird international als “Big Player” bei der Gestaltung der Energieeffizienz angesehen. Energieeffizienz ist der Treiber neuer Geschäftsmodelle mit Optionen für den Massenmarkt.

Nutzen wir diese aktuelle Führungsrolle zur innovativen Gestaltung und laden wir die Welt weiter jährlich ein, uns dabei zuzusehen und Anregungen in Projekte mit nach Hause zu nehmen.

Aufstellung zum Demonstratoren-Projekt Zwanzig20 Forum Wärmewende

Mit der üblichen Formulierung: “The following proposal has been submitted to the Participant Portal Submission System” wurde die erste Antragsannahme einer green wit IT – Beteiligung von der EU-Kommission bestätigt: Im Programm H2020-INNOSUP-2015-1 hat green with IT seine Projektbeteiligung unter Federführung des baskischen Energieclusters mit eingereicht.

green with IT nimmt hier die Rolle des Energieeffizienz-Partners ein. Hauptgegenstand ist die Produktion und Verteilung von maritimer erneurbarer Energie (MRE). Die hier überreichlich fließende Energie soll in definierte Pilotierungen überall in Europa einfließen und konsequent effiziente
neue Prozesse unter der Einbindung von energy harvesting Lösungen anregen. Erste Rauchzeichen über eine Bewilligung werden frühestens in sechs Monaten erwartet.

 

horizon 2020 Vorstellung green-with-it-Antragsziele bei der EU-Kommission in Brüssel

Am 29.04.2015 hat green with IT seine langfristigen Antragsziele im Rahmen eines Projekt-Workshops bei der EU-Kommission in Brüssel vorgestellt. Berlin Partner hatte eingeladen und wichtige Fachleute aus der Kommission kamen in die Brüsseler Berlin-Depandance am Place Ambiorix. Eingebettet in die Themenkreise der Energieeffizienz, Smart Home und erneuerbare Energien, konnte unser Netzwerk die Fahrpläne für einen eigenen horizon 2020 – Antrag  umfassend erörtern und Entscheidungsgrundlagen ausführlich mir erfahrenen Profis diskutieren.

Zum gwit-Beitrag

Eric Lecomte, Policy Officer der DG für Energie, beschäftigt sich hauptsächlich mit Anträgen zu den Themen “new energy technologies, innovation and clean coal”. Sein Kommentar: “Ihre Antragsziele sind höchst interessant für uns. Ich kann Sie nur ermutigen, den neuen Projektcalls für 2016/2017 zu folgen. Im September werden wir dazu eine Fachveranstaltung in Brüssel organisieren, zu der ich Sie herzlich einlade”.

Mit Berlin-Partner, vertreten durch Anke Wiegand, Jörg Exner und Markus Hell, wurde folgender Fahrplan verabredet:

– Konstituierung einer Arbeitsgruppe unter Zuhilfenahme eines BMBF-Vorbereitungsprojektes. Hier finden sich  – bei erfolgreicher Zuwendung – die Konsortialpartner in Ruhe und besprechen die “objectives, work packages, timelines und deliverables” bis zur Antragsreife.

– im September werden die passenden Calls für 2016/2017 identifiziert

– für das Frühjahr 2016 wird eine Antragstellung angestrebt.

Neben den guten Kontakten zu vielen skandinavischen Netzwerken und Partnern können über das Büro von Berlin Partner Brüssel auch weitere potenzielle Partner und -cluster gefunden werden. Hierzu zählen neben Barcelona auch Wien und Paris Region sowie die Lombardei.

 

Nachtwind: Evaluierung der Projektierungsansätze “Wärmewende” im Projekt zwanzig20

Eines der geplanten green with IT-Quartierskonzepte wird in das Bewertungsmodell im Arbeitspaket 3 “Erarbeitung von Werkzeugen” im zwanzig20-Forum „Masterplan Energiewende – Wärme neu gedacht!“aufgenommen.

Das Forum entwickelt Strategien und Handlungsoptionen für den zielgerichteten Einsatz von Innovationen aus dem Wärmesektor zur Realisierung der Wärmewende. Dabei soll durch das Forum eine Innovations- und Informationsplattform zur Thematik „Wärme“ entstehen, welche Entscheider und Nutzer mit der Wissenschaft und den technologisch innovativen Firmen, aber auch den Erzeugern von Wärme vernetzt. Der dazu notwendige Strategieprozess wird begleitet durch thematisch gebündelte Vorhaben, die systemrelevante Impulse geben und exemplarisch die zu erwartenden Wertschöpfungspotentiale belegen.

“Wärmewende und Forschung” stellte Prof. Erich Huenges vom Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) in den wissenschaftlichen Kontext und begleitete die Veranstaltung als Moderator im ganztägigenProgramm.

Diese Inhalte knüpfen an die Förderpolitik des BMBF an, das bereits in den vergangenen zehn Jahren mit der Innovationsinitiative „Unternehmen Region“ und seit 2008 mit dem Programm „Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern“ insgesamt über 1 Milliarde Euro in Kooperationsprojekte investiert hat. Im Rahmen von „Unternehmen Region“ wurden bis heute rund 400 regionale Bündnisse in Ostdeutschland gefördert.

Siegfried Rehberg, Bereichsleiter Technik beim Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU), bereicherte die GFZ-Projektkonferenz am 15.04. in Potsdam-Hermannswerder mit deutlichen Anforderungen und Grundlagen aus Anwendersicht: Das Helmholtz-Zentrum als Projektträger hatte zum Projektauftakt geladen und 45 Fachleute unterschiedlicher Disziplinen waren erschienen, um die Projektgewinner des zwanzig20-Projektes kennen zu lernen und deren Inhalte zu diskutieren.

Dr. J. Lauterjung, Direktor am GFZ und Projektleiter des Forums, stellte die Gründe vor, warum Deutschland die Wärmewende braucht. Burkhard Zschau von Faktor i 3 erläuterte die konkreten Inhalte und Ziele des Arbeitspaketes 3.

Green with IT wird mit sieben Pilotprojekten übertragbare Ansätze einliefern und so vergleichbare Evaluierungen anstreben.

Auf Wunsch senden wir Ihnen einzelne Vortragstitel zu. Ihre Anfrage richten Sie bitte an kommunikation@green-with-it.de.

Projekt gering investiv: 20% Wärmeenergie einsparen mit Energy Harvesting Technologie

30.04.2015

Inhalte eines horizon 2020-Vorhabens “myflat collect” mit 15 Wohnungsunternehmen in Brüssel vorgestellt

Unabhängige Studien belegen, dass durch eine verbrauchsabhängig gesteuerte Wärmeverteilung deutliche Energieeinsparungen ohne Komforteinbußen möglich sind. Gerade im Bestand macht aber der Installations- und Wartungsaufwand von Gebäudeautomation oder „Smart Home“-Produkten die Installation solcher Systeme oft unwirtschaftlich. Eine Neuentwicklung zur nutzungsabhängigen Temperaturregelung von Einzelräumen ebnet jetzt auch in solchen Objekten den Weg für effizienzsteigernde Automation: Die EnOcean-basierte  Einzelraumregelung „en:key“ kommuniziert per Funk – und bezieht den Strom dafür komplett aus Licht oder Wärme der Installationsumgebung, ist also in jeder Hinsicht autark; ohne Stromnetz und ohne Batterieversorgung.

Insbesondere der Einsatz der Peltier-Elemente in den Ventilreglern hat sich dabei als ausgesprochen belastbar erwiesen und über zwei komplette Heizperioden hinweg über die formale Betriebskostenabrechnung als verlässliche und gering investive Energieversorgung bestätigt.

Bis zu 20 Prozent Endenergie lassen sich sparen, wenn Räume nur bei tatsächlicher Nutzung mit der vorgewählten Komforttemperatur beheizt werden. Das ergab die Auswertung zahlreicher Feldversuche unter Realbedingungen und in Praxisanlagen, die zur Markteinführung der intelligenten Einzelraumregelung „en:key“ bei vielen großen Wohnungsunternehmen quer durch Deutschland durchgeführt wurde: Das System erzielt die Einsparungen durch eine Absenkung der Raumtemperatur um bis zu 4 °C, wenn über längere Zeit ein Zimmer nicht genutzt wird. Dafür registriert und prognostiziert ein Raumsensor mit Präsenzmelder die Nutzungsphasen und steuert per Funk spezielle energieautarke EnOcean-basierte Ventilregler an den Heizkörpern (ohne Batterien oder Kabel). Sie regulieren dann entsprechend die Wärmeabgabe. Dieser Prozess funktioniert automatisch, ohne dass Eingriffe durch die Nutzer erforderlich sind:

Um die dauerhaft sichere Funktion der Einzelraumregelung bei gleichzeitig möglichst einfacher Installation auch im Bestand zu gewährleisten, geht der Hersteller „Kieback&Peter“ einen neuen Weg bei der Stromversorgung der Sensorik und Aktorik. Während der Raumsensor über Photovoltaik aus dem Umgebungslicht Energie gewinnt und speichert, arbeitet im Ventilregler ein Peltier-Element als Thermogenerator.

Strom aus Heizwärme

Strom aus Wärme, diese Prinzip wird durch den Einsatz von elektrothermischen Wandlern – den Peltier-Elementen – realisiert. Der Aufbau der Peliter-Elemente ist durch in Reihe geschaltete Halbleiter charakterisiert, die abwechselnd eine positive und negative Leitfähigkeit aufweisen. Diese Halbleiter-Elemente sind zwischen thermisch leitenden Keramiken eingebettet. Beim Anlegen von unterschiedlichen Temperaturen baut sich eine Stromfluss auf, der als elektrische Energie abgegriffen werden kann. Im Ventilregler von „en:key“ ergibt sich die für die Stromerzeugung notwendige Temperaturdifferenz aus dem warmen Heizungswasser und der niedrigeren Raumtemperatur.

Dieser Prozess hat seine Stabilität über zwei Heizperioden hinweg nachgewiesen und ist formal gegenüber den (begeisterten) Mietern abgerechnet worden. In keiner der installierten Anlagen gab es einen Ausfall der Energieversorgung der Ventilregler. Selbst nach der Sommerpause ohne Versorgung mit Heizungswasser, also auch ohne Stromerzeugung benötigte das System nur wenige Stunden, um sich komplett zu synchronisieren und die gespeicherten Heizprofile wieder bedarfsgerecht zu reaktivieren.
Die autarke Energieversorgung trägt gleichzeitig zur kurzen Amortisationszeit des Systems „en:key“ von durchschnittlich drei Jahren bei, da keine aufwändigen Installationen notwendig werden.

Green with IT wird mit dieser Technologie weitere wohnungswirtschaftliche Lösungen der Heizwärme-Transparenz anregen und hat dazu aktuell eine Projektgruppe mit acht Wohnungsunternehmen aus ganz Deutschland gegründet. Die Antragstellung eines horizon 2020-Projektes ist geplant und wurde am 29.05 bei Eric Lecomte von der DG Energy der Europäischen Kommission zusammen mit Berlin-Partner in Brüssel vorgestellt. Hier eine Zielstellung der Heizkosten-Transparenz, eingebettet in eine wohnungswirtschaftliche Gesamt-App:

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Gehirnschmalz vor Styropor: Aufbau eines Zukunftsnetzwerks aus Anbietern und Nutzern in Europa

23.03.2015

green with IT hat ein Strategiepapier vorgelegt, mit dem neue Geschäftsmodelle und der vorrangige Einbezug der Mieter zur Umsetzung angeregt werden. Im Sinne der hier vorgelegten Thesen werden nun Pilotierungsprojekte begonnen, die dann nach Auswertung in Rahmenverträge mit der Wohnungswirtschaft gegossen werden sollen.

23_03_15_Gehirnschmalz vor Styropor

Die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Die zunehmend mobile Mieterkommunikation ändert sich mit dem Voranschreiten der Prozesse rund um die „Industrie 4.0“. Neue Stichworte: diconomy, Geschäftsmodelle, Mietereinbezug, Autonomik, Internet der Dienste, cloudbasierte Prozesse……… Die Gebäude müssen zudem in den nächsten Jahrzehnten weiter energetisch saniert werden. Gleichzeitig ändern sich die Anforderungen der Kunden in einem hohen Tempo. Die zur Verfügung stehenden Mittel dafür sind knapp, da die Kunden nur begrenzt zur Finanzierung herangezogen werden können.

Vor diesem Hintergrund entsteht ein hoher Innovationsdruck für die Wohnungswirtschaft. Neue, ITgestützte Energieeffizienz-Prozesse versprechen die Lösung für viele Problemstellungen – so können zum Beispiel gering investive Steuerungssysteme einen wichtigen Beitrag zur Energieeffizienz von Gebäuden leisten und die Mieterkommunikation unterstützen. So kann die Verwendung von IT-Komponenten bei der Modernisierung von Wohnungsbeständen den Komfort für die Bewohner und damit die Vermietbarkeit einer Immobilie deutlich erhöhen. Open Source kann die Verschlankung von Abrechnungs-Schritten erleichtern und teure proprietäre Protokolle ersetzen. Mobile, unter Android, IOS und anderen Betriebssystemen programmierte Prozesse benötigen in Zukunft nur noch einen Webbrowser – dafür werden alte, stationäre Prozesse in Frage gestellt und bleiben zurück, falls keine Anpassung erfolgt. Die Welt spricht IP.

Zwei Welten – die der Anbieter it-gestützter Energieeffizienz-Prozesse und die der professionellen Wohnungswirtschaft – können hier also fruchtbar aufeinander treffen. Notwendig ist dafür ein konstruktiver, offener Dialog mit konkreten Prozessbeschreibungen und Projektbezügen. Der Dialog soll technische Lösungen hervor bringen, die für Wohnungsunternehmen finanzierbar, praktikabel und mehrwertig sind und eine entsprechend hohe Nachfrage in der Branche generieren. Der erste Schritt, um das zu erreichen, muss der Aufbau eines Netzwerks sein, in dem ein solcher Austausch stattfinden kann; dessen Inhalte offensiv nach außen in alle Ebenen der Gesellschaft getragen werden.

Dies ist ein langer Weg mit vielen Fragekomponenten, hinterfragungswürdigen Regularien und Herausforderungen für die Beharrer alter Gewohnheiten aus der analogen Welt: Stromproduzenten, Submetering-Anbieter, Serviceunternehmen….. keine Branche bleibt von der diconomy und ihren disruptiven Veränderungen verschont. Disruptiv bedeutet hier in erster Linie: Beim kompletten Infragestellen alter Prozesse, bei der Aufstellung völlig neuer Prozesse mit ungewohnten Wertschöpfungsketten gilt es,  alte Zöpfen mit  frisch nachwachsendem Haar zu verdrängen. Dabei ist Beschränkung angesagt: keine Hochglanz-High-End Lösungen, wie es die alte Industrie mit ihren dreistufigen Vertriebsmodellen so gern bewahrt hätte. Beschränkung bedeutet: Konzentration auf das Machbare mit geringen, aber treffsicher eingesetzten Investitionen, bei denen  Mietparteien auch – wenn denn gewünscht – mitinvestieren dürfen.

Aufstellung zum Demonstratoren-Projekt Zwanzig20 Forum Wärmewende

Im Rahmen des BMBF-geförderten Vorhabens “Zwanzig20-Forum Masterplan Wärmewende” koordiniert das GeoForschungszentrum Potsdam (GFZ) die Entwicklung von Großprojekten zur Demonstration effizienter Wärmeversorgung aus regenerativen Energiequellen von Bestandsquartieren in Ostdeutschland. Unser Netzwerk, Gestalter im Themenfeld “Energieeffizienz” des Energieclusters Berlin-Brandenburg,  wird einen entsprechenden Beitrag einreichen und sich um folgende Umsetzung bewerben:

– wind2heat als Speicherunterstützung zu Schwachlastzeiten von Windkraftproduktion zur sofortigen Umsetzung in kommunalen Wohnungsunternehmen

– wind2heat als Heizungsunterstützung im zweiten Fokus

Im Rahmen des hier ausgeschriebenen Ideenwettbewerbs sollen relevante Fallbeispiele ermittelt werden, die konsequent in der Laufzeit von 24 Monaten bereits umgesetzt werden sollen. Dazu gehört neben der Erfassung und Vorbereitung der relevanten technischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen auch eine Impact-Forschung durch weltweit anerkannte Klimafoscher. Wer wäre da besser aufgestellt als Berlin-Brandenburg? Mit dem GFZ  als Leitinstitut können wir die Stärken der “Energiesenke” Berlin mit der Stärke der Windproduktion Brandenburgs verbinden. Hinzu kommen weitere Standortvorteile wie etwa das Gridlab in Cottbus, welche die Transmissionsfakten simulieren und hochrechnen kann.

Einreichungsfrist ist der 13.03.2015. Eine ambitionierte Herausforderung. Da aber die Strukturierung entsprechender Antragsinhalte netzwerkintern bereits weit vorangeschritten ist, wird diese Herausforderung gern angenommen.

Nationale Klimawandel-Initiative: BMUB lädt zum 09.06.2015 ein

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
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