Geplante Messeteilnahmen, Veranstaltungen und Referate auf Zielkonferenzen

Mit Stand September 2015 informieren wir über unsere Veranstaltungen, die wir entweder selbst für unsere Mitglieder organisieren, an deren Inhalte wir mit eigenen Referaten mitwirken oder an denen wir mit eigenen Ständen teilnehmen. An einigen Veranstaltungen nehmen wir auch als reine Zuhörer teil, wobei hier der Themenkontext für viele Mitglieder interessant ist. KMU sind herzlich eingeladen, an allen Veranstaltungen und Konferenzen sowie Präsentationsständen mitzuwirken. In vielen Fällen können die ansonsten hohen Kosten für eigene Einzel-Präsentationen nach dem Netzwerk-Prinzipdurch uns stark minimiert werden. Wir erstellen Berichte über alle Netzwerkbeteiligungen nach Abschluss der Veranstaltungen hier auf unserer Blogseite.

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green-with-it-Beitrag zum Thüringischen Landesprojekt “effort” am 27.08. in Jena

In Thüringen hat ein Verbund aus 5 klein- und mittelständischen Unternehmen gemeinsam mit der Fachhochschule Nordhausen die Arbeit am Projekt „effort – Energieeffizienz vor Ort“aufgenommen. 130 interessierte Teilnehmer verfolgten am 27.08. im imaginata-Umspannwerk in Jena einen spannenden Bogen innovativer Vorträge (siehe Sammlung unten im Artikel). Die Zielsetzungen ähneln den Inhalten unseres Netzwerks green with IT, jedoch ist die Herangehensweise deutlicher auf die Hüllflächensanierung fokussiert. Es ergeben sich somit viele kooperative Ansätze, da beide Projektinhalte eher ergänzend als überschneidend strukturiert sind.

Auch das interdisziplinäre Bündnis “effort” hat das Ziel, die energetische und ökologische Gesamteffizienz von Quartieren zu definieren und konkrete Umsetzungsstrategien zur Effizienzsteigerung zu entwickeln. Ein Quartier entspricht hierbei einem energetisch und funktional zusammenhängenden Ausschnitt einer Stadt.

Ziel der Verbundpartner ist die Entwicklung eines GIS-basierten Analyse- und Planungsinstruments für die Erstellung und Umsetzung von integrierten Energiekonzepten, das als Planungs- und Praxisgrundlage für die Umsetzung einer nachhaltigen Energie- und Umweltstrategie in Quartieren verwendet werden kann. Es werden Entwicklungsstrategien zur CO2-Emissionsminderung bis zur konkreten Umsetzung entwickelt und für die rasche Durchsetzung auf dem Markt vorbereitet.

green with it hatte die Gelegenheit, die Synergie-Optionen aus beiden Projekten vorzustellen. Das Projekt versteht sich als Impulsgeber für integrierte Ansätze und fachliche Lösungen sowie für die Initiierung und Begleitung des energetischen Stadtumbaus im Bestand.

Alle Detaíls finden Sie hier in diesem Flyer.

00-Teilnehmerliste

01 Prof. Genske-Energiewende global denken – lokal handeln

02 VAUTZ – Chancen und Potenziale der Fern-Wärmeversorgung

03 Kersten, Quaas, Roselt – Das Projekt effort

05 Dr. Gregor Langenbrinck – Energetische Stadtsanierung

06 green with IT Berlin – IT-gestützte Energieeffizienz in Wärmeenergie-Haushalten

07-SCHMIDT-Energieeffizienz-in-Partnerschaft

Drei Beiträge green with IT zum 5. Smart Home und Metering Summit am 28. und 29.10.15 in München

Watch out Apple! Im Smart Home-Markt tut sich einiges! Auf kontinentaler und globaler Ebene schreiten Normierungsbemühungen voran, sodass bald ein einheitlicher Interoperabilitätsstandard die Gewerke unterschiedlichster Hersteller kompatibel macht; auch ohne Gefangener des Apple-App-Stores zu sein. Analysten und Marktforscher präsentieren ihre neuesten Untersuchungen, welche Marktsegmente gesättigt sind, welche Potential haben. Mittendrin: massenmarktaugliche Geschäftsmodell-Ansätze aus der Hauptstadtregion!

zur Veranstaltung-Homepage

green with IT wird mit drei Fachvorträgen die Belange der Immobilien- und Wohnungswirtschaft in Form disruptiver Geschäftsmodelle mit einbringen: Nutzung der Smart Devices der Mieter in Kombination mit “Geldeinsparen” durch Energieeffizienz: Dies sind erfolgversprechende Komponenten, um das Thema “Smart Home” endlich mit massentauglichen Geschäftsmodellen zu untersetzen.

Der Leiter des Kompetenzfeldes 5, Dr.Lutz Martiny, wird die Sicherheitsfragen der Endnutzer aus mehreren Blickwinkeln ausleuchten: Verhinderung von Identitätsdiebstahl oder -drittverwertung, Gestaltungsoptionen von Lastenheften analog zum Protokoll TR 03109 des Bundesamtes für Sicherheitsfragen im Informationswesen (BSI), Vermittlung eines “Sicherheitsgefühls” und die Voraussetzungen dazu (29.10. um 11.30 h Session 5).

Privatsphäre und Sicherheit im smarten Home

Auch Armin Anders von der EnOcean-Allianz wird sich vor diesem Hintergrund ausführlich zu “Fragen der Nutzerakzeptanz” äußern und dabei Trennschärfe zu solchen Ansätzen herstellen, denen der Massenmarkt bisher versprerrt blieb: KNX, EEBus usw (29.10. um 11.30 h Session 4).

Das zentrale Netzwerkmanagement wird  am disruptive Energieeffizienz-Einsparansätze aus Sicht von Vermietern und Mietern kommunaler und genossenschaftlicher Wohnungsunternehmen erläutern (29.10. um 09.00 h Auftakt Session 5).

monitoring daten

Wärmedämm-Verbundsysteme: Risikostudie der Wohnungswirtschaft

In der Diskussion um die Energiewende ist das Thema Dämmung und Dämmstoffe zunehmend erheblicher Kritik ausgesetzt. So prangerte der Spiegel am 1. Dezember 2014 unter dem Titel „Die Volksverdämmung“ Wärmedämmung als unwirtschaftlich und umweltschädlich an. Die Stiftung Baukultur beklagte im Baukulturbericht die Verschandelung des Stadtbildes durch Außenwärmedämmung, die Welt sprach von „Luftdichten Klimabüchsen“ (26. November 2014) und andere Quellen von der Dämmstoffmafia. Der WDR geißelte in seinem Fernsehformat „Könnes kämpft“ Fassadendämmungen als einseitige Interessenpolitik von Industrie, Politik und Lobbyverbänden. Bilder brennender Polystyrolfassaden ergänzen hochemotional den negativen Imagewandel. Die Energieeffizienz rückt dabei in den Hintergrund. Zur Versachlichung der Diskussion ist eine Differenzierung notwendig, denn auf das richtige Maß von Wärmedämmung, Luftdichtigkeit und technischen Anlagen (Heizung, Warmwasserbereitung und Lüftungsanlagen) kommt es an.

So ist es wichtig, herstellerunabhängig und lobbyfrei durchplanen zu können. Bei der Planungskonzeption sollten die Belange des Gebäudes, nicht die Ausschreibungshilfen des WDVS-Herstellers oberste Bedeutung haben. Hier bietet sich an, die ALFA-Philosophie des BBU anzuwenden und zunächst bei einer sogenannten Gebäudesimulation die gering investiven, aber genau validierbaren Erstmaßnahmen aus haustechnischer Optimierung vorn an zu stellen. Dabei kann eine sogenannte “Leiter” angesetzt werden, die sich strikt auf Kostenbegrenzung ausrichtet, bevor Hüllflächen gedämmt werden:

1. hydraulischer Abgleich
2. selbstlernende, plug-and-play-fähige Einzelraumregelungen
3. Energiemanager mit bidirektionaler Steuerung und IP-basiertem Managements des Volumenstroms und des Speichers
4. Quartiers-Software mit Benchmark der wichtigsten Energie-Einflussfaktoren aus Heizwärme und Warmwasser

Weder zu viel noch zu wenig Wärmedämmung ist energetisch sinnvoll und damit klimaeffizient. Es
bedarf immer einer objektiven Bewertung des konkreten Gebäudes. Bauphysikalischen und brandschutztechnischen Erfordernissen ist dabei genauso Rechnung zu tragen, wie ästhetischen Aspekten und Kostenfragen. Auch die Wahl des jeweils geeigneten Dämmstoffes hat erhebliche Auswirkungen. Und nicht zuletzt muss das neu entstehende Gesamtsystem funktionsfähig sein.

Insbesondere das Thema „Brandschutz“ nehmen der BBU und seine Mitgliedsunternehmen sehr ernst. Dabei ist in Deutschland davon auszugehen, dass bauaufsichtlich zugelassene Produkte und Systeme ausreichend sicher sind. So handelt es sich bei dem weit verbreiteten Polystyrolschaum um einen solchen vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) geprüften und zugelassenen Baustoff, der sich zudem seit Jahrzehnten im Neubau wie auch der Bestandssanierung bewährt hat. Seine Verwendung erfolgt nach Kenntnissen des BBU ausschließlich unter Befolgung der jeweils gültigen baurechtlichen und bauaufsichtlichen Vorschriften, die auch das Thema „Brandschutz“ hinreichend einschließen.

Die Produkte werden ständig weiterentwickelt und ihre Einsatzparameter fortgeschrieben. So geht der BBU davon aus, dass von der Bauministerkonferenz hinsichtlich zukünftiger Dämmmaßnahmen mit Polystyrol in den Gebäudeklassen 4 und 5 (7-22 m Höhe) ergänzende technische Anforderungen, wie zusätzliche Brandriegel im Sockelbereich, eingeführt werden, um in Fällen vorsätzlicher Brandstiftung eine Brandausbreitung zu begrenzen. Weiterhin erwarten wir, dass ein Merkblatt mit Abstandsempfehlungen von Brandlasten vor Wärmedämmverbundsystemen mit Polystyroldämmplatten erarbeitet wird.

Die Alternativen zu Polystyrol als Dämmstoff sind vielfältig – anorganische Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen und organische Dämmstoffe aus nachwachsenden oder synthetischen Rohstoffen. Diese sind jedoch in der Regel noch deutlich verarbeitungs- und kostenaufwendiger. Die Entwicklung ist auch hier längst nicht abgeschlossen, sodass Eigenschaften, Einsatzbereiche und Kosten permanent optimiert werden und damit in Zukunft eine deutlich höhere Einsatzquote zu erwarten ist.

Zum Original-Artikel des BBU

Einbezug von Lüftungsanlagen in die Sanierungsplanung ist teuer

BEI DEN DIESJÄHRIGEN BERLINER ENERGIETAGEN  veranstalteten GdW und BBU am 29. April 2015 gemeinsam erstmalig einen Tag der Wohnungswirtschaft. Ziel der Veranstaltung war es, einer breiteren Fachöffentlichkeit die hohe Kompetenz der Wohnungsunternehmen im Bereich Energieeinsparung nahe zu bringen. Ein solcher  Austausch über gute Lösungen, Messwerte, aber auch Schwierigkeiten hilft, die richtigen Strategien für die Zukunft weiter zu verfolgen.

Am Vormittag fand die GdW-Veranstaltung “Energieeffizienz in der Praxis – Erfahrungen der Wohnungswirtschaft” statt. Sie trug dazu bei, die Diskussion auf der Basis von praktischen Erfahrungen und Messwerten zu führen. Die Vorträge des Vormittags zeigten sowohl für Neubau als auch für energetische Modernisierungen, dass höhere Anforderung zwar möglicherweise etwas mehr Energieeinsparung bringen, dass hohe energetische Standards, insbesondere bei Einbeziehung von Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung, für Mieter jedoch teurer sind als der nächstniedrigere Standard ohne Lüftungsanlage.
Seit 2007 liefert das BBU-Projekt ALFA® – Allianz für Anlageneffizienz reichhaltige Praxiserfahrungen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Heizungs- und Warmwasser-Anlagen. Auch der VNW hatte das Projekt als ALFA®-Nord durchgeführt. Die Erfahrungen der BBU-Mitgliedsunternehmen wurden auch in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bestätigt.

Die Vorträge der Veranstaltung zogen Konsequenzen aus diesen Erfahrungen und zeigten Vorgehensweisen für die Energieeffizienzsteigerung im Wohnungsbestand auf, die sogar zu einer Entlastung der Mieter führen können.

Bernd Scheithauer, Firma danfoss, brillierte mit einer konzentrierten Fortbildung zum Thema „Hydraulischer Abgleich“, unter Einsatz innovativer Technik. Jörg Rose, Wohnungsgenossenschaft „Treptow Süd“, schilderte die Strategie eines Wohnungsunternehmens hin zu optimierter Betriebsführung und Anlagenmonitoring.
Abschließend stellte Margit Gustiné, IKuB, anhand der aktuellen Auswertungen von Gebäuden des ALFA®-Projekts des Energieverbrauches über acht Jahre dar, wie mit einem Investitionsaufwand von durchschnittlich 6,47 Euro/Quadratmeter Wohnfläche Einsparungen von bis zu 54 kWh/ Quadratmeter  (Ø 22 kWh/Quadratmeter) erzielt werden konnten. Im Laufe der Jahre nimmt der Energieverbrauch für Warmwasser einen immer größeren Anteil am Gesamtenergieverbrauch in Mehrfamilienhäusern an.

In der abschließenden Diskussion  der mit über 100 engagierten Teilnehmern gut besuchten Veranstaltung  wurde deutlich, dass durch Anlagenoptimierung ein erheblicher Beitrag zur Energieeffizienzsteigerung geleistet werden kann, dabei der Bereich Trinkwarmwasser mehr in Focus gerückt werden muss. Voraussetzung ist eine systematische Vorgehensweise von der Grobanalyse, der Feinanalyse über die qualifizierte Umsetzung bis zur Erfolgskontrolle, zum begleitenden Monitoring und Energiemanagement.

Vortrag von Dr. Ingrid Vogler, GdW

 

Contra Teuerung bei Wärme und Strom – Sächsische Wohnungsgenossenschaften planen eigene Energieerzeugung

Der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) lud seine Mitglieder zum Thementag „Unabhängige Energieversorgung“ ins Wasserkraftwerk Mittweida ein. Seit Jahren bemühen sich die sächsischen Wohnungsgenossenschaften neben der Kaltmiete auch die sogenannte „2. Miete“, die warmen und kalten Betriebskosten, in Grenzen zu halten. Fast 90 Prozent aller Gebäude sind energetisch saniert. Diese Modernisierungsmaßnahmen und die Verbesserung der Anlagentechnik zur Warmwasseraufbereitung und zur Beheizung wirken sich insgesamt positiv auf den Verbrauch aus.

„Während der niedrigere Verbrauch anfangs auch zu deutlichen    Nebenkosteneinsparungen führte, wird
dieser Spareffekt jetzt von immer weiter steigenden Versorgungspreisen (über-)kompensiert und erreicht die Mitglieder unserer Wohnungsgenossenschaften nicht“, erklärte Dr. Axel Viehweger, Vorstand des VSWG.
Ein durchschnittlicher sächsischer Haushalt einer Genossenschaft gibt bereits heute mehr als ein Viertel der Wohnkosten für Wärme und Strom aus. Neben der Abhängigkeit der Preisentwicklung für die primären Rohstoffe Erdöl und Erdgas gibt es eine weitere Anhängigkeit von den Energieversorgungs-unternehmen und Stadtwerken. Durch langfristige Lieferverträge und tendenziell steigende Grundgebühren werden Preissteigerungen in der Regel weitergegeben. Die Mieter aber profitieren im Gegensatz oft nicht von Preisrückgängen auf den Rohstoffmärkten oder den geringeren Verbräuchen. Vor diesem Hintergrund scheint die eigenständige Energiegewinnung zur Selbstversorgung eine Möglichkeit, der Entwicklung der Betriebskosten entgegenzusteuern und sich so vom Markt abzusetzen.

„In den letzten Jahren konnten so bereits erste Projekte sächsischer Wohnungsgenossenschaften geplant und zum Teil sogar umgesetzt werden. Dabei lässt sich der Trend, weg vom Einzelgebäude, hin zur kompletten Quartiersbetrachtung erkennen“, so Sven Winkler, Referent für Betriebswirtschaft, Energie und Technik beim VSWG.
Die 219 im Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) organisierten Wohnungs-genossenschaften sind ein bedeutender Faktor im sächsischen Wohnungsmarkt. Sie bewirtschaften mit insgesamt 278.743 Wohneinheiten 20,9 Prozent des gesamten Mietwohnungsbestandes im Freistaat Sachsen und bieten damit rund einer halben Million Menschen ein zukunftssicheres Zuhause.

In der Gemeinde Sebnitz konnte durch Initiative der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Sebnitz eG beispielsweise ein Nahwärmenetz in Betrieb gehen. Die notwendige Wärme wird aus einer Kombination aus einem mit Biogas betriebenen Blockheizkraftwerk (BHKW), einem Pelletkessel sowie einem konventionellen Erdgas-Kessel erzeugt. Ein weiteres wegweisendes Projekt könnte eine Quartierslösung in der Gemeinde Lohmen im Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge werden, bei der öffentliche Gebäude mit Wohngebäuden einer Genossenschaft und mehrerer privater Eigentümer dezentral versorgt werden sollen. Einen wesentlichen Baustein bildet dabei der nahegelegene Fluss Wesenitz. Mit Hilfe einer Wärmepumpenkaskade könnte u.a. rund um die Uhr Wärme erzeugt werden.
Der nächste Schritt zur unabhängigen Energieversorgung wäre konsequenterweise die Erzeugung und Nutzung von Strom als „Nebenprodukt“ eines BHKW‘s oder aus einer Photovoltaik-Anlage auf den Dächern der Wohnungsgebäude. Derzeit widersprechen sich jedoch die Klimaschutzziele der Bundesregierung und die steuerlichen sowie energierechtlichen Rahmenbedingungen. „Da der Großteil des Strombedarfs einer Wohnungsgenossenschaft auf die Mitglieder und nicht die Genossenschaft selbst entfällt, kommt ein Eigenverbrauch in der Regel kaum in Frage. Folglich muss der Strom in der Regel für eine niedrige Vergütung ins öffentliche Netz eingespeist werden. Sinnvoller wäre der Verbrauch des Stroms direkt vor Ort durch die Mitglieder. In diesem Fall müsste sich die Wohnungsgenossenschaft als Energiever-sorgungsunternehmen behandeln lassen und die gleichen Kriterien wie ein Energieriese auf sich anwenden. Zusätzlich würde in der Regel die Steuerfreiheit im Vermietungsgeschäft verloren gehen. In allen Fällen stehen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis, so dass bisher alle Projekte gescheitert sind“, erläutert Sven Winkler.

Neben allgemeinen Trends in der Energieversorgung verdeutlichte Prof. Timo Leukefeld auf eindrucksvolle Art den Weg von der Vision zur Realität anhand bereits vorhandener Projekte beim heutigen Thementag im Wasserwerk Mittweida. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die rechtlichen „Fallstricke“ bei einer unabhängigen Energieversorgung und Wege, die selbsterzeugte Energie im Rahmen der Nebenkosten abzurechnen. Am Nachmittag standen vor allem bereits praktizierte und theoretische Geschäftsmodelle sowie Effekte von Speichermedien auf der Agenda, welche eine unabhängige Energieversorgung trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ermöglichen sollen. Die Veranstaltung bot Anlass für intensive Diskussionen und ermöglichte zudem die Pflege und Erweiterung der bestehenden Netzwerke.
„Zur Realisierung der Ziele der sächsischen Wohnungsgenossenschaften, die Preise für Energie zu senken oder zumindest weitere Preissteigerungen zu verhindern, bedarf es individueller Lösungen mit verlässlichen Partnern aus der Branche. Vor diesem Hintergrund werden wir auch stärker mit Energiegenossenschaften zusammenarbeiten, da diese neben der fachlichen Kompetenz vor allem die gleichen ideellen Werte besitzen und die genossenschaftliche Idee stärken“, so der VSWG-Vorstand.

Mit der Energiehaus Dresden eG ist zum 01.01.2015 die erste Energiegenossenschaft dem VSWG beigetreten. „Die Änderung der Satzung des VSWG und damit die Öffnung für Energiegenossenschaften war ein wichtiger und richtiger Schritt in die Zukunft“, betonte Sebastian Brandt, Vorstand der Energiehaus Dresden eG, am Rande der Veranstaltung in Mittweida. Der Klimawandel und die dadurch induzierten Veränderungen auf dem Energiemarkt werden die sächsischen Wohnungsgenossenschaften noch vor zahlreiche Herausforderungen stellen. Mit dem Thementag „Unabhängige Energieversorgung“ ist bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung gelungen.
Vivian Jakob

Zum Original-Beitrag

 

Energieefizienz: Die Welt schaut in Berlin auf Smart Options

Nun hat die “METROPOLITAN SOLUTIONS” als Kongress mit Messe-Fortsatz erstmals in Berlin stattgefunden und war sofort Magnet für Bürgermeister, Planer, Strategen und Städteplaner. Thomas Rilke, Leiter der ehemals in Hannover angesiedelten Veranstaltung, hatte vorab eine zunächst sehr kräftig anmutende Duftmarke gesetzt: “Wir wollen die weltweit größte und bedeutendste Smart City Konferenz der Welt werden und Energieefizienz wird der Motor”.

Dr. Roland Busch, Vorstand der Siemens AG, hatte s zur Eröffnung der parallel stattfindenden “Asien-Pazifik-Wochen” auf den Punkt gebracht: “Ich treffe wöchentlich andere Bürgermeister großer Metropolen weltweit. Alle erklären, nun ihre Cities zu “Smart Cities” umzubauen. Doch keiner weiß so recht, wie….

Antworten auf die vielfältigen Fragen gab es auf der Kongressmesse zuhauf. Zentraler Neugierpunkt: Wie erkennen wir den Teufel im Detail, wie können kommunale Entscheider an die Gestaltung in den unterschiedlichen Klimazonen “herangehen”? Unser Netzwerk hatte sich zum Ziel gesetzt, aus den Überschriften aller Konferenzen das Thema “Energieefizienz” zu fokussieren, diese thematischen Zukunftsoptionen mit den Stärken der Hauptstadtregion zu addieren und der Welt ein Schaufenster lohnender Optionen zu bieten: Die Smart Options 2015 Conference.

Moderiert von Bloomberg News (Stefan Nicola) nach einer kurzen Begrüßung durch Netzwerkmanager Jörg Lorenz, green with IT, eröffnete Graham Martin von der EnOcean-Alliance aus San Ramon, California, die Konferenz mit einer großen infrastrukturellen “Stellschraube”: Optionen des “Energy Harvestings”, d.h. gering investive, kabel-und batterielose Sensorsysteme mit besonderer Option beim Sanieren: Es entfallen Schlitz- und Stemmarbeiten; das disruptive neue IT-Protokoll läßt sich beliebig mit gängigen Protokollen austauschen und in neue App´s einstellen.

Klimaoptionen der Zukunft präsentierte Prof. Ernst Huenges vom GFZ in Potsdam am Beispiel hoher Nutzungsgrade der geothermisch basierten Heizungskonzepte: Aus 1 kWh elektrisch zugeliefertem Strom werden bis zu 100 kWh thermischer Energie gewonnen.

Eric L ´Helguen von der Embix AG aus der Paris-Region stellte Ansätze zumthemenübergreifenden Dialog aller Stakeholder einer Regionvor und animierte zum Nachmachen: “Ich bin gern bereit, ein regionales Projekt zunächst zu begleiten, um dann bei einem horizon 2020-Antrag die folgenden Pilotierungsmaßnahmen in der Paris Region mitzugestalten”.

Ohne Sicherheit über das in Kürze erwartete Protokoll TR 03109 bzw. dessen analoge Ansätze werde es kein Vetrauen der Endnutzer geben, prognostizierte Dr. Lutz Martiny (Leiter KF 5 green with IT) und skizzierte Wege, wie Vertrauen gewonnen werden kann: Sicherheitstechnische Basiskomponenten für App´s, die von Vermietern an Mieter weiter gegeben werden könnten.

Optimierungsquotienten von bis zu 67% in Wohnquartieren stellte Hans Symanczik (Leiter KF 2 green with IT) vor. Aus dem Einzelraum hoch skaliert bis ins Quartier: stringentes Management der Gebäudeautomation kann in Verbindung mit Energy Harvesting und Optimierung der Volumenströme
des Heizungsvorlaufs reichlich “geerntet” werden. Doch eine umfassende Aufnahme aller Details ist hier vonnöten.

Abgerundet wurden die Konferenzthemen durch Aspekte neuer Arbeitswelten: Thomas Dehler, CEO von Value 5 aus Berlin (Leiter KF 3 green with IT) und work@home-Evangelist: Ich kann mir vorstellen, in jedem Wohngebiet jeweils 10 Home-Arbeitsplätze unter den Mietern kommunaler Wohnungsbaugesellschaften auszuschreiben. Disruptive Ansätze, neuer Dampf………

Wie kann eine mietergerechte Smart App über wohnungswirtschaftliche Kernprozesse finanziert werden? Dies wurde in der Abschlußpräsentation deutlich, die von Jörg Hofman (Leiter KF 4 green with IT) ausgearbeitet worden war: browsergestützte Dienste versus proprietäre Protokolle, so lautete das Motto und so gestalten sich die Lösungswege für offene Systeme, die Investitionen der Wohnungswirtschaft in Infrastruktur ersparen sollen:

Zur Vorbereitung eines eigenen horizon 2020-Antrages sollen zunächst acht kommunale Wohnungsunternehmen die Zukunftsoptionen im Rahmen von Pilogtierungsmaßnahmen mit Landesförderung aus GRW-Mitteln ausprobieren, Mieter integrieren und Synergien aus B2B- und B2C-Prozessen heben: Basis wird eine intensive Analyse und Gestaltung aller wichtigen wohnungswirtschaftlichen Prozesse. Hier ist die Cash-Cow klar: Die Heizkostenerfassung, -ablesung und -einbuchung in wohnungswirtschaftliche ERP-Systeme holt die Wohnungswirtschaft thematisch ab. Hier liegt ein enormes wirtschaftliches Gestaltungspotenzial. Andere Prozesse gruppieren sich um eine völlig neue Serviceidee: Die Heizverbrauchs-Visualisierung auf dem Smart App der Mieter. Ohne Infrastruktur-kosten, ohne Eigeninvestitionen der Wohnungswirtschaft.

Geschäftsmodelle? Ja bitte, genau dies ist zentrales Pilotierungsthema! Mieterintegration? Nur so!

 

B2B_DE_fullB2C_DE_full

Vertreter von Forschungs- und Consultinginstituten aus aller Welt waren gekommen und erwarten präzise Antworten auf Fragen zur Energieoptimierung in Quartieren, zur Kommunikation mit Endnutzern auf neuen und disruptiven Wegen. Wie können offene Systeme dafür sorgen, dass “Smart Home”-Applikationen aus der Ecke der “High-End”-Nutzung herausgelockt und in den Massenmarkt gebracht werden?

Die Smart Options-Konferenz hat 2015 den Dialog mit Fachleuten aller Disziplinen begonnen. Bis 2016 sollen erste Pilotierungs-Schwerpunkte vorgelegt werden. Bürgermeister und Landräte sollen ein Benchmark-Tool erhalten, mit dem die “bullet points” aus deren Sicht frei gestaltet und über die Folgejahre beobachtet werden sollen. Green with IT und die internationalen Gestalter des Bürgermeister-Dialogs arbeiten daran. Deutschland wird international als “Big Player” bei der Gestaltung der Energieeffizienz angesehen. Energieeffizienz ist der Treiber neuer Geschäftsmodelle mit Optionen für den Massenmarkt.

Nutzen wir diese aktuelle Führungsrolle zur innovativen Gestaltung und laden wir die Welt weiter jährlich ein, uns dabei zuzusehen und Anregungen in Projekte mit nach Hause zu nehmen.

horizon 2020 Vorstellung green-with-it-Antragsziele bei der EU-Kommission in Brüssel

Am 29.04.2015 hat green with IT seine langfristigen Antragsziele im Rahmen eines Projekt-Workshops bei der EU-Kommission in Brüssel vorgestellt. Berlin Partner hatte eingeladen und wichtige Fachleute aus der Kommission kamen in die Brüsseler Berlin-Depandance am Place Ambiorix. Eingebettet in die Themenkreise der Energieeffizienz, Smart Home und erneuerbare Energien, konnte unser Netzwerk die Fahrpläne für einen eigenen horizon 2020 – Antrag  umfassend erörtern und Entscheidungsgrundlagen ausführlich mir erfahrenen Profis diskutieren.

Zum gwit-Beitrag

Eric Lecomte, Policy Officer der DG für Energie, beschäftigt sich hauptsächlich mit Anträgen zu den Themen “new energy technologies, innovation and clean coal”. Sein Kommentar: “Ihre Antragsziele sind höchst interessant für uns. Ich kann Sie nur ermutigen, den neuen Projektcalls für 2016/2017 zu folgen. Im September werden wir dazu eine Fachveranstaltung in Brüssel organisieren, zu der ich Sie herzlich einlade”.

Mit Berlin-Partner, vertreten durch Anke Wiegand, Jörg Exner und Markus Hell, wurde folgender Fahrplan verabredet:

– Konstituierung einer Arbeitsgruppe unter Zuhilfenahme eines BMBF-Vorbereitungsprojektes. Hier finden sich  – bei erfolgreicher Zuwendung – die Konsortialpartner in Ruhe und besprechen die “objectives, work packages, timelines und deliverables” bis zur Antragsreife.

– im September werden die passenden Calls für 2016/2017 identifiziert

– für das Frühjahr 2016 wird eine Antragstellung angestrebt.

Neben den guten Kontakten zu vielen skandinavischen Netzwerken und Partnern können über das Büro von Berlin Partner Brüssel auch weitere potenzielle Partner und -cluster gefunden werden. Hierzu zählen neben Barcelona auch Wien und Paris Region sowie die Lombardei.