Digitale Transformation auf der Light+Building 2018: green with IT präsentiert bus-basierte CO2-Senkungsstrategien

green with IT präsentierte auf der light & building 2018

Die Digitale Transformation erfasst und verändert auch die Gebäudeautomation und das Gebäudemanagement. Die Kommunikation zwischen Geräten und Systemen war schon bisher ein zentrales Element intelligenter Gebäude. Das Internet of Things (IoT) hebt jetzt die Möglichkeiten der Vernetzung auf eine neue Ebene. Zwingende Voraussetzung dafür ist Interoperabilität, welche ein entscheidenden Faktor dafür sein wird, die Potenziale überhaupt nutzen zu können. Weiterlesen

Grundlagenveranstaltung des BBU zum Thema „DGSVO in der Wohnungswirtschaft“

BBU-Verbandskonferenz „Datenschutz-Grundverordnung – neue Pflichten für die Wohnungsunternehmen“ am 13. Februar 2018

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) hat am 13. Februar 2018 eine mit 200 Personen sehr gut besuchte Verbandskonferenz zum für alle Mitgliedsunternehmen sehr wichtigen Thema der Auswirkungen der neuen Datenschutz-Grundverordnung, die ab dem 25. Mai 2018 gilt, abgehalten.

Zu Beginn der Verbandskonferenz wies BBU-Vorstand Maren Kern Weiterlesen

01.03.2018 IHK Berlin: Wärmewende-Veranstaltung zu Energieeffizienz-Erfolgen made by IoT

Durch Energieeffizienz zum Smarten Quartier war das Motto der Veranstaltung, Erfolgsbeispiele aus der Wohnungs- und Gewerbewirtschaft waren der Inhalt, Unterstützung Berliner CO2-Ziele sind das nachhaltige Thema. Welcher Gewinn entsteht auch für die Endnutzer aus der Verbindung von Energieeffizienz und digitalen Werkzeugen aus dem „Internet of Things“? Wie genau lassen sich Stadtrenditen rechnen, welchen Beitrag kann die Heizenergie zur Verbesserung der Klimabilanz in validen Tonnagen leisten?

Das Beste vorweg: Die konstruktive Debatte um die CO2-Ziele Berlins war durch die Grundlagen-Vorträge  so inhaltsreich vorbereitet, dass das Gesamtplenum trotz vorweg diskussionsbedingter Zeitüberschreitung und trotz lockendem Buffets kein Ende finden wollte Weiterlesen

green with IT -Veranstaltung am 15.01.2018 im Energieforum West – IoT: Praxisumsetzungen der digitalen Transformation in der Wohnungswirtschaft

Rückmeldung zum Energieforum West

In der Vergangenheit etablierte sich das Energieforum West zum Leit-Kongress der Wohnungswirtschaft rund um Energieeffizienz und Energieerzeugung. Am 15. und 16. Januar 2018 kamen erneut hochkarätige Akteure und Praktiker unterschiedlicher Fachrichtungen für den interdisziplinären Austausch zusammen. Ziel war es, Wissen aus ersten Umsetzungen zu transferieren, innovative Ideen zu entwickeln und zukunftsweisende Geschäftskonzepte voranzutreiben.  

Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Handwerk, Energiedienstleister, Wissenschaft und Forschung, Verbände und Politik – sie alle beschäftigt die Energiewende. Sie erarbeiten neue Konzepte, machen eigene Weiterlesen

“degewo Innovationspreis: Smart Up the City 2017” – 20 Teilnehmer präsentieren ihre Ideen – Die 5 Finalisten stehen fest

Beim ersten „degewo Innovationspreis: Smart Up the City 2017“ stehen die 5 Finalisten fest. Der Preis wird erstmals für anwendbare, digitale Technologien, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle rund um die Themen Immobilienmanagement, Energieversorgung, Gebäudeautomation, Mobilität und Kommunikation vergeben. 20 Bewerber wurden von degewo zum Pitch-Event ins Telefónica BASECAMP nach Berlin-Mitte eingeladen, 5 qualifizierten sich für die Endrunde.

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EBZ-Konferenz Europäische Fördermittel für die deutsche Wohnungswirtschaft

Die Europäische Union stellt allen Branchen Fördermittel zur Verfügung. Die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft beansprucht bis jetzt aber nur einen winzigen Bruchteil davon. Für Wohnungsunternehmen im Alltagsbetrieb gilt: Zu unbekannt sind die Möglichkeiten, zu komplex die Akquise. Deshalb ist am EBZ – Europäisches Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW sowie dem Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen eine Beratungsstruktur rund um europäische Fördermittel und -möglichkeiten entstanden.

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Nachhaltiges Wohnen: Wohnungswirtschaft legt neuen Leitfaden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung vor

Mit fünf Mitgliedsbetrieben nahm green with IT an der Nachhaltigkeitskonferenz des GdW teil und stellte dem Präsidenten Axel Gedaschko die Idee der Clusterung aller Wohngebiets-Wasserspeicher zur Versorgung mit regenerativer Energie als „große Stellschraube“ vor. Gemeinsam kann diese riesige Kapazität der Politik als Handlungsfeld klimabilanz-verbessernden Wirkens zusammen mit bewuusteren Mietern vorgestellt werden.

Zur Nachhaltigkeitsberichterstattung gegenüber Stakeholdern hat der GdW gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Große Wohnungsunternehmen (AGW) und dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) im vergangenen Jahr eine auf die Wohnungswirtschaft ausgerichtete branchenspezifische Ergänzung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) vorgenommen. Damit wird vor allem kleineren und mittleren Wohnungsunternehmen, die keine umfassende Nachhaltigkeitsberichterstattung durchführen, ein Instrument für eine sehr schlanke und fokussierte Berichterstattung an die Hand gegeben.

Der neue „Leitfaden zur branchenspezifischen Ergänzung des DNK – Orientierungshilfe für Wohnungsunternehmen des GdW“ soll als Unterstützung zur Beantwortung der DNK-Kriterien dienen. Dazu haben sechs Wohnungsunternehmen in einem gemeinsamen Modellprojekt den Prozess der Abgabe einer DNK-Entsprechenserklärung, eines darauf bezogenen Erfahrungsaustausches sowie einer gegenseitigen Beratung durchlaufen.

„Für Wohnungsunternehmen ist der neue Leitfaden zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex, der speziell für die Wohnungswirtschaft ergänzt wurde, eine unverzichtbares Instrument. Damit können wir auf einfache Art offen legen, was wir tun, um die großen Herausforderungen im Bereich Wohnen und Umwelt zu lösen“, sagte Franz-Bernd Große-Wilde, Verbandsratsvorsitzender des GdW und Vorstandsvorsitzender der Spar- und Bauverein eG Dortmund – eines der Wohnungsunternehmen, die Teil des Modellprojekts waren.

„Die Wohnungswirtschaft bestärkt mit dem neuen Leitfaden erneut ihr Bekenntnis zur nachhaltigen Unternehmensführung. In ihrem Geschäftsmodell der dauerhaften und qualitätsvollen Bewirtschaftung von Wohnungen spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle. In der öffentlichen Kommunikation der Wohnungsunternehmen gegenüber ihren Stakeholdern hat dies zwei Ausprägungen: die Zertifizierung neuer Wohngebäude und die Nachhaltigkeitsberichterstattung“, so der GdW-Chef.

Der „Leitfaden zur branchenspezifischen Ergänzung des DNK – Orientierungshilfe für Wohnungsunternehmen des GdW“ zum Download

Alle Infos zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex: www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de. Weitere Infos zur Nachhaltigkeit in der Wohnungswirtschaft finden Sie hier.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.

green with IT hat jüngst erste eingebettete Simulationen von Bestandsgebäuden vorgelegt. Schwerpunkt ist die Integration von wind-to-heat-Kapazitäten in Wohngebiete über die dort vorhandenen Wasserspeicher zur Warmwasser-Versorgung. Heizwärme in Wohngebäuden hat einen Anteil von 35% an der nationalen Klimabilanz. Warmwasserproduktion macht davon ca. 20% aus.

An diesem nationalen Bilanzposten von 7% hat die kommunale und genossenschaftliche Wohnungswirtschaft einen hohen Anteil über die großen Wohnungsunternehmen, die riesige Gebäudekomplexe wie etwa das Märkische Viertel steuern.

Doch es gibt aktuell noch viele Hemmnisse, dieses Potenzial zu erschließen, u.a. auch steuerliche Gründe. Diese Hemmnisse sollten Gegenstand der detaillierten Arbeit zur Verbesserung der Klimabilanz werden. Wenn die politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden, so kann sich hier ein neues großes Potenzial der deutschen Energiewende als praxisnahe Lösung für „smartere Cities“ entfalten.

Wärmedämm-Verbundsysteme: Risikostudie der Wohnungswirtschaft

In der Diskussion um die Energiewende ist das Thema Dämmung und Dämmstoffe zunehmend erheblicher Kritik ausgesetzt. So prangerte der Spiegel am 1. Dezember 2014 unter dem Titel „Die Volksverdämmung“ Wärmedämmung als unwirtschaftlich und umweltschädlich an. Die Stiftung Baukultur beklagte im Baukulturbericht die Verschandelung des Stadtbildes durch Außenwärmedämmung, die Welt sprach von „Luftdichten Klimabüchsen“ (26. November 2014) und andere Quellen von der Dämmstoffmafia. Der WDR geißelte in seinem Fernsehformat „Könnes kämpft“ Fassadendämmungen als einseitige Interessenpolitik von Industrie, Politik und Lobbyverbänden. Bilder brennender Polystyrolfassaden ergänzen hochemotional den negativen Imagewandel. Die Energieeffizienz rückt dabei in den Hintergrund. Zur Versachlichung der Diskussion ist eine Differenzierung notwendig, denn auf das richtige Maß von Wärmedämmung, Luftdichtigkeit und technischen Anlagen (Heizung, Warmwasserbereitung und Lüftungsanlagen) kommt es an.

So ist es wichtig, herstellerunabhängig und lobbyfrei durchplanen zu können. Bei der Planungskonzeption sollten die Belange des Gebäudes, nicht die Ausschreibungshilfen des WDVS-Herstellers oberste Bedeutung haben. Hier bietet sich an, die ALFA-Philosophie des BBU anzuwenden und zunächst bei einer sogenannten Gebäudesimulation die gering investiven, aber genau validierbaren Erstmaßnahmen aus haustechnischer Optimierung vorn an zu stellen. Dabei kann eine sogenannte “Leiter” angesetzt werden, die sich strikt auf Kostenbegrenzung ausrichtet, bevor Hüllflächen gedämmt werden:

1. hydraulischer Abgleich
2. selbstlernende, plug-and-play-fähige Einzelraumregelungen
3. Energiemanager mit bidirektionaler Steuerung und IP-basiertem Managements des Volumenstroms und des Speichers
4. Quartiers-Software mit Benchmark der wichtigsten Energie-Einflussfaktoren aus Heizwärme und Warmwasser

Weder zu viel noch zu wenig Wärmedämmung ist energetisch sinnvoll und damit klimaeffizient. Es
bedarf immer einer objektiven Bewertung des konkreten Gebäudes. Bauphysikalischen und brandschutztechnischen Erfordernissen ist dabei genauso Rechnung zu tragen, wie ästhetischen Aspekten und Kostenfragen. Auch die Wahl des jeweils geeigneten Dämmstoffes hat erhebliche Auswirkungen. Und nicht zuletzt muss das neu entstehende Gesamtsystem funktionsfähig sein.

Insbesondere das Thema „Brandschutz“ nehmen der BBU und seine Mitgliedsunternehmen sehr ernst. Dabei ist in Deutschland davon auszugehen, dass bauaufsichtlich zugelassene Produkte und Systeme ausreichend sicher sind. So handelt es sich bei dem weit verbreiteten Polystyrolschaum um einen solchen vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) geprüften und zugelassenen Baustoff, der sich zudem seit Jahrzehnten im Neubau wie auch der Bestandssanierung bewährt hat. Seine Verwendung erfolgt nach Kenntnissen des BBU ausschließlich unter Befolgung der jeweils gültigen baurechtlichen und bauaufsichtlichen Vorschriften, die auch das Thema „Brandschutz“ hinreichend einschließen.

Die Produkte werden ständig weiterentwickelt und ihre Einsatzparameter fortgeschrieben. So geht der BBU davon aus, dass von der Bauministerkonferenz hinsichtlich zukünftiger Dämmmaßnahmen mit Polystyrol in den Gebäudeklassen 4 und 5 (7-22 m Höhe) ergänzende technische Anforderungen, wie zusätzliche Brandriegel im Sockelbereich, eingeführt werden, um in Fällen vorsätzlicher Brandstiftung eine Brandausbreitung zu begrenzen. Weiterhin erwarten wir, dass ein Merkblatt mit Abstandsempfehlungen von Brandlasten vor Wärmedämmverbundsystemen mit Polystyroldämmplatten erarbeitet wird.

Die Alternativen zu Polystyrol als Dämmstoff sind vielfältig – anorganische Dämmstoffe aus mineralischen Rohstoffen und organische Dämmstoffe aus nachwachsenden oder synthetischen Rohstoffen. Diese sind jedoch in der Regel noch deutlich verarbeitungs- und kostenaufwendiger. Die Entwicklung ist auch hier längst nicht abgeschlossen, sodass Eigenschaften, Einsatzbereiche und Kosten permanent optimiert werden und damit in Zukunft eine deutlich höhere Einsatzquote zu erwarten ist.

Zum Original-Artikel des BBU

Contra Teuerung bei Wärme und Strom – Sächsische Wohnungsgenossenschaften planen eigene Energieerzeugung

Der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) lud seine Mitglieder zum Thementag „Unabhängige Energieversorgung“ ins Wasserkraftwerk Mittweida ein. Seit Jahren bemühen sich die sächsischen Wohnungsgenossenschaften neben der Kaltmiete auch die sogenannte „2. Miete“, die warmen und kalten Betriebskosten, in Grenzen zu halten. Fast 90 Prozent aller Gebäude sind energetisch saniert. Diese Modernisierungsmaßnahmen und die Verbesserung der Anlagentechnik zur Warmwasseraufbereitung und zur Beheizung wirken sich insgesamt positiv auf den Verbrauch aus.

„Während der niedrigere Verbrauch anfangs auch zu deutlichen    Nebenkosteneinsparungen führte, wird
dieser Spareffekt jetzt von immer weiter steigenden Versorgungspreisen (über-)kompensiert und erreicht die Mitglieder unserer Wohnungsgenossenschaften nicht“, erklärte Dr. Axel Viehweger, Vorstand des VSWG.
Ein durchschnittlicher sächsischer Haushalt einer Genossenschaft gibt bereits heute mehr als ein Viertel der Wohnkosten für Wärme und Strom aus. Neben der Abhängigkeit der Preisentwicklung für die primären Rohstoffe Erdöl und Erdgas gibt es eine weitere Anhängigkeit von den Energieversorgungs-unternehmen und Stadtwerken. Durch langfristige Lieferverträge und tendenziell steigende Grundgebühren werden Preissteigerungen in der Regel weitergegeben. Die Mieter aber profitieren im Gegensatz oft nicht von Preisrückgängen auf den Rohstoffmärkten oder den geringeren Verbräuchen. Vor diesem Hintergrund scheint die eigenständige Energiegewinnung zur Selbstversorgung eine Möglichkeit, der Entwicklung der Betriebskosten entgegenzusteuern und sich so vom Markt abzusetzen.

„In den letzten Jahren konnten so bereits erste Projekte sächsischer Wohnungsgenossenschaften geplant und zum Teil sogar umgesetzt werden. Dabei lässt sich der Trend, weg vom Einzelgebäude, hin zur kompletten Quartiersbetrachtung erkennen“, so Sven Winkler, Referent für Betriebswirtschaft, Energie und Technik beim VSWG.
Die 219 im Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) organisierten Wohnungs-genossenschaften sind ein bedeutender Faktor im sächsischen Wohnungsmarkt. Sie bewirtschaften mit insgesamt 278.743 Wohneinheiten 20,9 Prozent des gesamten Mietwohnungsbestandes im Freistaat Sachsen und bieten damit rund einer halben Million Menschen ein zukunftssicheres Zuhause.

In der Gemeinde Sebnitz konnte durch Initiative der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Sebnitz eG beispielsweise ein Nahwärmenetz in Betrieb gehen. Die notwendige Wärme wird aus einer Kombination aus einem mit Biogas betriebenen Blockheizkraftwerk (BHKW), einem Pelletkessel sowie einem konventionellen Erdgas-Kessel erzeugt. Ein weiteres wegweisendes Projekt könnte eine Quartierslösung in der Gemeinde Lohmen im Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge werden, bei der öffentliche Gebäude mit Wohngebäuden einer Genossenschaft und mehrerer privater Eigentümer dezentral versorgt werden sollen. Einen wesentlichen Baustein bildet dabei der nahegelegene Fluss Wesenitz. Mit Hilfe einer Wärmepumpenkaskade könnte u.a. rund um die Uhr Wärme erzeugt werden.
Der nächste Schritt zur unabhängigen Energieversorgung wäre konsequenterweise die Erzeugung und Nutzung von Strom als „Nebenprodukt“ eines BHKW‘s oder aus einer Photovoltaik-Anlage auf den Dächern der Wohnungsgebäude. Derzeit widersprechen sich jedoch die Klimaschutzziele der Bundesregierung und die steuerlichen sowie energierechtlichen Rahmenbedingungen. „Da der Großteil des Strombedarfs einer Wohnungsgenossenschaft auf die Mitglieder und nicht die Genossenschaft selbst entfällt, kommt ein Eigenverbrauch in der Regel kaum in Frage. Folglich muss der Strom in der Regel für eine niedrige Vergütung ins öffentliche Netz eingespeist werden. Sinnvoller wäre der Verbrauch des Stroms direkt vor Ort durch die Mitglieder. In diesem Fall müsste sich die Wohnungsgenossenschaft als Energiever-sorgungsunternehmen behandeln lassen und die gleichen Kriterien wie ein Energieriese auf sich anwenden. Zusätzlich würde in der Regel die Steuerfreiheit im Vermietungsgeschäft verloren gehen. In allen Fällen stehen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis, so dass bisher alle Projekte gescheitert sind“, erläutert Sven Winkler.

Neben allgemeinen Trends in der Energieversorgung verdeutlichte Prof. Timo Leukefeld auf eindrucksvolle Art den Weg von der Vision zur Realität anhand bereits vorhandener Projekte beim heutigen Thementag im Wasserwerk Mittweida. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die rechtlichen „Fallstricke“ bei einer unabhängigen Energieversorgung und Wege, die selbsterzeugte Energie im Rahmen der Nebenkosten abzurechnen. Am Nachmittag standen vor allem bereits praktizierte und theoretische Geschäftsmodelle sowie Effekte von Speichermedien auf der Agenda, welche eine unabhängige Energieversorgung trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ermöglichen sollen. Die Veranstaltung bot Anlass für intensive Diskussionen und ermöglichte zudem die Pflege und Erweiterung der bestehenden Netzwerke.
„Zur Realisierung der Ziele der sächsischen Wohnungsgenossenschaften, die Preise für Energie zu senken oder zumindest weitere Preissteigerungen zu verhindern, bedarf es individueller Lösungen mit verlässlichen Partnern aus der Branche. Vor diesem Hintergrund werden wir auch stärker mit Energiegenossenschaften zusammenarbeiten, da diese neben der fachlichen Kompetenz vor allem die gleichen ideellen Werte besitzen und die genossenschaftliche Idee stärken“, so der VSWG-Vorstand.

Mit der Energiehaus Dresden eG ist zum 01.01.2015 die erste Energiegenossenschaft dem VSWG beigetreten. „Die Änderung der Satzung des VSWG und damit die Öffnung für Energiegenossenschaften war ein wichtiger und richtiger Schritt in die Zukunft“, betonte Sebastian Brandt, Vorstand der Energiehaus Dresden eG, am Rande der Veranstaltung in Mittweida. Der Klimawandel und die dadurch induzierten Veränderungen auf dem Energiemarkt werden die sächsischen Wohnungsgenossenschaften noch vor zahlreiche Herausforderungen stellen. Mit dem Thementag „Unabhängige Energieversorgung“ ist bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung gelungen.
Vivian Jakob

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