green with IT arbeitet am Thema “Wohnen 2030″: Eine vernetzte Gesellschaft

Die Wohnungswirtschaft ist in ständiger Bewegung, denn die Anforderungen ans Wohnen werden immer vielfältiger: Smart Home, effiziente Energieversorgung und möglichst hoher Wohnkomfort sind gewünscht. Aktuelle und kommende Wohntrends verändern nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch die Arbeit der Wohnungswirtschaft. Diese muss sich nun auf Trends wie Energieeffizienz und die Vernetzung von neuen Techniken einstellen.

So muss die Wohnungswirtschaft in Zukunft mit der neuesten Technik Schritt halten – denn laut der Studie „Wohntrends 2030“ müssen Produkte und Dienstleistungen künftig miteinander vernetzbar sein. Die repräsentative Studie „Wohntrends 2030“ aus dem Jahr 2013 des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen zeigt, wie sich unsere Wünsche und Vorstellungen rund um das Thema Wohnen in Zukunft verändern. Dafür wurden 3000 Haushalte befragt. Die Ergebnisse zeigen, in welche Richtung die Wohnungswirtschaft sich zukünftig orientieren und auf welche Trends sie reagieren muss, um gezielte Lösungen anbieten zu können. Klar ist laut der Studie auf jeden Fall eins: Die Zukunft der Wohnungswirtschaft hat zwei klare Trends – sie steht im Zeichen der Technik und der Energieeffizienz

Eine vernetzte Gesellschaft

Technische Systeme, die einfache Aufgaben übernehmen, gibt es natürlich heute schon: Diese erleichtern uns nicht nur den Alltag, sondern helfen auch beim Energiesparen. Bis 2030 soll sich hier laut Studie des GdW noch einiges tun, denn bis dahin werden die Menschen technische Innovationen noch stärker nutzen als bisher. Das setzt technische Entwicklungen und entsprechendes Know-how in der Wohnungswirtschaft voraus. Noch leistungsstärkere Technik soll es möglich machen, Geräte und Anwendungen beispielsweise noch breiter mobil steuern zu können.

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So werden 2030 auch Wärmeversorgung, Waschmaschine, Fenster und Türen bequem über das Smartphone bedient. Für die Wohnungswirtschaft heißt es daher, mit der neuesten Technik Schritt zu halten: Produkte und Dienstleistungen der Zukunft müssen miteinander vernetzbar sein.

Energieeinsparungen vorantreiben

Auch in Sachen Energienutzung sieht „Wohntrends 2030“ eine klare Tendenz: Energie einzusparen wird in Zukunft wichtig sein, denn immer mehr Mieter können auf die reinen Wohnkosten nicht mehr viel drauflegen. Die Mietbelastung ohne Heizung und Betriebskosten, so die Studie, liege im Schnitt bei 24 Prozent des Haushaltseinkommens. Das Problem sind also nicht die Mietpreise, sondern die Kostenexplosion bei Heiz- und Stromkosten und diese können nur durch Energieeinsparungen eingedämmt werden. Gefragt sind daher in Zukunft effizientere Heizungsanlagen, die möglichst wenig Energie verbrauchen, oder energiesparende Haushaltsgeräte, wie sie heute schon angeboten werden. Hier kann vor allem die Industrie einen großen Teil beitragen, indem sie energieeffiziente Lösungen entwickelt und vorantreibt.

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Contra Teuerung bei Wärme und Strom – Sächsische Wohnungsgenossenschaften planen eigene Energieerzeugung

Der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) lud seine Mitglieder zum Thementag „Unabhängige Energieversorgung“ ins Wasserkraftwerk Mittweida ein. Seit Jahren bemühen sich die sächsischen Wohnungsgenossenschaften neben der Kaltmiete auch die sogenannte „2. Miete“, die warmen und kalten Betriebskosten, in Grenzen zu halten. Fast 90 Prozent aller Gebäude sind energetisch saniert. Diese Modernisierungsmaßnahmen und die Verbesserung der Anlagentechnik zur Warmwasseraufbereitung und zur Beheizung wirken sich insgesamt positiv auf den Verbrauch aus.

„Während der niedrigere Verbrauch anfangs auch zu deutlichen    Nebenkosteneinsparungen führte, wird
dieser Spareffekt jetzt von immer weiter steigenden Versorgungspreisen (über-)kompensiert und erreicht die Mitglieder unserer Wohnungsgenossenschaften nicht“, erklärte Dr. Axel Viehweger, Vorstand des VSWG.
Ein durchschnittlicher sächsischer Haushalt einer Genossenschaft gibt bereits heute mehr als ein Viertel der Wohnkosten für Wärme und Strom aus. Neben der Abhängigkeit der Preisentwicklung für die primären Rohstoffe Erdöl und Erdgas gibt es eine weitere Anhängigkeit von den Energieversorgungs-unternehmen und Stadtwerken. Durch langfristige Lieferverträge und tendenziell steigende Grundgebühren werden Preissteigerungen in der Regel weitergegeben. Die Mieter aber profitieren im Gegensatz oft nicht von Preisrückgängen auf den Rohstoffmärkten oder den geringeren Verbräuchen. Vor diesem Hintergrund scheint die eigenständige Energiegewinnung zur Selbstversorgung eine Möglichkeit, der Entwicklung der Betriebskosten entgegenzusteuern und sich so vom Markt abzusetzen.

„In den letzten Jahren konnten so bereits erste Projekte sächsischer Wohnungsgenossenschaften geplant und zum Teil sogar umgesetzt werden. Dabei lässt sich der Trend, weg vom Einzelgebäude, hin zur kompletten Quartiersbetrachtung erkennen“, so Sven Winkler, Referent für Betriebswirtschaft, Energie und Technik beim VSWG.
Die 219 im Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) organisierten Wohnungs-genossenschaften sind ein bedeutender Faktor im sächsischen Wohnungsmarkt. Sie bewirtschaften mit insgesamt 278.743 Wohneinheiten 20,9 Prozent des gesamten Mietwohnungsbestandes im Freistaat Sachsen und bieten damit rund einer halben Million Menschen ein zukunftssicheres Zuhause.

In der Gemeinde Sebnitz konnte durch Initiative der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Sebnitz eG beispielsweise ein Nahwärmenetz in Betrieb gehen. Die notwendige Wärme wird aus einer Kombination aus einem mit Biogas betriebenen Blockheizkraftwerk (BHKW), einem Pelletkessel sowie einem konventionellen Erdgas-Kessel erzeugt. Ein weiteres wegweisendes Projekt könnte eine Quartierslösung in der Gemeinde Lohmen im Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge werden, bei der öffentliche Gebäude mit Wohngebäuden einer Genossenschaft und mehrerer privater Eigentümer dezentral versorgt werden sollen. Einen wesentlichen Baustein bildet dabei der nahegelegene Fluss Wesenitz. Mit Hilfe einer Wärmepumpenkaskade könnte u.a. rund um die Uhr Wärme erzeugt werden.
Der nächste Schritt zur unabhängigen Energieversorgung wäre konsequenterweise die Erzeugung und Nutzung von Strom als „Nebenprodukt“ eines BHKW‘s oder aus einer Photovoltaik-Anlage auf den Dächern der Wohnungsgebäude. Derzeit widersprechen sich jedoch die Klimaschutzziele der Bundesregierung und die steuerlichen sowie energierechtlichen Rahmenbedingungen. „Da der Großteil des Strombedarfs einer Wohnungsgenossenschaft auf die Mitglieder und nicht die Genossenschaft selbst entfällt, kommt ein Eigenverbrauch in der Regel kaum in Frage. Folglich muss der Strom in der Regel für eine niedrige Vergütung ins öffentliche Netz eingespeist werden. Sinnvoller wäre der Verbrauch des Stroms direkt vor Ort durch die Mitglieder. In diesem Fall müsste sich die Wohnungsgenossenschaft als Energiever-sorgungsunternehmen behandeln lassen und die gleichen Kriterien wie ein Energieriese auf sich anwenden. Zusätzlich würde in der Regel die Steuerfreiheit im Vermietungsgeschäft verloren gehen. In allen Fällen stehen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis, so dass bisher alle Projekte gescheitert sind“, erläutert Sven Winkler.

Neben allgemeinen Trends in der Energieversorgung verdeutlichte Prof. Timo Leukefeld auf eindrucksvolle Art den Weg von der Vision zur Realität anhand bereits vorhandener Projekte beim heutigen Thementag im Wasserwerk Mittweida. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die rechtlichen „Fallstricke“ bei einer unabhängigen Energieversorgung und Wege, die selbsterzeugte Energie im Rahmen der Nebenkosten abzurechnen. Am Nachmittag standen vor allem bereits praktizierte und theoretische Geschäftsmodelle sowie Effekte von Speichermedien auf der Agenda, welche eine unabhängige Energieversorgung trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ermöglichen sollen. Die Veranstaltung bot Anlass für intensive Diskussionen und ermöglichte zudem die Pflege und Erweiterung der bestehenden Netzwerke.
„Zur Realisierung der Ziele der sächsischen Wohnungsgenossenschaften, die Preise für Energie zu senken oder zumindest weitere Preissteigerungen zu verhindern, bedarf es individueller Lösungen mit verlässlichen Partnern aus der Branche. Vor diesem Hintergrund werden wir auch stärker mit Energiegenossenschaften zusammenarbeiten, da diese neben der fachlichen Kompetenz vor allem die gleichen ideellen Werte besitzen und die genossenschaftliche Idee stärken“, so der VSWG-Vorstand.

Mit der Energiehaus Dresden eG ist zum 01.01.2015 die erste Energiegenossenschaft dem VSWG beigetreten. „Die Änderung der Satzung des VSWG und damit die Öffnung für Energiegenossenschaften war ein wichtiger und richtiger Schritt in die Zukunft“, betonte Sebastian Brandt, Vorstand der Energiehaus Dresden eG, am Rande der Veranstaltung in Mittweida. Der Klimawandel und die dadurch induzierten Veränderungen auf dem Energiemarkt werden die sächsischen Wohnungsgenossenschaften noch vor zahlreiche Herausforderungen stellen. Mit dem Thementag „Unabhängige Energieversorgung“ ist bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung gelungen.
Vivian Jakob

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Energieefizienz: Die Welt schaut in Berlin auf Smart Options

Nun hat die “METROPOLITAN SOLUTIONS” als Kongress mit Messe-Fortsatz erstmals in Berlin stattgefunden und war sofort Magnet für Bürgermeister, Planer, Strategen und Städteplaner. Thomas Rilke, Leiter der ehemals in Hannover angesiedelten Veranstaltung, hatte vorab eine zunächst sehr kräftig anmutende Duftmarke gesetzt: “Wir wollen die weltweit größte und bedeutendste Smart City Konferenz der Welt werden und Energieefizienz wird der Motor”.

Dr. Roland Busch, Vorstand der Siemens AG, hatte s zur Eröffnung der parallel stattfindenden “Asien-Pazifik-Wochen” auf den Punkt gebracht: “Ich treffe wöchentlich andere Bürgermeister großer Metropolen weltweit. Alle erklären, nun ihre Cities zu “Smart Cities” umzubauen. Doch keiner weiß so recht, wie….

Antworten auf die vielfältigen Fragen gab es auf der Kongressmesse zuhauf. Zentraler Neugierpunkt: Wie erkennen wir den Teufel im Detail, wie können kommunale Entscheider an die Gestaltung in den unterschiedlichen Klimazonen “herangehen”? Unser Netzwerk hatte sich zum Ziel gesetzt, aus den Überschriften aller Konferenzen das Thema “Energieefizienz” zu fokussieren, diese thematischen Zukunftsoptionen mit den Stärken der Hauptstadtregion zu addieren und der Welt ein Schaufenster lohnender Optionen zu bieten: Die Smart Options 2015 Conference.

Moderiert von Bloomberg News (Stefan Nicola) nach einer kurzen Begrüßung durch Netzwerkmanager Jörg Lorenz, green with IT, eröffnete Graham Martin von der EnOcean-Alliance aus San Ramon, California, die Konferenz mit einer großen infrastrukturellen “Stellschraube”: Optionen des “Energy Harvestings”, d.h. gering investive, kabel-und batterielose Sensorsysteme mit besonderer Option beim Sanieren: Es entfallen Schlitz- und Stemmarbeiten; das disruptive neue IT-Protokoll läßt sich beliebig mit gängigen Protokollen austauschen und in neue App´s einstellen.

Klimaoptionen der Zukunft präsentierte Prof. Ernst Huenges vom GFZ in Potsdam am Beispiel hoher Nutzungsgrade der geothermisch basierten Heizungskonzepte: Aus 1 kWh elektrisch zugeliefertem Strom werden bis zu 100 kWh thermischer Energie gewonnen.

Eric L ´Helguen von der Embix AG aus der Paris-Region stellte Ansätze zumthemenübergreifenden Dialog aller Stakeholder einer Regionvor und animierte zum Nachmachen: “Ich bin gern bereit, ein regionales Projekt zunächst zu begleiten, um dann bei einem horizon 2020-Antrag die folgenden Pilotierungsmaßnahmen in der Paris Region mitzugestalten”.

Ohne Sicherheit über das in Kürze erwartete Protokoll TR 03109 bzw. dessen analoge Ansätze werde es kein Vetrauen der Endnutzer geben, prognostizierte Dr. Lutz Martiny (Leiter KF 5 green with IT) und skizzierte Wege, wie Vertrauen gewonnen werden kann: Sicherheitstechnische Basiskomponenten für App´s, die von Vermietern an Mieter weiter gegeben werden könnten.

Optimierungsquotienten von bis zu 67% in Wohnquartieren stellte Hans Symanczik (Leiter KF 2 green with IT) vor. Aus dem Einzelraum hoch skaliert bis ins Quartier: stringentes Management der Gebäudeautomation kann in Verbindung mit Energy Harvesting und Optimierung der Volumenströme
des Heizungsvorlaufs reichlich “geerntet” werden. Doch eine umfassende Aufnahme aller Details ist hier vonnöten.

Abgerundet wurden die Konferenzthemen durch Aspekte neuer Arbeitswelten: Thomas Dehler, CEO von Value 5 aus Berlin (Leiter KF 3 green with IT) und work@home-Evangelist: Ich kann mir vorstellen, in jedem Wohngebiet jeweils 10 Home-Arbeitsplätze unter den Mietern kommunaler Wohnungsbaugesellschaften auszuschreiben. Disruptive Ansätze, neuer Dampf………

Wie kann eine mietergerechte Smart App über wohnungswirtschaftliche Kernprozesse finanziert werden? Dies wurde in der Abschlußpräsentation deutlich, die von Jörg Hofman (Leiter KF 4 green with IT) ausgearbeitet worden war: browsergestützte Dienste versus proprietäre Protokolle, so lautete das Motto und so gestalten sich die Lösungswege für offene Systeme, die Investitionen der Wohnungswirtschaft in Infrastruktur ersparen sollen:

Zur Vorbereitung eines eigenen horizon 2020-Antrages sollen zunächst acht kommunale Wohnungsunternehmen die Zukunftsoptionen im Rahmen von Pilogtierungsmaßnahmen mit Landesförderung aus GRW-Mitteln ausprobieren, Mieter integrieren und Synergien aus B2B- und B2C-Prozessen heben: Basis wird eine intensive Analyse und Gestaltung aller wichtigen wohnungswirtschaftlichen Prozesse. Hier ist die Cash-Cow klar: Die Heizkostenerfassung, -ablesung und -einbuchung in wohnungswirtschaftliche ERP-Systeme holt die Wohnungswirtschaft thematisch ab. Hier liegt ein enormes wirtschaftliches Gestaltungspotenzial. Andere Prozesse gruppieren sich um eine völlig neue Serviceidee: Die Heizverbrauchs-Visualisierung auf dem Smart App der Mieter. Ohne Infrastruktur-kosten, ohne Eigeninvestitionen der Wohnungswirtschaft.

Geschäftsmodelle? Ja bitte, genau dies ist zentrales Pilotierungsthema! Mieterintegration? Nur so!

 

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Vertreter von Forschungs- und Consultinginstituten aus aller Welt waren gekommen und erwarten präzise Antworten auf Fragen zur Energieoptimierung in Quartieren, zur Kommunikation mit Endnutzern auf neuen und disruptiven Wegen. Wie können offene Systeme dafür sorgen, dass “Smart Home”-Applikationen aus der Ecke der “High-End”-Nutzung herausgelockt und in den Massenmarkt gebracht werden?

Die Smart Options-Konferenz hat 2015 den Dialog mit Fachleuten aller Disziplinen begonnen. Bis 2016 sollen erste Pilotierungs-Schwerpunkte vorgelegt werden. Bürgermeister und Landräte sollen ein Benchmark-Tool erhalten, mit dem die “bullet points” aus deren Sicht frei gestaltet und über die Folgejahre beobachtet werden sollen. Green with IT und die internationalen Gestalter des Bürgermeister-Dialogs arbeiten daran. Deutschland wird international als “Big Player” bei der Gestaltung der Energieeffizienz angesehen. Energieeffizienz ist der Treiber neuer Geschäftsmodelle mit Optionen für den Massenmarkt.

Nutzen wir diese aktuelle Führungsrolle zur innovativen Gestaltung und laden wir die Welt weiter jährlich ein, uns dabei zuzusehen und Anregungen in Projekte mit nach Hause zu nehmen.

BMWI: Staatssekretärin Zypries sieht Vertrauensbasis für Smart-Home-Produkte dank Zertifizierungssystem

Offenbach, 26.3.2015. Erstmals demonstrierten Experten beim heutigen “Plugfest” in Offenbach/Main live ein neues Prüfsystem zum Nachweis, dass vernetzte Smarthome-Produkte einwandfrei zusammenspielen. Das Prüfsystem wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungsprojekts “Zertifizierungsprogramm Smart Home + Building” unter Federführung des VDE-Verbands entwickelt und kann Hersteller auch in der Qualitätssicherung unterstützen.

Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie: “Die neuen Möglichkeiten der Heimvernetzung sind für die deutsche Wirtschaft ein wichtiger Markt. Voraussetzung ist, dass sich Verbraucher für Smarthome-Produkte entscheiden. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Produkte unterschiedlicher Hersteller miteinander verbunden werden können. Durch die Kombinationsmöglichkeit vergrößert sich die Auswahl der Produkte. Das ist im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher. Deswegen finde ich es gut, dass wir mit dem neu entwickelten Prüfsystem den Nachweis für eine mögliche Vernetzung von Smarthome-Produkten erbringen können.”

Was sagt der Informatiker Andrew S. Tanenbaum dazu: „The nice thing about standards is that you have so many to choose from“. Hier eine Übersicht über die Gesetzeslage:

Quelle: Rolf Uhlig, webolution, Dr. Lutz Martiny, achelos GmbH

Weitere Infos unter
www.smarthome2market.de.

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Gehirnschmalz vor Styropor: Aufbau eines Zukunftsnetzwerks aus Anbietern und Nutzern in Europa

23.03.2015

green with IT hat ein Strategiepapier vorgelegt, mit dem neue Geschäftsmodelle und der vorrangige Einbezug der Mieter zur Umsetzung angeregt werden. Im Sinne der hier vorgelegten Thesen werden nun Pilotierungsprojekte begonnen, die dann nach Auswertung in Rahmenverträge mit der Wohnungswirtschaft gegossen werden sollen.

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Die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Die zunehmend mobile Mieterkommunikation ändert sich mit dem Voranschreiten der Prozesse rund um die „Industrie 4.0“. Neue Stichworte: diconomy, Geschäftsmodelle, Mietereinbezug, Autonomik, Internet der Dienste, cloudbasierte Prozesse……… Die Gebäude müssen zudem in den nächsten Jahrzehnten weiter energetisch saniert werden. Gleichzeitig ändern sich die Anforderungen der Kunden in einem hohen Tempo. Die zur Verfügung stehenden Mittel dafür sind knapp, da die Kunden nur begrenzt zur Finanzierung herangezogen werden können.

Vor diesem Hintergrund entsteht ein hoher Innovationsdruck für die Wohnungswirtschaft. Neue, ITgestützte Energieeffizienz-Prozesse versprechen die Lösung für viele Problemstellungen – so können zum Beispiel gering investive Steuerungssysteme einen wichtigen Beitrag zur Energieeffizienz von Gebäuden leisten und die Mieterkommunikation unterstützen. So kann die Verwendung von IT-Komponenten bei der Modernisierung von Wohnungsbeständen den Komfort für die Bewohner und damit die Vermietbarkeit einer Immobilie deutlich erhöhen. Open Source kann die Verschlankung von Abrechnungs-Schritten erleichtern und teure proprietäre Protokolle ersetzen. Mobile, unter Android, IOS und anderen Betriebssystemen programmierte Prozesse benötigen in Zukunft nur noch einen Webbrowser – dafür werden alte, stationäre Prozesse in Frage gestellt und bleiben zurück, falls keine Anpassung erfolgt. Die Welt spricht IP.

Zwei Welten – die der Anbieter it-gestützter Energieeffizienz-Prozesse und die der professionellen Wohnungswirtschaft – können hier also fruchtbar aufeinander treffen. Notwendig ist dafür ein konstruktiver, offener Dialog mit konkreten Prozessbeschreibungen und Projektbezügen. Der Dialog soll technische Lösungen hervor bringen, die für Wohnungsunternehmen finanzierbar, praktikabel und mehrwertig sind und eine entsprechend hohe Nachfrage in der Branche generieren. Der erste Schritt, um das zu erreichen, muss der Aufbau eines Netzwerks sein, in dem ein solcher Austausch stattfinden kann; dessen Inhalte offensiv nach außen in alle Ebenen der Gesellschaft getragen werden.

Dies ist ein langer Weg mit vielen Fragekomponenten, hinterfragungswürdigen Regularien und Herausforderungen für die Beharrer alter Gewohnheiten aus der analogen Welt: Stromproduzenten, Submetering-Anbieter, Serviceunternehmen….. keine Branche bleibt von der diconomy und ihren disruptiven Veränderungen verschont. Disruptiv bedeutet hier in erster Linie: Beim kompletten Infragestellen alter Prozesse, bei der Aufstellung völlig neuer Prozesse mit ungewohnten Wertschöpfungsketten gilt es,  alte Zöpfen mit  frisch nachwachsendem Haar zu verdrängen. Dabei ist Beschränkung angesagt: keine Hochglanz-High-End Lösungen, wie es die alte Industrie mit ihren dreistufigen Vertriebsmodellen so gern bewahrt hätte. Beschränkung bedeutet: Konzentration auf das Machbare mit geringen, aber treffsicher eingesetzten Investitionen, bei denen  Mietparteien auch – wenn denn gewünscht – mitinvestieren dürfen.

Aufstellung zum Demonstratoren-Projekt Zwanzig20 Forum Wärmewende

Im Rahmen des BMBF-geförderten Vorhabens “Zwanzig20-Forum Masterplan Wärmewende” koordiniert das GeoForschungszentrum Potsdam (GFZ) die Entwicklung von Großprojekten zur Demonstration effizienter Wärmeversorgung aus regenerativen Energiequellen von Bestandsquartieren in Ostdeutschland. Unser Netzwerk, Gestalter im Themenfeld “Energieeffizienz” des Energieclusters Berlin-Brandenburg,  wird einen entsprechenden Beitrag einreichen und sich um folgende Umsetzung bewerben:

– wind2heat als Speicherunterstützung zu Schwachlastzeiten von Windkraftproduktion zur sofortigen Umsetzung in kommunalen Wohnungsunternehmen

– wind2heat als Heizungsunterstützung im zweiten Fokus

Im Rahmen des hier ausgeschriebenen Ideenwettbewerbs sollen relevante Fallbeispiele ermittelt werden, die konsequent in der Laufzeit von 24 Monaten bereits umgesetzt werden sollen. Dazu gehört neben der Erfassung und Vorbereitung der relevanten technischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen auch eine Impact-Forschung durch weltweit anerkannte Klimafoscher. Wer wäre da besser aufgestellt als Berlin-Brandenburg? Mit dem GFZ  als Leitinstitut können wir die Stärken der “Energiesenke” Berlin mit der Stärke der Windproduktion Brandenburgs verbinden. Hinzu kommen weitere Standortvorteile wie etwa das Gridlab in Cottbus, welche die Transmissionsfakten simulieren und hochrechnen kann.

Einreichungsfrist ist der 13.03.2015. Eine ambitionierte Herausforderung. Da aber die Strukturierung entsprechender Antragsinhalte netzwerkintern bereits weit vorangeschritten ist, wird diese Herausforderung gern angenommen.