KOMPETENZFELD 4

API’S UND APP’S

Auf dem Weg zu einer mobilen Mieter-App gilt es, die Vermieter- Sichtweise mit den vorrangigen Mieter-Interessen auf einer Oberfläche zu vereinen. Bei der Gestaltung dieser Oberfläche (auch API genannt) gilt es also, die vorhandenen, im zentralen ERP-System abgebildeten Prozesse einerseits abzubilden; andererseits aber auch rein mieterbezogene Prozesse einzubeziehen. Doch wie sind diese Prozesse zu ordnen?

Alle Aktivitäten zur Mobilisierung personenbezogener Mieterdaten aus dem ERP-System erfolgen grundsätzlich nach erfolgter DSGVO-konformer Einwilligung der Mietpartei. Dabei gilt es, die vorhandenen Schnittstellen zu nutzen und als Datenbasis für die mobile Abbildung aufzubereiten. Dies ist eine Fleißarbeit mit hohen quantitativen Anforderungen, jedoch keine innovative Herausforderung. Bei der Betrachtung des größten übereinstimmenden Interessenspunktes zwischen Vermieter und Mieter ist der Punkt “warme Betriebskosten” dominant (sprich: Heizwärme). Die mobile Abbildung tagesaktueller Heizwärme-Daten ist technisch für unsere Betriebe eine Routineaufgabe, doch steht hier die massive Weigerung der Heizverbrauchsdaten-Zulieferer einer zügigen Umsetzung häufig im Weg. Diese Daten werden nur gegen Aufpreis herausgegeben. Auch dafür haben wir einfach handhabbare Lösungen gefunden, die Vermieter in die Lage versetzt, die eigenen Daten auch ohne kostenpflichtige Zukäufe abzubilden und den Mietern somit eine wichtige Grundinformation zu senden. Es sind weiterhin zahlreiche Prozesse aus der Wohnumgebung zentral einzusammeln und den Mietern zuzustellen.

“Die ABG Paradies Berlin hat verschiedene Möglichkeiten der Digitalisierung wohnungswirtschaftlicher Prozesse zusammen mit dem Netzwerk green with IT e.V. in einem Pilotprojekt in der Sausenberger Str. 26-34 sowie an einem gleichartigen Baukörper ausprobiert. Es gab nur geringe Bedenken seitens unserer genossenschaftlichen Mieter. Auch unsere älteste Mieterin, immerhin 102 Jahre alt, kam mit den Installationen digitaler Maßnahmen in ihren einzelnen Räumen gut klar. Im Bereich des Quartiermanagements haben wir zusammen mit einem örtlichen Versorger die Voraussetzungen für umfängliche Smart Meter-Prozesse umgesetzt, indem wir alle alten Zähler ausgetauscht und zu zwei Gateways zusammen gefügt haben. Erstes Einsatzgebiet sollen selbst ermittelte und per Datenbank gemanagte Heizverbrauchs-Daten sein, um eine gewisse Unabhängigkeit von Dienstleistern optional zu erschließen. Wir haben sehr gern bei diesen neuen digitalen Handlungsfeldern mitgewirkt und freuen uns darauf, weitere Pilotierungen mitgestalten zu können.”

Daniel Schulz, Vorstand Arbeiter-Baugenossenschaft Paradies e.G.